Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Gemälde zeigt Wallensteins Belagerung
Nachrichten Kultur Gemälde zeigt Wallensteins Belagerung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:24 09.09.2015
Wallenstein belagert Stralsund. Gemälde von Eckhard Buchholz.
Wallenstein belagert Stralsund. Gemälde von Eckhard Buchholz. Quelle: OZ
Anzeige
Stralsund

Der Historienmaler Eckhard Buchholz hat die Belagerung Stralsunds durch Wallenstein im Jahre 1628 in einem Gemälde festgehalten - und zwar sehr dramatisch.

Im Vordergrund des 105 x 84 Zentimeter großen Bildes beratschlagen, geschützt durch Wall und Wehr, Wallenstein und General von Arnim die Erstürmung der Stadt. Links richten Kanoniere das Feuer auf die Stadt. Rechts überbringen Kuriere Eilmeldungen.

Erste Verwundete bei den Kaiserlichen sind zu beklagen. In der Bildmitte versucht das kaiserliche Fußvolk mit Leitern die stark befestigte Stadtmauer zu erklimmen.

Die Verteidiger leisten starke Gegenwehr, aber auch die Stadt fängt Feuer. Die mächtigen Kirchtürme und der kontrastreiche abendliche Himmel im Hintergrund können als Symbol des Willens und der Entschlossenheit der Stralsunder gelten, den Feinden standzuhalten und sich unter keinen Umständen zu ergeben.

Buchholz will das Gemälde als eine Hommage an seine Heimatstadt und ihre Menschen im 17. Jahrhundert gewertet wissen.

Dass die Belagerung Stralsunds im Sommer 1628 während des Dreißigjährigen Krieges tatsächlich mit derart massiver militärischer Gewalt verbunden war, ist nicht belegt. Vielmehr wird heute davon ausgegangen, dass es kaum Kämpfe, dafür aber sehr intensive Verhandlungen gegeben hat.

Der Grund für den Rückzug der Truppen Wallensteins am 24. Juli 1628 war letztlich auch nicht die militärische Überlegenheit Stralsunds sowie seiner dänischen und schwedischen Verbündeten.

Vielmehr soll Pommernherzog Bogislaw XIV. dem Feldherrn versichert haben, dass Stralsund dem Kaiser treu ergeben sei. Das hat Wallenstein wohl gereicht. Somit war sein Rückzug auch keine Niederlage.

Dennoch wurde das Ereignis vom protestantischen Lager mit viel Propaganda ausgeschlachtet. Bis heute feiert Stralsund Wallensteins Rückzug als Sieg.



Jens-Peter Woldt