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Kultur Gastchoreografen aus Finnland und Portugal beeindrucken in Greifswald
Nachrichten Kultur Gastchoreografen aus Finnland und Portugal beeindrucken in Greifswald
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„Bridging“ von Kristian Lever mit Sara Nativi und Andrea Truzzi. Quelle: Vincent Leifer
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Greifswald

Am Ende sparten die Zuschauer nicht mit Applaus. Einige riss es sogar zu Standing Ovations von den Stühlen. Und das zu Recht. Denn was die beiden Choreografen, der Finne Kristian Lever und der Portugiese Tiago Manquinho, mit dem Ballett Vorpommern für die neueste Ausgabe der „Tanzzeit“ erarbeitet haben und Freitagabend zur Premiere präsentierten, war nicht nur tänzerisch klasse, sondern auch inhaltlich bemerkenswert.

Beide Stücke zeigen tiefe Einblicke in die menschliche Seele. Was bewirkt das tägliche Leben mit all seinen Tücken und Hindernissen in unserem Innern? Was bedeutet es, mit wechselnden Situationen ständig zurechtzukommen? Wie gehen wir Aufruhr, Verwirrung, Isolation, Trennung und Wiedervereinigung um? Der erst 25-jährige Kristian Lever nahm sich dieser und vieler weiterer Fragen in „Bridging“ (Brückenbildung) an und schuf eine Performance, die natürlich vor allem durch viel Körpersprache geprägt ist. Bühnenbild wie auch Licht sind spärlich gehalten und lenken nicht ab. Somit können sich die Zuschauer voll auf die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer konzentrieren.

Thematisch noch spezieller wurde es im zweiten Teil des Abends bei „Lonely Planets“ (Einsame Planeten). In diesem Stück setzt sich der Autor, Tiago Manquinho mit dem mittlerweile weltweit grassierenden Problem zunehmender Einsamkeit auseinander. Schon allein eine solche Idee zu haben und tänzerisch zu verarbeiten – dem gebührt allergrößter Respekt. Manquinho vergleicht dabei unser Leben mit Planeten, die keiner Galaxie angehören und somit keine feste Laufbahn besitzen. Genau so, sagt er, ergehe es vielen Menschen, die keinen rechten Lebenssinn mehr spüren, weil sie sich einsam fühlen. Der junge Choreograf, der seine Ausbildung einst an der Escola de Danca Nacional in Lissabon genoss, spricht sogar schon von einer Epidemie, die um sich greift. Denn das Gefühl des Alleingelassenseins hätten bei weitem nicht mehr nur ältere Menschen, sondern zunehmend auch jüngere, stellt er fest.

Lever und Manquinho sind gern nach Vorpommern gekommen, wie beide erklären, obwohl sie sonst eher an größeren Bühnen arbeiten. Tiago Manquinho choreografierte zuletzt fürs Staatstheater Braunschweig und das Stadttheater Gießen. Kristian Lever, der auch dem Bundesjugendballett angehört, hat für 2019 schon Aufträge für das Tivoli Ballett in Kopenhagen, das Salzburger Landestheater und das Kroatische und Dänische Nationalballett angenommen. Aber in Greifswald gibt es eben Ralf Dörnen, den umtriebigen und gut vernetzten Ballettdirektor. Er hat die beiden angesprochen. Und die haben mit ihrer Zusage nicht gezögert. Denn mit Dörnen verbindet sie eine langjährige Zusammenarbeit. Gewachsen ist sie auch durch Gastspiele im Rahmen von Benefiz-Ballettgalas, wie sie alljährlich auch in Greifswald stattfinden. So wussten beide Choreografen natürlich, dass sie in der Hansestadt ein hochklassiges Ensemble vorfinden, mit dem es sich hervorragend arbeiten lässt.

Zu Beginn der laufenden Spielzeit gab es hier für acht freie Plätze im Ballett 480 Bewerbungen. Greifswald ist in Tanzkreisen mittlerweile nicht nur bekannt, sondern auch begehrt. Die Probenarbeit vollzieht sich meist in englischer Sprache, denn unter den 13 Ensemblemitgliedern ist derzeit kein einziger deutscher Tänzer. Aktuell vereint die Compagnie acht Nationen aus immerhin vier Kontinenten. Deutsche Künstler würden sich kaum noch bewerben, hat Ralf Dörnen festgestellt. Ballett sei eine sehr kraftzehrende Arbeit, sagt er.

Die „Tanzzeit“ als eigenständige Programmform im Spielplan des Theaters Vorpommern existiert mittlerweile seit über 20 Jahren immer am Ende einer Spielzeit. Und sie ist sehr beliebt. Denn sie hat auch etwas ganz Besonderes. Die Zuschauer sitzen nämlich selbst mit auf der Bühne und erleben die Tänzer somit hautnah. Pro Vorstellung werden lediglich 60 Karten verkauft.

Reinhard Amler

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