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Kultur „Ich arbeite wie ein Bildhauer, nur zweidimensional“
Nachrichten Kultur „Ich arbeite wie ein Bildhauer, nur zweidimensional“
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17:02 23.08.2019
Der Künstler Rando Geschewski vor seinem Werk „Pat“ in der Galerie Joost van Mar in Rostock-Warnemünde. Quelle: Thorsten Czarkowski
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Rostock

Der Ausstellungstitel klingt poetisch und er hat durchaus einen tieferen Sinn. „Wunder. Schnee. Danken.“ heißt die Schau von Rando Geschewski, die bis 22. September in der Kunstgalerie Joost van Mar in Rostock-Warnemünde zu sehen ist. Mit „Wunder. Schnee. Danken.“ ist der Atelierstandort von Rando Geschewski gemeint. Zurück geht diese Bezeichnung auf ein neues internationales System der Georeferenzierung, es heißt „what3words“ und teilt die gesamte Erdoberfläche in Standorte von jeweils drei mal drei Metern ein. So bekommt jeder Ort auf dieser Erde, auch dann, wenn er keinen Straßennamen hat, eine genaue Zuordnung. Diese wird aber nicht mit Koordinaten auf Zahlenbasis beschrieben, sondern nur mit drei Wörtern. Auch das in Warnemünde gelegene Atelier von Rando Geschewski, in diesem Fall steckt hinter der von „what3words“ vergebenen Ortsbezeichnung auch eine Poesie. „Wunder, Schnee. Danken“ fordert die Fantasie heraus. „Mir hat es so gut gefallen, weil es so poetisch und geheimnisvoll klingt“, so der Künstler.

Das Geheimnisvolle setzt sich in den ausgestellten Werken fort. 17 Arbeiten hat Rando Geschewski zusammen mit dem Galeristen Alexander Gehrke für diese Schau ausgewählt. Zu sehen sind Arbeiten, die zumeist jüngeren Datums sind. Manchmal sind es verfremdete Stadtansichten, manchmal technisch anmutende surreale Landschaften, dazu auch Porträts. In der Schau zu sehen ist das Werk „Magnitogorsk“, das vom Künstler in einer fast intuitiven Weise geschaffen wurde, dazu bedient sich Rando Geschewski einer originären Gestaltungstechnik, die den italienischen Sgraffitowerken der italienischen Renaissance ähnlich ist. Für diese „Kratztechnik“, so könnte man sie auch beschreiben, trägt der Künstler zunächst Schichten von Tusche und Ölfarbe auf eine Folie auf, um danach das Motiv mit einer Klinge herauszuschälen. Es ist ein langes und kreatives Wechselspiel von Übermalen und Freigeben. „Eigentlich arbeite ich wie ein Bildhauer, nur zweidimensional“, so der Künstler. Die fantasievollen Motive fordern auch die Imaginationskraft de Betrachters heraus, manchmal gibt der Titel eine Richtung vor, so wie eben bei „Magnitogorsk“, „Cumulus“ oder „Hawk“. Bei letzterem kann der Betrachter schließlich seine Deutung selbst vornehmen – ist es ein Habicht (so die deutsche Übersetzung von „Hawk“) oder ist es eine Meereswoge, die sich hier auftürmt?

Diese Mischung von figurativen und abstrakten Elementen macht eben das Geheimnisvolle aus, das die Werke von Rando Geschewski umgibt, die Spannung zwischen strengen technischen Anordnungen und ihrer Auflösung durch störende Elemente. Bei dem Werk „Babel“, ebenfalls in dieser Ausstellung zu sehen, ist der biblische Themenbezug nicht sogleich sichtbar, er entsteht erst in der eigenen Deutung des Werkes.

Auch wenn’s vielleicht ein bisschen zu pathetisch klingt, spricht Rando Geschewski von der Kraft, die ihn bei der Arbeit antreibt: „Ich habe das Gefühl, Welten zu erschaffen“, sagt der Künstler.

Ausstellung „Wunder. Schnee. Danken.“, Gemälde und Zeichnungen von Rando Geschewski, zu sehen in der Kunstgalerie Joost van Maar Warnemünde (Alexandrinenstraße 52), zu sehen bis zum 22. September, geöffnet donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr

Von Thorsten Czarkowski

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