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Kultur „Killing Eve“ und mehr DVD-Tipps
Nachrichten Kultur „Killing Eve“ und mehr DVD-Tipps
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20:30 23.04.2019
Quelle: iStockphoto
Hannover

Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen. Alles in „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ ist so finster wie damals, als Alfonso Cuarón mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (2004) Horrorelemente in die zuvor eher märchenhafte Fantasyrevue nach den Romanen Joanne K. Rowlings brachte. Die Gruselatmosphäre stellt aber diesmal kein Wagnis dar, muss das Publikum doch nicht mit diesen Helden groß werden.

Der magische Tierschützer Newt Scamander (Eddie Redmayne) und seine Freunde sind schon erwachsen, als sie in die magische Verschwörung hineingeraten. In der der böse Zauberer Gellert Grindelwald (Johnny Depp) von reinblütigen Zauberern als Herrenrasse träumt. Yates‘ nunmehr sechster Film aus dem Potterversum ist detailschön – wirkt aber auch, als hätte ein 1000-Seiten-Roman Rowlings in einen zweieinviertel Stunden langen Film gequetscht werden müssen.

Schnelle Schnitte, verwirrend viel Personal, Szenengewitter. Durchatmen kann man erst, wenn man der Türme von Hogwarts ansichtig wird und dort Albus Dumbledore (jungenhaft: Jude Law) seinen Ex-Schüler Newt mit der Mission Weltrettung betrauen möchte. Da schweben dann wieder die Kerzen im Speisesaal. Posteulen gleiten durch die Flure. Hach!

Phantastische Tierwesen – Grindelwalds Verbrechen Quelle: Warner

Bohemian Rhapsody. Der Vier-Oscar-Film „Bohemian Rhapsody“ ist die Superheldengeschichte einer Band, schließlich hat „X-Men“-Regisseur Bryan Singer Regie geführt. Es gibt hier viele Gute und einen Schurken, der Freddie (Rami Malek) von Queen trennen will. Die Band besteht aus vier Freunden, die sich als Familie begreifen und meist nett zueinander sind. Gefechte laufen so harmlos ab wie bei den Beatles, als diese im Film „A Hard Day’s Night“ (1964) eine Comedy-Variante ihrer selbst spielten. Sex und Drugs sind auch weitgehend gestrichen.

Der ganze gefährliche Rock-’n’-Roll-Zinnober ist hier nur nettes Sissi-Zeug für Familienunterhaltung. Und wenn die Kamera ihren Blick über das „Live-Aid“-Publikum im Wembley-Stadion gleiten lässt, ist kein Queen-Skeptiker zu finden, der brummig ins Bier stierte. Ausnahmslos alle singen, feiern, schauen sich treuherzig in die Augen wie Susi und Strolch beim Spaghettidinner.

„Bohemian Rhapsody“ ist Rami Maleks Film. Der Sohn ägyptischer Eltern hat sich Haltung, Posen und Performance Mercurys exakt erarbeitet und verdient den diesjährigen Hauptrollen-Oscar errungen. Showtime! Die inneren Konflikte Mercurys – Entfremdung, Einsamkeit, Erkenntnis der Homosexualität – spielt Malek überzeugend, auch wenn dem Drehbuch zum Frühlingserwachen nicht mehr eingefallen ist als verstohlene Blicke auf knackige Kerlehintern.

Bohemian Rhapsody Quelle: 20th Century Fox

Killing Eve – erste Staffel. Zwei Frauen, eine wechselseitige Besessenheit und eine Jagd. Die Serie „Killing Eve“, die der britische „Guardian“ zur besten Fernsehserie des Jahres 2018 erkor, erzählt von einer Auftragsmörderin und einer schusseligen MI-5-Mitarbeiterin, die als einzige auf die Idee kommt, die Ermordung eines russischen Politikers in Wien könnte auf das Konto einer Frau gehen.

Da die Assassinin Oksana, die sich selbst Villanelle nennt, die junge Begleiterin des russischen „Ziels“ nicht auch getötet hat, dies aber vor deren Zeugenaussage in London nachholen muss, gerät sie in die Nähe von Eve, die ihrem Vorgesetzten Bill sowieso noch nie geglaubt hat, dass ihr Spionagejob langweilig sei. Ein Blutbad später wird Eve zunächst wegen Unfähigkeit entlassen und dann – geheim selbst vor ihrem ehemaligen Abteilungsleiter – auf Villanelle angesetzt.

