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13:27 22.10.2018
In der Rostocker Kunsthalle am Schwanenteich werden die Bilder zum Kunstpreis ausgestellt. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Fünf Frauen konkurrieren in diesem Jahr um den Rostocker Kunstpreis. Der Preis, den die Rostocker Kulturstiftung initiiert und gemeinsam mit der Provinzial-Versicherung bereits zum 13. Mal vergibt, wird zum vierten Mal im Genre Malerei ausgeschrieben. Auf den Spuren der Preisträger Jürgen Weber (82) aus Rostock, Matthias Wegehaupt (80) von der Insel Usedom und Klaus Walter (54) aus Berlin, die den Rostocker Kunstpreis bisher in der Kategorie Malerei gewonnen haben, stehen nun fünf Frauen in den Startlöchern.

Die Künstlerinnen Ramona Seyfarth aus Neubrandenburg, Kathrin Harder aus Eichwalde, Linda Perthen aus Neustrelitz, Franziska Reinbothe aus Leipzig und Jennifer König aus Leipzig sind für den Rostocker Kunstpreis nominiert (v.l.).

Kathrin Harder (49) wurde in Rostock geboren und lebt mittlerweile in Eichwalde nahe Berlin. Linda Perthen (37), die in Neustrelitz lebt und arbeitet, stammt ebenso aus Neubrandenburg wie der aktuelle Shootingstar der nordostdeutschen Kunstszene Ramona Seyfarth (38), die in ihrer Heimatstadt lebt und arbeitet. Franziska Reinbothe (38) ist zwar gebürtige Berlinerin und lebt in Leipzig, sie hatte jedoch bereits mehrere Arbeitsstipendien in Rostock, im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop oder auf Schloss Plüschow, was sich auch in ihrem Werk niederschlägt. Ausstellungen von Franziska Reinbothe sind unter anderem in Rostock, Wismar, Schwerin, Ahrenshoop, Plüschow, Neustrelitz und Mestlin zu sehen gewesen. Die fünfte im Bunde der Nominierten in diesem Jahrgang ist Jennifer König (34) aus Hennigsdorf in Brandenburg, die ebenfalls in Leipzig lebt. Auch sie hat keinen direkten Herkunftsbezug zu MV, setzt sich aber in ihrer Themenwahl sehr intensiv mit der Region auseinander – zum Beispiel in Serien zum Fischland.

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80 Bewerber für den Kunstpreis

Professor Wolfgang Methling, Jurymitglied und Vorsitzender der Kulturstiftung, sagt zur Auswahl: „Wir wollen uns ja hier nicht mit großen international bekannten Künstlern schmücken, sondern heimische Künstler fördern und unterstützen.“ Methling findet es besonders spannend, dass aus den 80 Künstlern, die in diesem Jahr ihre Bewerbung für den Kunstpreis eingereicht haben, vier Frauen ausgesucht worden sind. Dazu noch Künstlerinnen der jüngeren Generation. Die jüngste ist 34, die älteste gerade mal 49 Jahre. „Erstmals nur Frauen im Fünferkreis, das ist sehr selten. Das hatten wir noch nie.“ Im Jahrgang 2013 gab es mal unter den fünf Nominierten für das Fach Gestaltung (Textil, Porzellan, Keramik, Glas) vier Bewerberinnen und einen Mann.

Der Kunstpreis ändert im Jahreswechsel das Genre. 2006 wurde klassisch mit der Malerei begonnen und Jürgen Weber als Preisträger auserkoren. Dann folgten Plastik, Grafik, Fotografie. Allein der Jahrgang 2013, den die Bildhauerin Ruziza Zajec gewann, fiel mit dem Thema Gestaltung aus der Reihe. Überlegungen, auch neue Medien aufzunehmen, gibt es in der Jury bereits.

