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15:16 25.03.2019
Daniel Müller-Schott ist 2019 Künstlerischer Leiter des Festpielfrühlings Rügen. Quelle: Festspiele MV
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Putbus/Binz

Es ist mittlerweile eine schöne Tradition geworden, die wärmere Hälfte des Jahres musikalisch zu begrüßen. Zumindest auf Rügen. Am Freitag starten dort die Festspiele MV ihren 8. Festspielfrühling mit 25 Konzerten in 17 Locations in zehn verschiedenen Orten auf der gesamten Insel. Die Künstlerische Leitung trägt in diesem Jahr Daniel Müller-Schott (42) aus München, der damit Musikern folgt wie dem Klarinettisten Matthias Schorn aus Wien, dem Bratschisten Nils Mönkemeyer aus Bremen und dem Berliner Fauré Quartett, das den Festspielfrühling von 2012 bis 2016 leitete. Der Violoncellist von Weltruf, kommt gerade von einer zweiwöchigen USA-Tournee mit Konzerten in New York und St. Louis zurück. Gibt’s da keinen Jetlag? Daniel Müller-Schott: „Da hat ja jeder Musiker seine eigenen Tipps. Ich bin halt viel in den Amerika und in Asien unterwegs und mache es so, dass ich mich schon vor dem Abflug auf die jeweils neue Uhrzeit einstelle. Ich bin es halt gewohnt.“ Und für den Festspielfrühling kommen noch zwei natürliche Aufputschmittel hinzu. In München sammelt Müller-Schott seine Familie, Frau und einjährige Tochter, ein, bevor es nach Rügen geht. Und auf der Insel helfe die frische Seeluft.

„Rügen wird ein Marathon.“

Der Musiker sagt: „Rügen wird ein Marathon. Das wird wunderbar, weil ich mich mit all meinen Freunden der Musik widmen kann. Aber in diesen zehn Tagen werden wir rund um die Uhr arbeiten. Aber die gute Luft dort sollte helfen.“ Der Mann weiß, wovon er redet. „Wir haben schon mal Urlaub auf Rügen gemacht. Daher weiß ich, wie schön und erholsam es dort ist“, sagt Müller-Schott, der als Kind der Festspiel ein alter Meck-Pomm-Hase ist.

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Für den Festspielfrühling hat Müller-Schott mit seinem Team und seinen Freunden eine Mischung aus echten Meisterwerken der Klassik bis hin zu experimentellen Jazz-Nummern mit dem Signum Saxophon Quartett ins Programm genommen. Der Violoncellist, der als Spezialist für Schubert und Brahms gilt, in seiner Diskographie aber auch Kompositionen von Bach, Beethoven, Mozart, Haydn, Schumann, Mendelssohn, Prokofieff, Khachaturian, Schostakowitsch, Elgar, Walton, Britten oder Dvořák zu bieten hat, freut sich vor allem auf den intim-familiären Charakter der Reihe. Er sagt: „Es ist in einem solchen Kammermusik-Format ungemein wichtig, dass wir uns nicht nur musikalisch verstehen, sondern auch menschlich. Das bemerkt das Publikum, wenn die Künstler wie hier auf Rügen gemeinsam ein Fest der Musik feiern wollen oder einfach nur ihrer Arbeit nachgehen.“

Fest mit Stars wie Viviane Hagner, Simone Kermes oder Jonathan Gilad

Die Musiker, mit denen Müller-Schott während der zehn Tage vom 29. März bis zum 7. April auftritt, kennt er seit Jahren aus den besten Musikerhäusern der Welt und von zahlreichen gemeinsamen Auftritten bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Sommer wird er unter anderem beim Australien-Schwerpunkt am 20. Juli in Ulrichshusen und beim Preisträger-Projekt am 1. August in der Klosterkirche Rühn zu erleben sein. Auf Rügen dabei sein werden unter anderem die Münchener Violinistin Viviane Hagner, die Hamburger Bratschistin Pauline Sachse, der nordmatzedonische Pianist Simon Trpčeski, die Augsburger Violinistin Sarah Cristian, der Pianist Jonathan Gilad aus Marseille, die Leipziger Sopranistin Simone Kermes, das Armida Quartett, das Fauré Quartett, das Ensemble Quatuor Modigliani, das Signum Saxophon Quartett und die Neubrandenburger Philharmonie unter Leitung von Sebastian Tewinkel.

Festspielfrühling ist, wenn die Möwen an den Kreidefelsen im Takt singen.“

Festspiel-Intendant Markus Fein sagt zu dem anstehenden Klassik-Marathon auf Rügen: „Festspielfrühling ist, wenn die Möwen an den Kreidefelsen im Takt zu singen beginnen. Bei mir ist die Vorfreude groß, denn gleich am ersten Tag wird es am Ende des Eröffnungskonzerts eine Premiere geben. Und so fühlen sich die ganzen zehn Tage auf der Insel an.“ Wie eine täglich wiederkehrende Premiere.

Auch wenn die meisten Konzerte des Rügener Festspielfrühlings gut besucht oder bereits ausverkauft sind, gibt es noch einige Tickets. Zum Beispiel für die „Wilden Virtuosen“ mit Folk, Jazz & Rock auf klassischen Instrumenten am 2. April im Haus des Gastes in Baabe, für die „Meisterwerke“ von Beethoven bis Schubert mit Daniel Müller-Schott und Jonathan Gilad am 5. April im Marstall in Putbus oder für die Wanderung mit Weitblick und das Konzert „Stars in der Nordperdhalle“ mit Simone Kermes und dem Fauré Quartett am 6. April in der Nordperdhalle in Göhren.

Tickets gibt es unter anderem in den OZ-Service-Centern, unter shop.ostsee-zeitung.de oder unter der Telefonnummer 0381/38 30 30 17.

Michael Meyer

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