Es geht Bond-mäßig um die Welt, die begleitende Popmusik ist auserlesen, Sandra Oh („Grey’s Anatomy“) und Jodie Comer („Doctor Who“) liefern sich ein erstklassiges Duell und Humor benetzt diese Geschichte wie ein Parfum. Bis in die Nebenrollen ist „Killing Eve“ mit erstklassigen Darstellern wie Kim Bodnia, Fiona Shaw und David Haig besetzt. Unbedingt anschauen!

Killing Eve – erste Staffel Quelle: Universal

12 Uhr mittags. Schwarzweiß, straff, anrührend, unheroisch, moralisch und eigentlich ein einziger aufregender Showdown. Der Western aller Western. Der große, umwerfend attraktive GaryCoopCooper mit dem Blick des Entschlossenen und Enttäuschten, der Inbegriff des Mannes, der tut, was ein Mann tun muss. Und der keinen findet, der mit ihm tun zu müssen glaubt, was für den Sieg des Guten wichtig wäre.

Dazu immer wieder die Uhr, deren Ticken der Tod ist, Sensen die Zeiger. Und natürlich die wehmütige Musik: „Do not forsake me ...“ Fred Zinnemanns „12 Uhr mittags“ (1952) ist eine perfekte Filmkomposition. Die Geschichte ist nur zufällig Western, ein allgemein gültiges Drama, vorstellbar in vielen Milieus. Es geht um den Banditen Frank Miller, der per Zug anreist, um den Marshal zu töten, den frisch verheirateten Will Kane, der den Stern des Gesetzes einen Tag länger trägt als geplant und um seine Quäkerbraut (Grace Kelly), die am Ende die Liebe über ihr Gewissen stellt.

Die „High Noon“-Edition enthält filmhistorische Juwelen - ein Gespräch mit Fred Zinnemann aus dem Jahr 1982 und ein Portrait von Cooper, der mit „High Noon“ einen zweiten Superstar-Frühling begann.

12 Uhr mittags Quelle: Arthaus/Studiocanal

Anon. Im England einer nahen Zukunft ist alles überwacht, alles unter Kontrolle. Es gibt keine Verbrechen mehr, aber auch keine Leidenschaft. Eines Tages begegnet der Polizist Sal Frieland (Clive Owen) auf der Straße einer Frau ohne Daten, die sich als geniale Datenmanipulatorin erweist. Anon (Amanda Seyfried) – der Name steht für „Anonymous“ kann peinliche oder gefährliche Erinnerungen verschwinden lassen und ersetzen.

Die Meisterhackerin nimmt nur Bargeld, benutzt nur analoge Geräte und macht es der Behörde unmöglich, sie aufzuspüren. Für Frieland ist sie die Hauptverdächtige in einer rätselhaften Mordserie. „Anonymität ist der Feind“ lässt Niccol Frielands Vorgesetzen (Colm Feore) sagen und erschafft eine furchterregende gläserne Welt, bei deren Ansicht der Zuschauer zu frösteln beginnt.

Die totale Überwachung schafft reservierte Menschen in Einsamkeitsbüros, Einsamkeitswohnzimmern und Einsamkeitsschlafzimmern. Die Farbgebung des Films ist kalt: schwarz, chrom, betongrau. Die Musik ist ein kühles Sickern, Gluckern, Strudeln. Alles passt - Regisseur Andrew Niccol gestaltet eine Sphäre, die dem Zuschauer Unbehagen bereitet, Furcht einflößt, einen stylischen Datenalbtraum, der den Rahmen bildet für einen kleinen Noir-Thriller um eine geheimnisvolle Femme fatale und einen traurigen Polizisten, der seine Familie verloren hat.

Niccol macht das gut, aber er kann es besser. Sein Name steht für Meisterwerke der Science-Fiction: Er hat „Gattaca“ (1997) geschrieben und gedreht und das Drehbuch zur „Truman Show“ (1998) verfasst.

Anon Quelle: Koch Media

Under The Silver Lake. Sarah (Riley Keough) ist Sams Traum, sie schwimmt im Pool wie eine Meerjungfrau, sie hat ein Tausend-Watt-Lächeln und eine Art, dass man nach Minuten am liebsten das ganze Leben mit ihr verbrächte. Als der arbeitslose Spanner (Andrew Garfield) sie anderntags wiedersehen will, ist sie allerdings verschwunden, ihre Wohnung ausgeräumt.

