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Kultur Jason Mraz – zwei Sommerabende im Winter
Nachrichten Kultur Jason Mraz – zwei Sommerabende im Winter
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11:33 04.02.2019
Alles was man braucht, ist Liebe: Der Sänger Jason Mraz kommt mit einem Paket Lovesongs für zwei Konzerte nach Deutschland.
Alles was man braucht, ist Liebe: Der Sänger Jason Mraz kommt mit einem Paket Lovesongs für zwei Konzerte nach Deutschland. Quelle: Warner Bros.
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Es ist der Rat eines der Pop-Ältesten. „Ac-cen-tchu-ate the Positive“ sang Bing Crosby 1944 im Kino: “Du must das Positive betonen, das Negative eliminieren, dich am Bejahenden festhalten und – leg dich nicht mit Mister Zwischendrin an.“

Lebt Jason Mraz hinterm Mond der Liebe?

Einer, der das schon immer beherzigt, ist der amerikanische Sänger Jason Mraz. Der 41-Jährige aus Mechanicsville, Virginia, seit seinem Hit „I’m Yours“ von 2008 auch bei uns ein Name, ist auf seinem sechsten Studioalbum „Know.“ so rundheraus positiv, dass man meinen könnte, er lebe anderswo als in unserer bösen Welt, irgendwo hinterm Mond der Liebe.

Mit den Mitgliedern der Folktruppe Raining Jane, mit denen er seit 2007 zusammenarbeitet, hat Mraz das Lagerfeuer der Romantik entzündet. Alles klingt nach Sonnenuntergang am Strand, wenn die Surfer ihre Boards in den Sand gezogen haben und sich wünschen, alle netten Mädchen der Welt könnten California Girls sein. Oder nach einem Tanz mit der Liebsten in der Wüste, im Licht der Autoscheinwerfer, wie ihn Mraz in „Let’s See What The Night Can Do“ beschreibt.

Der Nachfolger von „Yes!.“ (2014) ist voller Pop fürs Gefühl wie einst das Debütalbum von Air Supply oder eine Best-of von Bread. Wer ihn noch nicht kennt: Mraz‘ Art, folkige Strukturen mit Raps zu verquicken („More than Friends“) könnten auch der Ed-Sheeran-Gemeinde gefallen. Auch der Brite akzentuiert ja mit Vorliebe das Positive.

Unter dem positiven Herzbanner geht Jason Mraz auf Tour

Ein buntes Herz ist das Covermotiv von „Know.“ Und mit diesem positiven Banner geht Mraz jetzt auf Tour. Am 27. Februar kommt er in die Berliner Verti Music Hall, am 2. März ins Kölner Palladium. „Der vielleicht entspannteste Songwriter der Welt feiert das Leben“, schrieb das Fachblatt „Rolling Stone“ zum jüngsten Album. Jetzt soll das auch live gelten. Ein bisschen Sonne in deutschen Saalnächten für die weltpolitisch Verunsicherten und vom Winterwetter Verfrorenen.

Dass Mraz indes kein süßlicher Hinfortsäuseler der herben Zeiten ist, der auf seiner Avocadofarm die Trump-Jahre verschläft, beweist er indes nicht nur mit der Jason Mraz Foundation, die sich seit 2011 für Menschenrechte, Umweltschutz und Bildung einsetzt. Im letzten Song des Albums „Love is the Answer“ stellt Mraz – positiv - die Frage: „Dieses schöne Leben, wofür haben wirs – um den Frieden zu meistern oder den Krieg?“

Die frohe Botschaft: „Was wir träumen können, können wir auch sein.“

„If we dream it, we can be it“, variiert er in „No Plans“ eine Songzeile aus der „Rocky Horror Show“. Uneinsam will er seine Zuhörer machen, verrät er im Song „Unlonely“, eine Einheit aller erzeugen, wie es Pop und Rock immer wollten, bevor sie zur unbemerkten Überallmusik wurden. Und zwar mit Liebesliedern, denn „love isn’t silly at all“ wie es Paul McCartney, eindeutig auf einer Linie mit Bing Crosby, einst mit den Wings versicherte.

Wer seinem/seiner Liebsten also schon mal ein wenig Sommer im Winter verschaffen will oder noch nicht weiß, was er am übernächsten Donnerstag (14. Februar) zum Valentinstag auf den Nachttisch legt. Die Platte mit dem Herzen, alternativ zwei Konzertkarten mit zwei Herzen seien ihm/ihr wärmstens empfohlen. Respektive ans Herz gelegt.

Album: Jason Mraz: „Know.“ (Warner)

Livetermine: 27. Februar – Berlin, Verti Music Hall; 2. März – Köln, Palladium

Von Matthias Halbig / RND