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Kultur Idyllisch, teuer oder arschkalt: Die schönsten und nervigsten Wege, zur Ostsee zu fahren
Nachrichten Kultur Idyllisch, teuer oder arschkalt: Die schönsten und nervigsten Wege, zur Ostsee zu fahren
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17:34 02.07.2019
OZ-Kolumnistin Leni Rabbel am Warnemünder Strand. Wenn der Weg von Berlin nur nicht so lang wäre. Quelle: Anna-Lena Rabbel
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Berlin/Rostock

Berlin: 40 Grad und drückende Luft. Der Schweiß tropft, mein kleiner Ventilator kämpft einen schon verlorenen Kampf. Als ich noch in Rostock gewohnt habe, verstand ich den Satz „Es ist viel zu heiß!“ nie. Hitzewelle in Deutschland? Ab an den Strand. Jetzt klebe ich an meinem Sofa in Berlin und versuche mir den Lernstoff von einem Semester in einer Woche zuzuführen, aber mein Kopf funktioniert bei diesen Temperaturen nicht. Ich merke, ich brauche eine Abkühlung, ich muss an die Ostsee.

Seit Sommerbeginn entfliehe ich der Großstadt fast jedes Wochenende, fast immer unter Gelächter meiner Freunde an beiden Orten. Gerade sitze ich auf der Rückbank meiner Mitfahrgelegenheit. Mit zwei Freunden, die im selben Boot, beziehungsweise Auto sitzen und auch immer pendeln und wir tragen unsere Meinungen zu den verschiedenen Wegen ans Meer zusammen.

So zeigt sich Leni bei Instagram:

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Fernbus: subtropisches oder arktisches Klima

Die günstigste Variante ist in jedem Falle der Fernbus, deshalb ist er auch häufig meine erste Wahl. Ich kann die lustigen Ansagen am Anfang fast mitsprechen. Der Bus ist immer voll und es herrscht entweder ein subtropisches oder arktisches Klima. Die Angst beginnt, sobald man einen Fensterplatz – natürlich nicht zu nah an der Toilette – ergattert hat.

OZ-Kolumnistin Leni Rabbel Quelle: Anna-Lena Rabbel

Die Taktik für eine ungestörte Fahrt lautet: den Rucksack auf den Platz neben sich stellen, Kopfhörer rein und möglichst desinteressiert weggucken. Leider zieht sie bei mir fast nie, ich bin ein schlankes Mädchen, das dementsprechend wenig Platz wegnimmt. Kaum hat sich der eine Mensch, der im häufigsten Fall das Auftragen von Deodorant als eine adäquate Alternative zum Duschen empfindet, neben mich gesetzt ,geht die Fahrt los. Nach spätestens einer halben Stunde kommt die Ansage: „Wir machen eine halbe Stunde Pause!“ Ich weiß, dafür können die Fahrer nichts, aber es nervt trotzdem. Wenn man nach circa vier Stunden – wahlweise durchgeschwitzt oder halb erfroren – ankommt, hat man Erholung wirklich bitter nötig. Und hofft, dass das eigene Gepäck noch da ist.

Eigenes Auto oder Mitfahrgelegenheit

Auf den ersten Blick spricht viel für das Autofahren: die Abfahrtszeit ist flexibel, man fährt von Tür zu Tür, kann den Kofferraum so voll beladen wie man möchte und seine eigene Musik auf voller Lautstärke hören. Aktuell erschweren einem allerdings sechs Baustellen, zahlreiche Staus verursacht durch eben diese, oder Ferienanfänge in gefühlt sämtlichen Bundesländern den Weg. Umweltfreundlich ist diese Variante der Anreise auch nicht wirklich. Ein wenig ökologischer ist die Mitfahrgelegenheit. Meist sind die Fahrer männliche Pendler um die 40, die Witze über Löcher in den Jeans lustig finden und Kopfhörer nicht als internationales Zeichen für „Ich-will nicht-reden“ verstehen. Im schlechtesten Fall ist man drei Stunden in einem Gespräch gefangen, in dem man versucht, augenzwinkernde Fragen über das eigene Liebesleben souverän zu übergehen.

Blick aus dem Autofenster auf die vorbeiziehende Landschaft. Quelle: Anna-Lena Rabbel

Anreise mit dem Zug: Schön, aber teuer

Ach, der Zug – der ist mein liebstes Verkehrsmittel. Man hat genügend Beinfreiheit, einen Tisch zum arbeiten und kann sich zwischendurch die Beine vertreten. Wenn mir mein Sitznachbar nicht passt, kann ich das Abteil wechseln und die vorbeiziehende Landschaft ist wunderbar idyllisch. Das große Problem ist hier aber der Preis. Wenn man keinen Sparpreis findet, zahlt man gerne knapp 50 Euro für die Fahrt – und das mit Regionalexpress und ohne Sitzplatzgarantie. Ein kleiner Tipp, online findet man häufig bessere Angebote als in der App.

Wenn die Deutsche Bahn tatsächliche eine Fahrt ohne Verspätung bewerkstelligt und die Klimaanlage nicht von plötzlichen Temperatursteigerungen im Hochsommer überfordert ist, stellt Zugfahren eine sehr angenehme Art des Reisens dar.

Aber, egal für welche Möglichkeit man sich entscheidet, Vor- und Nachteile haben alle, am Ende zählt doch tatsächlich nur eins: Endlich wieder am Meer sein.

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Leni Rabbel

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