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Kultur In Rügens Müther-Bauten steckt Musik
Nachrichten Kultur In Rügens Müther-Bauten steckt Musik
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10:58 19.09.2015
Carolina Eyck gab das Abschlusskonzert im Binzer Wachturm am „Theremin“, einem modernen Instrument.
Carolina Eyck gab das Abschlusskonzert im Binzer Wachturm am „Theremin“, einem modernen Instrument. Quelle: Uwe Driest
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Binz

Die Festspiele MV besuchen in diesem Jahr „unerhörte Orte“ – Orte, an denen sonst keine klassische Musik erklingt und bespielen sie mit einem eigens dafür entwickelten Programm. Jetzt war die Serie in verschiedenen Bauten des Architekten Ulrich Müther auf Rügen zu Gast, unter anderem in Binz und Baabe.

„Die Bauten der Nachkriegs-Moderne von Ulrich Müther werden allgemein zu gering bewertet“, lautete das Fazit von Matthias Ludwig. Der Professor und Leiter des Müther-Instituts an der Hochschule Wismar führte am Donnerstag im Binzer Haus des Gastes in das Thema ein. Müther (1934-2007) in Binz geboren und gestorben, baute mehr als 50 Schalen-Bauwerke und wurde dadurch zu einem Exponenten der architektonischen Moderne. Zu vier der zwölf Rügener Objekte führte im Anschluss an den Vortrag die Rundfahrt im amerikanischen Schulbus: Die Strandwache und das Buswartehaus von Binz, das Inselparadies in Baabe sowie das Schwimmbad im Cliff-Hotel, dem ehemaligen Refugium des ZK der SED in Sellin.

Das Finale der Tour zu den „Unerhörten Orten“ der Insel bildete ein Konzert im Binzer Rettungsturm, der manchen Betrachter an ein Ufo erinnert. Dazu passend spielte Carolina Eyck das futuristische Instrument Theremin, bei dem der Ton berührungslos durch die Position der Hände erklingt. Ergänzt um allerlei technische Finessen wie einer Loop-Station, mittels derer soeben aufgenommene Intervalle in einer Endlosschleife laufen, entführte die junge Frau die kleine im Ufo versammelte Gruppe mit dem Gesang einer Sirene in sorbischer Sprache über den Horizont der Ostsee hinaus.



Ziebarth, Anne Friederike