Ein Hitchcock-Rätsel, serviert von David Robert Mitchell, dem Regisseur des hochgelobten Horrorfilms „It Follows“. Der Verlassene geht auf die Suche, findet an Sarahs Wand eine merkwürdige Doppelraute gekritzelt. Sam glaubt an ein Zeichen Sarahs für ihn und begibt sich auf eine Odyssee durch ein skurriles Los Angeles. In der Stadt der Engel gibt es offenbar auch dämonische Existenzen.

Indes unternimmt Mitchell hier keinen neuerlichen Trip in die „Twilight Zone“, er vermischt Film Noir mit Komödie. Jede Rätsellösung führt zu neuen Geheimnissen. Irgendwann hat man das Gefühl, der Held könnte auch leer ausgehen. Und dennoch wünscht man sich, dass dieser (wahn)witzige Film kein Ende findet.

Under The Silver Lake Quelle: Universum

A Private War. Sie war die Journalistin mit der Augenklappe, das schwarze Stück Stoff wurde ihr Markenzeichen, wie es das des israelischen Außenministers Moshe Dajan gewesen war oder des amerikanischen Westernregisseurs John Ford. Die Verletzung hatte sich Marie Colvin während eines Gefechts in Sri Lanka zugezogen, von wo sie vom Unabhängigkeitskampf der tamilischen Rebellen berichtete.

Von diesem Punkt aus erzählt der Dokumentarfilmer Matthew Heineman die Geschichte der Kriegsreporterin für die „Sunday Times“, bis sie schließlich 2012 unter Beschuss im syrischen Homs starb. Er arbeitet die Motivation Colvins heraus, die privilegierte Welt der gern zur Seite schauenden Wohlstandsländer mit den Folgen der oft von ihnen verursachten oder unterstützten Konflikte zu konfrontieren. „Die Angst“, verrät sie in einem Interview, „kommt hinterher“.

Heinemans Biopic ist der Wahrheit auf der Spur, er verkneift sich deshalb fiktionalisierte Zuspitzungen, inszeniert nüchtern, kühl, journalistisch und schafft neben einem beeindruckend sachlichen Porträt zugleich ein schreiendes Plädoyer für Pressefreiheit und Presseerhalt in Zeiten, in denen Informationsmüdigkeit herrscht oder Informationen aus zweifelhaften digitalen Quellen gezogen werden. Rosamund Pike („Gone Girl“) macht die Getriebenheit und Unbedingtheit ihrer Figur deutlich. Es ist die Rolle ihres (bisherigen) Lebens.

A Private War Quelle: Ascot Elite

Spinning Man. Ein Mädchen wird vermisst. Der Volvo eines Philosophieprofessors wurde am Ort und zum Zeitpunkt des Verschwindens gesehen. Die Polizei scheint Evan Birch (Guy Pearce) schnell für den Hauptverdächtigen zu halten. Und der Zuschauer wird von Regisseur Simon Kaijser ebenfalls in diese Haltung geschubst.

Der Prof hat möglicherweise Studentinnen „sexuell ausgenutzt“, er stellt sich im Baumarkt vor, es mit der attraktiven jungen Verkäuferin zu treiben, vor allem aber sieht er in seinen Träumen, wie ein Mädchen durch einen Wald rennt – sichtlich in Angst. Er verhält sich überdies seltsam gegenüber seiner Frau, den Kindern und den Ermittlern. Aufzeichnungen von ihm werden in der Nähe des Tatorts gefunden, Lippenstift und Haarsträhnen auf der Rückbank seines Autos, er lügt seinen Anwalt an und er hat zur Filmhälfte auch noch den Hamster der Tochter auf dem Gewissen.

Als schließlich eine Leiche gefunden wird, hat er kaum noch eine Chance auf die Unschuldsvermutung im Fall Joyce Bonner. Die Spannungskurve dieses „Whodunnit?“-Krimis verläuft flach, die Dramaturgie ist nicht sonderlich ausgefeilt und das unterforderte Ensemble (darunter Pierce Brosnan, Minnie Driver) eilt auf ein Ende zu, das dem Helden Schlimmes zufügt. Es geht um die Subjektivität von Erinnerung, die trügerische Wahrheit. Was den Zuschauer nicht zu dem Schluss kommen lässt, er werde intellektuell gefordert sondern er habe schlichtweg Zeit verschwendet.

