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Fernsehen „Tatort“ aus Bremen: Lohnt sich das Einschalten?
Nachrichten Kultur Fernsehen „Tatort“ aus Bremen: Lohnt sich das Einschalten?
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19:25 12.03.2017
Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) am Tatort. Quelle: RB TV/Pressestelle
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Hannover

Die Kommissare gucken sich nicht an, ein knappes „Moin“, mehr aus dem Bauch als aus dem Herzen. „Moin“, das heißt in Bremen, dass keiner Lust hat auf den dünnen und nervösen Regen. Wenn irgendwo ein Toter auf der Straße liegt, macht das den Tag nicht besser. Andererseits: Ein Tag ohne Pflichterfüllung, das ist in Bremen ein verlorener.

Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) lassen sich den Toten zeigen, der Mann von der Spurensicherung spricht Heimatdialekt. Man versteht nicht alles. Er hat eh nur Hiobsbotschaften parat. Denn es gibt weitere Tote, alle überfahren.

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Der Film schockiert

Ein Serienmörder ist unterwegs. Niemand findet ein Motiv. Ein dolles Psychostück wird aus Bremen aufgetischt. Am Unfallort des ersten Opfers liegt ein Handy, es gehört Kristian Friedland (Moritz Führmann). Er hat Drogenprobleme und guckt, als höre er nur auf den Teufel, nicht mehr auf Mama und Papa. Megaverdächtig. Es gibt noch ein schwarzes Auto in „Nachtsicht“, das rollt lautlos, als wäre die Stille das Mantra des Films. Das Licht bleibt aus, auch nachts. Der Mensch am Steuer, den man nicht sieht, verschafft sich Orientierung durch ein Nachtsichtgerät. In der Summe wirkt das monströs.

Der Film schockiert. Lürsen und Stedefreund ermitteln noch viermal, dann hören sie 2019 auf. Auch das schockiert. Keiner raunzt das Moin so beiläufig wie diese unterkühlten Moralisten.

Von RND/Lars Grote

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