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Kultur Kai Klahre zeigt seine Arbeiten in Greifswald
Nachrichten Kultur Kai Klahre zeigt seine Arbeiten in Greifswald
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17:57 12.03.2019
Künstler Kai Klahre in seiner Schau „Öldurst“ in der Greifswalder Galerie Schwarz vor seinem Triptychon: Friedrichs Wächter (2019). Quelle: Stefanie Büssing
Greifswald

Was macht man den ganzen Tag, wenn man zu einem Leben in der Unterwelt verdonnert wird? Diese Frage stellte sich vermutlich der Nürnberger Künstler Kai Klahre bei seinem Werk „Memories of Orpheus“ (2018) der den Protagonisten der griechischen Mythologie als Maler mit freiem Oberkörper, Farbklecksen und heruntergelassenen Hosenträgern zeigt, wie er ein Zigarettchen raucht. Es ist jener subtile Humor, der Klahres Bildern entspringt. So wie der „Konquistador“, der als Maler mit Papiertütchen im Dschungel einen erbitterten Kampf mit seinem Material ausficht. Bis zum 11. Mai ist die Schau „Öldurst“ von Kai Klahre in der Greifswalder Galerie Schwarz zu sehen.

Insgesamt 16 Bilder, die zwischen 2017 und 2019 entstanden sind, darunter Zeichnungen und großformatige Öl-Arbeiten auf Aluminium, hat Klahre mit nach Greifswald gebracht. „Das Malen auf dem harten Metall ist einfach direkter“, sagt der 38-Jährige. „Auf der glatten Platte gibt es keine Oberflächenstruktur, sodass ich die volle Bandbreite der Malerei ausloten kann, von der feinsten Unschärfe bis hin zum groben Farbauftrag.“ Sein Faible für das Material, entdeckt er durch seine Mutter, eine Bauzeichnerin, die in einer Firma tätig ist, die mit Metall arbeitet. „In der Werkhalle haben mich schon damals die großen Platten begeistert“, erinnert sich Klahre. „Bis heute finde ich Aluminium total faszinierend.“

„Von der Zeichnung kommen meine Ideen, die Grundformen und Kompositionen“

Von 2003 bis 2005 studiert Klahre freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Er ist unter anderem Meisterschüler von Thomas Hartmann, der im hinteren Teil der Galerie anlässlich seines neuen Katalogs ebenfalls vertreten ist. Aber Klahre durchläuft auch eine strenge Zeichenschule, die das Fundament seiner Arbeiten bildet. „Von der Zeichnung kommen meine Ideen, die Grundformen und Kompositionen“, erklärt er. Seine Zeichnungen übersetzt er als Bildidee in die Malerei. „Ich mache zuerst eine grobe Ölzeichnung, dann fängt das Bild an, frei zu werden und macht seine eigene Welt auf“, sagt Klahre. Von der Zeichnung kommt der Künstler zur Fläche, von der Fläche, durch feine Linien schließlich zurück zur Zeichnung.

„Auf den ersten Blick scheinen es reale Bildräume zu sein, die Klahre schafft. So wie seine Waldansichten, die immer wieder auftauchen. „Es sind Lieblingsorte, an die ich mich erinnere“, sagt der Künstler, der 1981 in Halle geboren wird und im bayerischen Böhmerwald aufwächst. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich das Irreale in Klahres Bildwelten. Mithilfe von Farben und Schatten schafft er räumliche Brüche, setzt Landschaften in Szene, die so nicht existieren. Oft wirken seine Bildräume, die zumeist von einzelnen Menschen oder Tieren bevölkert sind, verschwommen und unscharf.

Die Schau „Öldurst“ ist bis Mitte Mai in der Galerie Schwarz zu sehen

„Bei den Figuren geht es mir nicht darum, Geschichten zu erzählen“, sagt Klahre. Wichtiger seien Körperhaltung und Komposition sowie das Spiel aus Form und Farbe. Etwa, wenn er weiße Plastikstühle in einen Wald stellt und sie mit bunten Ballons dekoriert. Die Relikte der Kindheit, die runden Formen der Ballons, das weiß der Stühle, das sich bei Klahre in den Baumstämmen wiederfindet, all das fügt sich auf dem Aluminium zu einer stimmigen Gesamtkomposition zusammen.

„Ich werde oft selbst von meiner Malerei überrascht“

„Das Skurrile ist, dass ich oft selbst von meiner Malerei überrascht werde und immer wieder neue Dinge entdecke“, sagt er. „Mich faszinieren die schrägen Kompositionen und der Ideenreichtum auf seinen Bildern“, sagt Galerist Hubert Schwarz, der seit zehn Jahren mit dem Künstler zusammenarbeitet.

Zur Person

Kai Klahrewurde 1981 in Halle (Saale) geboren und wuchs im Bayerischen Wald auf. Er besuchte 2000 das Freie Institut für Kunst und Design in Neustadt und absolvierte von 2003 bis 2005 ein Studium der freien Malerei in Nürnberg. Die Schau „Öldurst“ ist bis 11. Mai in der Galerie Hubert Schwarz zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag jeweils 13 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr sowie nach Vereinbarung. Zu sehen sind zudem Arbeiten des Malers Thomas Hartmann anlässlich seines neuen Katalogs.

Seiner Faszination für die menschliche Form und das Arbeitsmaterial Metall verleiht Klahre auch beim Modellieren filigraner Bronze-Skulpturen Ausdruck. „Vom Zeichnen zum Modellieren, das war für mich ein logischer Schritt“, sagt er. Und so wirken seine oft als Akte in Szene gesetzten Figürchen, als seien sie soeben seinen Bildern entstiegen. Auch dreidimensionale Miniatur-Bühnenbilder seiner Landschaften hat der Künstler nachgebaut. „Wenn man die fotografiert, sehen sie wieder aus, wie meine Bilder“, sagt er mit einem Lächeln.   

Stefanie Büssing

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