Spinning Man Quelle: New KSM Cinema

Hunter Killer. Ein amerikanisches U-Boot wird in arktischen Gewässern bei der Verfolgung eines russischen U-Bootes versenkt. Die U.S.S. Arkansas, ein Boot der Hunter-Killer-Klasse geht der Sache nach und gerät ebenfalls in ein Gefecht. Entdeckt wird, dass das amerikanische Boot offenbar von innen heraus explodiert ist. Es scheint, als wolle jemand die beiden Mächte in einen neuen Krieg ziehen.

Da trifft der Kommandant der Arkansas (Gerard Butler) die Entscheidung, die Mannschaft des manövrierunfähigen russischen Bootes unter Kapitän Andropow (Michael Nyqvist) vor dem Erstickungstod zu retten. Auf dem russischen Flottenstützpunkt findet derweil ein Putsch statt, bei dem der russische Präsident (kein Putin-Imitat) in die Gewalt des martialisch gesinnten Verteidigungsministers gerät.

„Hunter Killer“ erzählt eine spannende Geschichte mit überraschenden wiewohl ziemlich bananigen Wendungen. Butler ist der coole, unbeirrbare Wassermann, der sich von Andropow durch verminte Gewässer lotsen lässt, Toby Stephens („Black Sails“) der abgeklärte Chef einer Befreiertruppe der Navy Seals, die den russischen Präsidenten retten sollen, um dann selbst gerettet zu werden.

Ein Abenteuerstück für einen Heimkinoabend ohne Reue, das in unsere neuen Kaltkriegszeiten passt und trotz einiger Gefechtsaction dem Frieden das Wort redet.

Hunter Killer Quelle: Concorde

Die Geierwally. Der Heimatfilm war zu allen Zeiten Berg und Pathos, Hollereidulljöh und Kitsch. Schneidige Förster, verstockte Bergbauern, schöne Töchter, die schneidige Förster anhimmeln, obwohl der verstockte Vater sie mit jungen, verstockten Bergbauern verheiraten will. Das Frauenbild im Genre ist gemeinhin das der Männerdienerin, der Beute - die brave Rippe gehorcht Adam.

Umso verwunderlicher, dass die auf Propagierung einer patriarchalischen Gesellschaft ausgerichtete Filmproduktion der NS-Zeit ein Remake der „Geierwally“ von 1921 in Angriff nahm. Und das mit einigem Aufwand – 1,7 Millionen Reichsmark kostete die Neuverfilmung durch den nazitreuen Regisseur Hans Steinhoff – für 1940 eine Unsumme, nur um Wilhelmine von Hillerns 1875 entstandenen Roman über eine wagemutige, selbstbestimmte Frau möglichst authentisch zu erzählen.

Die junge Wally Fender aus Sölden holt darin nicht nur ein Geierküken aus dem Nest, sie legt sich auch noch mit ihrem harten Vater an, lehnt den vom Altbauern auserkorenen Bräutigam ab, wird ihrerseits von ihrem Auserwählten, dem Bärenjosef, zurückgewiesen. Und steht bis zum Ende ihre Frau, gegen alles Gerede, alle Widerstände.

Der Film funktioniert bis heute, die Blut-und-Boden-Ideologie erscheint heute weniger als filmisch umgesetzte NS-Propaganda denn als jahrhundertealte Tiroler Tradition, die von der Protagonistin geprüft und in Frage gestellt wird. Die österreichische Schauspielerin Heidemarie Hatheyer, die mit dieser eindrucksvollsten von bis heute sechs Verfilmungen des Stoffs ihren Durchbruch erlebte, zeigt Frauenpower zwischen Schützenkönigen und Helden des Bierkrugs.

Im Jahr darauf spielte sie unseligerweise erneut eine Frau, die sich durchsetzt – diesmal in ihrem Recht auf den eigenen Tod. Wolfgang Liebeneiners „Ich klage an“ (1941) wurde vom Propagandaministerium in Auftrag gegeben, um eine positive Stimmung im Volk für das Euthanasieprogramm der Nazis zu erzeugen.

Die Geierwally Quelle: Concorde

Der Nebelmann. Auch in diesem Film ist ein Mädchen verschwunden, die Gastwirtstochter eines kleinen, vom Fortschritt abgehängten Alpendorfs, deren Eltern einer rigiden, antimodernistischen „Bruderschaft“ christlicher Sektierer angehören. Einen Tag vor Weihnachten ist die 16-jährige Annalou Kastner von zuhause weggelaufen, eine weiße Plüschkatze wird am Morgen darauf vor dem Hof der Eltern abgestellt. Geheimnisvoll.

