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Kultur Flower-Power, viel Musik, Neptun-Taufe und Feuerwerke
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00:00 25.07.2016
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Heringsdorf/Usedom/Karlshagen Nur ein kleines Pappschild mit der Aufschrift „Freiluft“ weist darauf hin, was die Besucher nach einer holprigen Fahrt über staubige Feldwege am Rande von Usedom erwartet. Einmal im Jahr verwandeln sich die Peenewiesen in einen – sagen wir mal – Mikrokosmus. Über das Gelände laufen junge Leute mit Blümchen im Haar, bunten Shirts, andere tragen Dreadlocks, die nächsten tanzen zur Musik – knietief im Peenestrom und schauen der untergehenden Sonne entgehen. Mehr als 2500 Gäste folgten der Einladung.

Während die Besucher unter bunten Fahnen oder in einer selbstgebauten Holzfestung tanzen, hält Veranstalter Marcel Hase im Hintergrund die Fäden zusammen. Mal kommt einer der 50 DJs zu ihm und möchte seine Gage ausgezahlt haben, dann kommt der Tankstellenpächter und versorgt die Aggregat mit Treibstoff und dann ist auch noch um kurz vor 20 Uhr der „Pfeffi“ leer. Aber Marcel Hase mag diese Art von Stress.

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Ein halbes Jahr planten er und etwa 20 Helfer das Festival. „Zwei Drittel der Besucher kommen aus Berlin und Umgebung. Wir haben auch Gäste aus Frankreich und Belgien“, sagt er. Früher arbeitete Hase als Model und Schauspieler, dann organisierte er Partys in Berlin. „Jetzt habe ich eine Familie, da muss ich etwas kürzer treten.“ Das Freiluftfestival holte er, zusammen mit einem Freund, vor zehn Jahren aus der Taufe. „Es richtet sich vor allem an Besucher die Goa, Techno und Elektro gerne hören. Auf einer Bühne wird übrigens drei Tage am Stück Musik gespielt – ohne Unterbrechung.“

Etwas ruhiger als in Usedom ging es in Heringsdorf bei der zweiten maritimen Se(h)meile zu. Dort standen vor allem für Familien Musik, Tanz, Spiel und Spaß im Vordergrund. Neben einem maritimen Markgeschehen, Seemannsliedern und Seemannsmusik standen für die kleinen Gäste Angebote zur Verfügung. Sie stellten ein Bernsteinamulett her oder bastelten ein Holzschwert. Am Sonnabendvormittag gingen Kinder auf Entdeckungstour. Der ehemalige Geografie- und Biologielehrer Harald Heinz ging mit ihnen an den Strand. „Mir macht es viel Spaß mit den Kindern zusammen die Natur zu entdecken“, sagt der 67-Jährige. Dort fanden sie neben Mies-, Herz- und Baltischen Plattmuscheln auch Sandklaffmuscheln, Seetang oder Ostseegarnelen. „Kinder sind ein wichtiger Aspekt im Veranstaltungsprogramm und es ist auch wichtig, dass sie sehen, was es an der Ostsee gibt und die Natur erleben können“, erzählt Karin Lehmann (62) vom Eigenbetrieb der Kaiserbäder.

Auch die Eltern suchten kräftig mit. Anja Ulbrich (38) war mit ihrem Sohn Benjamin (4) dabei. „Ich finde es sehr gut, dass die Kinder an diesem Angebot teilnehmen können“, erzählt die Zwickauerin.

In Karlshagen lockte an diesem Wochenende das Hafenfest tausende Zuschauer an die Kaikante. Anziehungspunkte waren unter anderem die ferngesteuerten Schiffsmodelle der Marinekameradschaft Peenemünde und die Angebote vom Team „Kids für Kids“ des Eigenbetriebes. Die Kinder konnten sich zum Beispiel fantasievoll schminken lassen oder auf Schatzsuche gehen. Bei der Neptuntaufe wurden kreative Namen für die zahlreichen „Landratten“ vergeben. Ein fast zehnminütiges Höhenfeuerwerk rundete den sommerlichen Tag am Abend ab.

Hannes Ewert und Karoline Ploetz

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