Alle Malerinnen sind im abstrakten Bereich unterwegs

Die Künstlerinnen, die in diesem Jahr nominiert sind, ähneln sich auch darin ein wenig, dass sie gern Grenzen sprengen, Genres überschreiten und in ihrer Malerei eher abstrakt daher kommen. Ramona Seyfarth zum Beispiel war bereits 2017 im Genre Zeichnung nominiert. Die Künstlerin aus Neubrandenburg vereint verschiedenste Genres, geht sehr experimentierfreudig mit Materialien um und beschäftigt sich in ihrer Kunst äußerst anspruchsvoll mit den Themen ihrer Zeit wie zum Beispiel der globalen Flüchtlingsbewegung und dem Umgang damit in unserer Gesellschaft. Seyfarth ist am 27. Oktober auch Teilnehmerin der OZ-Kunstbörse. Bei der Auktion in der Rostocker Hochschule für Musik und Theater werden vier ihrer Werke zum Verkauf angeboten. Die Künstlerin hat nach einer Glasbläserlehre in Koblenz Kunst studiert und ist nach Stipendien in Österreich, Südkorea und Plüschow in ihre Heimat zurückgekehrt.

Kathrin Harder stammt aus Rostock, hat an der Hochschule Berlin-Weißensee und in Dresden bei Professor Max Uhlig an der Hochschule für Bildende Künste studiert. Ihre abstrakte, teils monochrom wirkende Malerei ergänze und verflechte sich „oft zu feinnervigem Yin-Yang-Kosmos“, so Methling.

Jennifer König aus Brandenburg hat an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg und der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig studiert. Sie beschäftigt sich mit der Beziehung von Abstraktion und Landschaft, Abstraktion und Repräsentation und hat mehrere Serien zu mecklenburgischen Naturräumen geschaffen.

Linda Perthen stammt ebenfalls aus Neubrandenburg. Nach ihrem Studium für Kunst und Philosophie an der Universität Greifswald war sie Meisterschülerin bei Professor Alba D’Urbano an der HGB in Leipzig und gründete das Künstlerduo yes-no gemeinsam mit Julia Leschik, bevor sie in ihre mecklenburgische Heimat zurückgekehrt ist.

Franziska Reinbothe stammt aus Berlin und hat ebenfalls an der HGB in Leipzig studiert. Sie arbeitet gern an der Schnittstelle zwischen Malerei und Skulptur. Wolfgang Methling sagt über sie: „Nach dem abstrakten Malprozess werden Leinwände gedehnt, gefaltet, gebrochen, durchschnitten oder vernäht, so dass eine skulpturelle Wirkung entsteht.“

Vernissage am 24. November, Preisverleihung am 15. Dezember

Fünf Künstlerinnen an der Schnittstelle von Malerei zu anderen Kunstformen. Ulrich Ptak, Kurator der Rostocker Kunsthalle und Mitglied in der Jury, für den Kunstpreis sagt über diese Auswahl: „Ein sehr spannender Jahrgang im Genre der Malerei.“ Die Ausstellung zum Kunstpreis mit fünf Wänden, an denen die Arbeiten jeder Künstlerin gleichermaßen Platz finden, wird am 24. November um 16 Uhr in der Kunsthalle eröffnet. Der Kunstpreis wird am 15. Dezember um 16 Uhr in der Kunsthalle vergeben.

Preisträger seit 2006

Der Rostocker Kunstpreis wurde im Jahr 2006 zum ersten Mal verliehen. Damals gewann im Genre Malerei der Rostocker Künstler Jürgen Weber (82). Dann folgten der Rostocker Bildhauer Thomas Jastram (59), der jetzt in Hamburg lebt, der Grafiker Wilfried Schröder (73) aus Kühlungsborn, der Fotograf Tim Kellner (42) aus Rostock, der Maler Matthias Wegehaupt (80) von der Insel Usedom, die Grafikerin Iris Thürmer (56) aus Wolthof, die Bildhauerin Ruzica Zajec (59) aus Kaarz, der Fotograf Heiko Krause (44) aus Greifswald, der Maler Klaus Walter (63) aus Berlin, die Bildhauerin Anna Martha Napp (36) aus Lübow und der Grafiker und Zeichner Felix Baxmann (31) aus Berlin.

Der Kunstpreis ist mit 10 000 Euro datiert.

Michael Meyer

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