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Fernsehen „Dead End“ – In der Provinz wird skurril gestorben
Nachrichten Kultur Fernsehen „Dead End“ – In der Provinz wird skurril gestorben
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14:10 22.02.2019
US-Forensikerin in der Kleinstadt: Emma (Antje Traue, r.) mit Polizistin Betti (Victoria Schulz) in einer Szene der Serie „Dead End“. Quelle: Carolin Ubl/ZDF/dpa
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Mainz

Mittenwalde ist eine Kleinstadt in Brandenburg wie viele andere. In der beliebtesten Kneipe wird oft zu viel getrunken. Der Bürgermeister träumt von besseren Zeiten. Und die Polizei ist chronisch überfordert – wenn denn tatsächlich mal ein Verbrechen passiert. Die Toten landen meist auf dem Tisch von Dr. Peter Kugel (Michael Gwisdek, 77), dem örtlichen Leichenbeschauer. Und der ist schon etwas in die Jahre gekommen.

„Dead End“ ist alles andere als eine Provinzschmonzette

Manchmal fürchtet Kugel, er könnte an Alzheimer leiden. Zu seinem 75. Geburtstag reist überraschend seine Tochter Emma (Antje Traue, 38) an, die als Forensikerin in den USA arbeitet. Und schon bald ist in Mittenwalde nichts mehr wie es war.

Klingt nach Dorfkrimi und Provinzschmonzette? Nach der Brandenburg-Variante der „Rosenheim-Cops“? Kein bisschen! Ganz im Gegenteil: Das ist „Dead End“, die neue, ungewöhnliche Krimiserie auf ZDFneo, spannend, mit vielen starken Dialogen und toll besetzt. Sie startet am Dienstag (26. Februar, 21.45 Uhr) mit der Folge „Mit den Cowboys kam das Verbrechen“.

Emma Kugel, die promovierte Rechtsmedizinerin, hat in den USA so einiges gelernt, was ihr Vater in Mittenwalde noch nicht mitbekommen hat. Aber als Duo ergänzen sie sich gut und schneiden die ein oder andere Leiche bald gemeinsam auf. Wie die beiden beim Aufklären absonderlicher Todesfälle Hand in Hand arbeiten und sich als auch Vater und Tochter langsam näher kommen – da passiert oft viel im Kleinen. Das haben Magdalena Grazewicz, Thomas Gerhold (Drehbuch) und Christopher Schier (Regie) ziemlich gut hinbekommen.

Der schräge Dorfpolizist Schubert wird immer sympathischer

Auch die übrigen Rollen sind erstens ungewöhnlich und zweitens ungewöhnlich gut besetzt: Lars Rudolph etwa spielt den immer etwas vertrottelt wirkenden Dorfpolizisten Schubert. Am Anfang nervt er nur, von Folge zu Folge wird er sympathischer, auch weil der Zuschauer erfährt, dass er zu Hause im Keller schlafen muss und von Frau und Tochter getriezt wird.

Noch besser macht sich Victoria Schulz als Schuberts junge Kollegin Betti Steiner. Sie merkt nicht nur schnell, dass Emma als Forensikerin viel drauf hat und ihnen bei der Verbrecherjagd helfen kann, sie fühlt sich von der schweigsamen Frau mit den etwas soziopathischen Zügen auch bald angezogen – ihr erster Kuss ist zart und vorsichtig und trotzdem vielversprechend. Corinna Kirchhoff spielt Dr. Eva Diestelfink, Ärztin in Mittenwalde, und Dr. Kugels späte, aber große Liebe - auch das hätte leicht in Kitsch und Rosarot untergehen können, passiert aber nicht.

Eine zweite Staffel von „Dead End“ steht noch in den Sternen

Die Fälle, die in Mittenwalde zu klären sind, sind immer etwas skurril. In der ersten Folge entdeckt Emma im Kühlschrank ihres Vaters die Fußknochen eines menschlichen Skeletts und rollt einen alten Fall wieder auf. Mal wird an einem Feldweg eine nackte Leiche gefunden, mal ist im Altersheim eine 100-Jährige unter fragwürdigen Umständen ums Leben gekommen, mal hängt ein Gleitschirmflieger tot im Baum.

Nach ZDF-Angaben ist noch unsicher, ob es eine zweite Staffel geben soll. Dabei endet die erste so, dass man schon wissen möchte, wie es weitergeht.

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