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Kultur Klaus Meine über die Scorpions: “Blut ist öfter mal geflossen”
Nachrichten Kultur Klaus Meine über die Scorpions: “Blut ist öfter mal geflossen”
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15:44 12.08.2019
Scorpions-Sänger Klaus Meine.
Hannover

Seit fast 50 Jahren kennen sich die Rocker Klaus Meine und Rudolf Schenker. Doch das ist kein Grund für die beiden, langsam mal kürzer zu treten. Bis Ende des Jahres werden sie mit ihrer Band, den Scorpions, 45 Konzerte gegeben haben. Zwei davon finden in den nächsten beiden Wochen in Deutschland statt: am 16. August auf dem Domplatz in Fulda und am 18. August beim „Kunst!Rasen“ in Bonn.

Im Oktober treten Sie wieder beim legendären „Rock in Rio“-Festival auf, zu dem Sie eine ganz besondere Beziehung haben…

Das allererste Rock in Rio gab es 1985 in Rio de Janeiro mit vielen großartigen Acts wie AC/DC, Queen, Rod Stewart und Tina Turner. Dieses Festival hat sich über die Jahre immer weiter etabliert.

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War das nicht der Auftritt, bei dem sich Ihr Bandkollege Rudolf Schenker die Gitarre ins Gesicht gehauen hat und danach schlimm blutete?

Blut ist öfter mal geflossen. Das kann bei der ganzen Bühnenaction schon mal passieren, dass es einen umhaut (lacht). Damals haben wir noch Kabelmikrofone gehabt. Wenn die dann durch die Luft flogen, konnte es schon mal passieren, dass man das nicht fing, sondern ausgeknockt wurde. Die Ambulanz wartete immer schon hinter der Bühne, dass der entsprechende Kollege nach der Show direkt genäht werden konnte. Rudolf hat sich bei Rock in Rio verletzt. Ich weiß aber nicht mehr, ob einer von uns schuld war, oder ob er sich die Gitarre beim Sprung ins Gesicht gehauen hat. Das waren natürlich dramatische Bilder und hat diese ganze Leidenschaft gezeigt, was so damals alles passieren konnte.

Vor fast vier Jahren spielten die Scorpions nach den Terroranschlägen von Paris als erster internationaler Act wieder in der Stadt. Welche Erinnerungen haben Sie daran noch?

Das war schon ein ganz besonders emotionaler Moment für uns. Wir haben unseren Auftritt vorher ausgiebig mit unserem französischen Promoter diskutiert. Direkt nach den Anschlägen waren natürlich alle Veranstaltungsorte geschlossen. Aber da waren zehn oder elf Tage dazwischen. Man sagte uns: „Es wäre ein starkes Zeichen, wenn ihr spielt. Die Security wird aufgestockt, aber die sind unbewaffnet.“ Ein gewisses Risiko lag noch in der Luft, und die Lage war sehr, sehr angespannt. Wir hatten danach noch ein Konzert in Lille und hatten uns nachts in Brüssel einquartiert. Das war nur um die Ecke, wo die Terrorzelle war, von der alles ausging. Im Hotel in Brüssel liefen schwer bewaffnete Soldaten rum. Diese Anspannung war auch abends beim Konzert zu spüren. Umso schöner waren die fantastischen französischen Fans an dem Abend zu erleben. Vor allem, als sie zusammen mit uns die französische Nationalhymne „La Marseillaise“ gesungen haben. Dieser Moment wird unvergesslich bleiben.

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Es gibt sehr viele Merchandising-Artikel von den Scorpions. Was fehlt da eigentlich noch?

Es gibt tatsächlich demnächst ein Scorpions-Bier. Das ist ein Helles, das wir zusammen mit einer deutschen Brauerei aus Süddeutschland entwickelt haben. Damit wollen wir unseren Fans eine kleine Freude machen, denn das Bier soll in ganz Europa erhältlich sein.

Passend zum 50. Jahrestag, den Sie in diesem Jahr mit Rudolf Schenker haben?

Den 50. Jahrestag haben wir erst Silvester. Wir haben 1969 an Silvester in Langelsheim in der Nähe von Goslar gespielt. Das war im legendären Beat-Club, den es, glaube ich, immer noch gibt. Dass Rudolfs Bruder Michael und ich zu den Scorpions dazu stoßen sollen, ist genau an diesem Abend beschlossen worden.

Und 2020 wird dann das 55-jährige Bestehen der Scorpions gefeiert?

Ja, aber bei 50 plus hört man auf zu zählen. (lacht) Wir genießen jedes weitere Jahr und wie man sieht, sind die Skorpione immer noch ganz munter auf der ganzen Welt unterwegs. Am Ende des Jahres werden wir rund 45 Konzerte allein in diesem Jahr gespielt haben. Nach all den Jahren macht es uns immer noch Spaß. Wir haben sehr viele junge Fans. Zu uns kommen drei Generationen. Es gibt kein schönes Kompliment, als wenn die jungen Leute, die uns zum ersten Mal live gesehen haben, nach einem Konzert fragen: „Hey Scorpions, wann kommt ihr mal wieder?“

Von Thomas Kielhorn/RND

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