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Fernsehen Ab Sonntag ist das „heute-journal“ länger – ein Blick hinter die Kulissen
Nachrichten Kultur Fernsehen Ab Sonntag ist das „heute-journal“ länger – ein Blick hinter die Kulissen
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17:09 29.03.2019
Gibt es ab Sonntag länger zu sehen: Die Moderatoren Marietta Slomka und Claus Kleber. Quelle: Foto: Jana Kay
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Mainz

Die Fassade des ZDF-Gebäudes ragt auf dem Lerchenberg in Mainz betongrau in den Himmel. Doch wer einmal in die Redaktionsräume tritt, dem öffnet sich eine weite Welt. Der Blick aus dem Bürofenster von Wulf Schmiese, Leiter der Redaktion des „heute-journal“, zeigt schon hier, im zweiten Stock, weites Feld, Wald, Wolken. Zwölf Etagen höher drängt sich sogar Frankfurts Skyline sichtbar über den Horizont. So profan das Sendezentrum des ZDF auch ist: Wenn einer von hier aus die Welt betrachtet, spürt er Weite, Größe, Relevanz. Das passt.

Wulf Schmieses Sendung mag ganze vier Jahre jünger sein als ihr Domizil von 1974. Ein halbes Menschenleben nach der Premiere erfreut sich das „heute-journals“ heute solider, ja steigender Beliebtheit. „Wir haben die größte Reichweite seit 1995“, jubelt der Redaktionsleiter an diesem sonnigen Tag im Frühjahr. Neun von zehn Deutschen sähen mindestens einmal jährlich zu, vier Millionen Zuschauer pro Ausgabe, ungleich mehr als die „Tagesthemen“. Und jetzt wird auch noch die Sendezeit verdoppelt.

Kleber: „öffentlich-rechtliche Medien sind nicht auf dem absteigenden Ast“

Zwar nur sonntags, wo das Format 15 Minuten kürzer war als werktags. In einer Zeit, da alle Welt behauptet, die Zukunft seriöser Nachrichtensendungen wirke nicht nur gestrig, sondern sei schon Vergangenheit, hält Wulf Schmiese das „mal für ein echtes Statement“. Oder in den Worten seines Zugpferdes Claus Kleber: „Mit dieser Entscheidung gegen den Strom belegen wir, dass das Gerede vom absteigenden Ast, auf dem sich öffentlich-rechtliche Medien angeblich befinden, nicht stimmt.“ Und wie der Moderator das sagt, wirkt er noch ein bisschen entspannter als üblich.

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Am Nachmittag vorm Liveeinsatz hockt der berufliche Welterklärer mit schiefem Scheitel überm Wollpulli unter 15 Kollegen in der Redaktionssitzung und lacht. Und streitet. Und scherzt. Und hadert. Und lobt. Und ist damit offenbar ganz in seinem Element. Weil engagierte Debatten besser zeigen als ruhige, „wo der interessante Kern einer Geschichte liegt“, erklärt er später in seinem verblüffend düsteren Büro, „provoziere ich in unserer Konferenz, die wie vorhin ganz schön kontrovers ablaufen kann, gern Widerspruch“.

Streiten für den Zuschauer

Gesittet streiten, um gut zu informieren – eine Dreiviertelstunde ­­im Herzen öffentlich-rechtlicher Grundversorgung verdeutlicht bestens, wie hierzulande von Staatsvertrags wegen Hintergründe vermittelt werden. Zu Brüssel und Chemnitz, Macron und Merkel, Autos und Fußball, Ungarn und China – die Topthemen des Tages, sie ähneln den großen Schlagzeilen der Tage. Trotzdem herrscht bei den Redakteuren zwar konstruktive, mitunter jedoch gereizte Stimmung. Bevor es in paritätisch besetzter Runde wie so oft Geburtstagskuchen gibt, geht es um Gewichtung, Platzierung, Betonung, um Kleinigkeiten also, könnten Außenstehende denken. Claus Kleber meint: ums Ganze. „Wir sind das Schaufenster der Nachrichtenrelevanz im Land“, bürstet ihr Sprecher zu viel Annegret bei zu wenig Kramp-Karrenbauer im Plan ab. Elektromobilität sieht Kleber am Anfang, Macrons Europaverteidigung danach, eine schlecht belegte HIV-Heilung nirgends. Um 21.45 Uhr wird er – perfekt frisiert im Zweiteiler – erst Frankreichs Staatschef verlesen, dann postfossile Mobilität, und die Aids-Story lässt er nun wirklich ganz weg. Er habe kein Vetorecht, erklärt Claus Kleber den Kompromiss, „aber ich habe noch keinen Beitrag moderiert, den ich nicht senden wollte“. Wie gesagt: streitbar, nicht zerstritten.

Als die Sonne längst untergegangen ist, platzt die Moderatorin Gundula Gause aus ihrem Büro und lacht in den drei Minuten Flurgespräch mehr als in 300 „heute-journals“ zusammen. Ab diesem Sonntag wird sie wie alltags nun zwei Nachrichtenblöcke vortragen, umrahmt von fünf, sechs Berichten und einem Interview, das laut Wulf Schmiese „schon mal mit Clooney oder Grönemeyer sein kann“. Sofern sie Bedeutsames zu sagen hätten. Im wichtigsten Infomagazin einer Medienrepublik, der etwas mehr „heute-journal“ fraglos guttut.

Von Jan Freitag/RND

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