Der theatralische Kommissar Vogel (Berlusconi-Darsteller Toni Servillo), dessen Ermittlungen in Rückblenden gezeigt werden, macht ein Blitzlichtgewitter aus der Untersuchung, nur um seinen angekratzten Ruf der Unfehlbarkeit zu erneuern. Die örtliche Polizei fühlt sich aus den Feiertagen herausgerissen und geht widerwillig auf die Jagd nach dem „Monster“, das Dorf verschränkt sich zunehmend vor der Arroganz des Starpolizisten. Und der Lehrer, der seine Klasse gerade über das Böse unterrichtet hat, wird zum Verdächtigen hochgejazzt, zu einem gefundenen Fressen für die Medien.

Regisseur Donato Carrisi fasst in seinem Filmdebüt „Der Nebelmann“ seinen eigenen (erfolgreichen) Roman in Bilder. Der Film, ein klassischer Whodunnit mit tragischer Zuspitzung, ist bedächtig inszeniert und irgendwann merkt man, dass etwas Entscheidendes fehlt, dass die nebelverhangene „Twin Peaks“-Situation durchaus ein wenig mehr Spannung vertragen könnte.

„Ein perfekter Thriller mit einem Ende, das sprachlos macht“, wird auf dem Cover versprochen. Aber dieses Cover wirbt auch mit Jean Reno, der dann nur maximal fünf Minuten im Bild ist. Die angegebene Filmlänge von 97 Minuten sind in Wahrheit 128 Minuten, die sich vor dem durchaus überraschenden Finale doch ziemlich lang anfühlen.

Der Nebelmann Quelle: Koch Media

Small Foot – ein eisigartiges Abenteuer. Yetis glauben nicht an Menschen. Sie leben in ihrer eisigen Welt, die wie sie glauben, aus dem Hintern des Himmelsyaks gefallen ist und auf einem Meer aus Wolken schwimmt, das wiederum auf dem Rücken gewaltiger Mammuts ruht. Dass unter den Wolken ein Milliarden zählendes Volk fellfreier Egomanen und Planetengefährder lebt, wäre ihnen im Traum nicht eingefallen.

Dass es sie gibt, muss Migo, der Sohn des morgendlichen Himalaya-Gongrührers feststellen, als er bei einem Probe-Weckflug den Dorf-Gong verfehlt und außerhalb der Grenzen des Yetireichs landet, wo er Zeuge eines Flugzeugabsturzes wird und einen „Small Foot“ sieht, den Piloten der Maschine, der sich mit dem Fallschirm gerettet hat. Beweise fehlen, und weil Menschen als Aberglauben gelten, wird Migo, der auf seiner Geschichte beharrt, vom Hohepriester aus dem Stamm verbannt.

Die geheime „Smallfoot-Echtheits-Sozietät“ junger Yetis spürt ihn auf und schickt ihn ins Tal, um die alten Mythen zu widerlegen. Und dort trifft er auf Percy Patterson, einen Naturfilmer, der seinerseits für seine Theorien zur Existenz des Yeti verspottet wird. Es entspinnt sich ein liederreiches Lehrstück über Weltoffenheit, Toleranz, ein Plädoyer für Bildung und dafür, Heilige Schriften nicht allzu wortwörtlich zu nehmen und deren engstirnige Verfechter anzuzweifeln.

Damit liegt der Film vor allem in bislang fortschrittlichen Ländern wie den USA richtig, in denen die Evolution wieder in Zweifel gezogen und der biblische Sechs-Schöpfungstage-Mythos für bare Münze genommen wird. Die Yetis lassen es freilich an der trickfilmüblichen Possierlichkeit vermissen, sie sehen aus wie zwiebelköpfige Hornwesen in fusseligen Siebzigerjahre-Schlaghosen, die sich – von einigen großartigen Kommunikationswitzen (u. a. das Gespräch mit einer erziehungsgestressten Höhlenbärin) abgesehen – mit Slapstickgags begnügen, um vor allem das „Smallest Foot“-Publikum zu unterhalten.

Für die erwachsenen Mitgucker hält Regisseur Karey Kirkpatrick („Ab durch die Hecken“) allerdings ein paar treffliche satirische Spitzen zum Thema „fake news“ alias „gute Lügen“ bereit.

Small Foot – ein eisigartiges Abenteuer Quelle: Warner

Von Matthias Halbig

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