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Kultur Grüne: Welterbestadt soll sich um Titel Kulturhauptstadt Europas bewerben
Nachrichten Kultur Grüne: Welterbestadt soll sich um Titel Kulturhauptstadt Europas bewerben
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06:51 28.11.2014
Blick vom Turm der Marienkirche auf die Stralsunder Altstadt, die seit 2002 zum Weltkulturerbe der Unseco gehört.
Blick vom Turm der Marienkirche auf die Stralsunder Altstadt, die seit 2002 zum Weltkulturerbe der Unseco gehört. Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

Die Bürgerschaftsfraktion Bündnis 90/Die Grünen schlägt vor, dass Stralsund im Jahre 2025 Kulturhauptstadt Europas wird. Mit einem entsprechenden Antrag während der Bürgerschaftssitzung am 4. Dezember soll Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) damit beauftragt werden, die Bewerbung vorzubereiten.

Die Idee stammt von der Grünen-Abgeordneten Friederike Fechner. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Antrag abgelehnt wird“, sagte die Kommunalpolitikerin am Donnerstag. „Wenn doch, wäre das ein politisches Todesurteil.“

Seit 1985 wird der Titel Kulturhauptstadt Europas von der Europäischen Union vergeben. 1988 war es Westberlin, 1999 Weimar und im Jahre 2010 Essen mit dem Ruhrgebiet.

Es sei nicht nur eine Auszeichnung Kulturhauptstadt, zu sein, sondern auch ein Entwicklungsmotor, „der qualifizierte Arbeitskräfte anzieht, Wachstum in kreativen Gewerben schafft, Arbeitsplätze generiert, Touristen anlockt und eine nachhaltige Begeisterung für Stadt und Region erzeugt“, sagte Friederike Fechner.

Als Welterbestadt der Unesco, als Schnittstelle des skandinavischen, slawischen und deutschen Kulturraums, als Tor zum Baltikum liefere Stralsund viele Argumente für den Titel Kulturhauptstadt Europas.

Fechner bezeichnete Stralsund „als lebendiges Museum und unschätzbares Zeugnis der Vergangenheit“. Als Beispiele führte sie das  wertvolle Stadtarchiv, die Backsteingotik und die einzigartige Orgeln an.

Nach Angaben von Jürgen Suhr, Vorsitzender der Bürgerschaftsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Stralsund, benötigten die bisherigen Kulturhauptstädte einen riesigen Etat. Lille in Frankreich habe 2004 mit 73,4 Millionen Euro geplant. Reykjavik (Island) sei mit 7,9 Millionen Euro ausgekommen.

Essen benötigte 2010 61 Millionen Euro. 18 Millionen Euro stellte der Bund zur Verfügung, jeweils 12 Millionen das Land Nordrhein-Westfalen und der Regionalverband Ruhr, sechs Millionen die Stadt Essen und 1,5 Millionen die Europäische Union. Der verbleibende Betrag in Höhe von 11,5 Millionen Euro wurde von privaten Sponsoren eingeworben.

Die Initiatoren gehen davon aus, dass Stralsund als Kulturhauptstadt von der gesamten Region unterstützt wird. Die Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Grünen will einen entsprechenden Antrag auf der nächsten Sitzung des Kreistags Vorpommern-Rügen stellen. Denkbar wäre auch, das Stralsunds Welterbe-Schwester Wismar mit ins Boot geholt wird.



Jens-Peter Woldt