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Kultur Im Musikland MV klingt es stiller als anderswo
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00:00 10.04.2013
Macht Spaß: Lara Präkelt (8) aus Kalkhorst nahm im Januar bei „Jugend musiziert“ teil. Quelle: Jana Franke
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Rostock

Mit dem Begriff „Musikland“ wird für Mecklenburg-Vorpommern geworben. Doch die Zahlen zur musikalischen Aktivität hierzulande klingen ernüchternd. Nur in elf Prozent der Haushalte wird musiziert, damit liegt MV im Bundesländervergleich — vor Brandenburg und Berlin — auf dem drittletzten Platz und weit unterm Bundesdurchschnitt von 17,7 Prozent. Spitzenreiter sind dagegen Baden-Württemberg (25,3 Prozent), gefolgt von Bremen und Bayern.

Diese Zahlen präsentierte am Vorabend der heute beginnenden Frankfurter Musikmesse die Society of Music Merchants (SOMM) in ihrem „Musizieraltlas Deutschland“. Der beruht auf einer schriftlichen Befragung von 11 163 repräsentativ ausgewählten Bürgern durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

SOMM-Geschäftsführer Daniel Knöll sieht im Nord-Süd-Gefälle der Musizierdichte Deutschlands „große Potenziale“: „Warum sollten solche Werte, wie es sie im Süden gibt, nicht auch im Norden zu schaffen sein? Zumal wir wissen, dass sich jeder dritte Deutsche für Musikinstrumente interessiert.“ Dazu, so Knöll, müssten aber musikalische Früherziehung und der Musikunterricht in den Schulen „wieder verstärkt gefördert werden beziehungsweise stattfinden“.

Edgar Sheridan-Braun, Direktor des Rostocker Konservatoriums, an dem die Zahl fester Lehrerstellen in den vergangenen Jahren wie in anderen Musikschulen zurückging, sieht das nicht anders. Er meint:

„Geben Sie mir mehr Personal, dann können wir mehr Schüler aufnehmen und mehr ‘Jeki‘-Projekte machen.“ Die Abkürzung „Jeki“ steht für die Initiative „Jedem Kind ein Instrument“, mit der seit einigen Jahren auch in Rostocker Neubaugebieten Instrumentalausbildung für rund 120 Kinder ohne Zugang zu einer Musikschule angeboten wird. Denn längst nicht jeder, der möchte, kann ein Instrument lernen.

Das Rostocker Konservatorium hat neben seinen 1500 Schülern eine Warteliste von knapp 400. Für Schwerin sieht die Warteliste ähnlich aus, sagt Sheridan-Braun.

Auch wenn man die unterschiedlichen Bevölkerungszahlen in Baden-Württemberg (10,8 Mio.) und MV (1,6 Mio.) berücksichtigt, klingen die Zahlen zur musikalischen Ausbildung hierzulande bescheiden. Laut Dirk Mühlenhaus, Bildungsreferent im Verband deutscher Musikschulen (VdM), gibt es im Südwesten knapp 210 000 Musikschüler an 215 Musikschulen des Verbandes, im MV dagegen 19 000 Musikschüler an 19 Schulen. Sheridan-Braun: „Es müsste hier mehr Geld ins System.“ Auch der Instrumentenbranche kann das nur recht sein. Sie schrumpft, weshalb sich für die Frankfurter Messe in diesem Jahr nur noch 1384 Aussteller aus 51 Ländern angemeldet haben — 150 weniger als im Vorjahr. Gewachsen ist dagegen die Begleitmesse Prolight + Sound, in der es um Studio und Veranstaltungstechnik geht.

• Animierte Karte unter:

www.ostsee-zeitung.de

Dietrich Pätzold

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