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Kleine Theater in Mecklenburg-Vorpommern bringen kulturelle Vielfalt ins Land

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18:11 10.12.2019
„Fort von hier“: Angela Schlabinger und Mario Lopatta in der Kleinen Komödie Warnemünde. Quelle: Susanne Gidzinski
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Rostock

Wie geht es den kleinen Theatern im Land? Ihre Rolle ist heute wichtiger denn je. Sie sind auch dafür da, Kultur ins Land zu bringen. Sie werden diesem Auftrag gerecht, unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

So auch das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow, das eine lange Vorgeschichte mit Tradition hat. „Es ist 1828 als Bürgertheater gegründet worden“, sagt Theaterleiterin Dr. Kersten Klevenow. Es folgte eine wechselvolle Geschichte, bis 1976 gehörte das Haus zum Volkstheater Rostock. Heute ist das Ernst-Barlach-Theater ein Bespieltheater und wird dabei seiner Rolle als Bürgertheater immer noch gerecht. Es gibt nicht nur Theatervorstellungen, das Haus hat ein breites Angebot für die Bürger der Stadt. Ein bunter Veranstaltungsmix von Philharmonischen Konzerten über Veranstaltungen und Comedy bis hin zu Rockkonzerten. Immerhin lockt das Theater Güstrow auf diese Weise rund 30 000 Besucher pro Jahr ins Haus und das bei rund 120 Vorstellungen pro Jahr. „Wir befinden uns ja auch in Konkurrenz zu den Theatern in Schwerin und Rostock, aber wir bieten ein buntes Programm.“ Regelmäßig zu Gast in Güstrow ist die Neubrandenburger Philharmonie. „Sie spielt einmal im Monat“, so Kersten Klevenow, „bei den Konzerten haben wir ein Stammpublikum.“

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Wismarer Theater mit langer Tradition

Ähnliches gilt für das Theater Wismar, das ebenfalls eine lange Vorgeschichte hat. Das alte Wismarer Theater, 1842 erbaut, ist 1948 abgebrannt. Gleich danach wurde aus einer alten Reithalle der jetzige Theaterbau. Heute ist das Theater Wismar im städtischen Amt für Welterbe, Tourismus und Kultur Wismar angesiedelt, Theaterleiterin ist Theresa Eberlein. Ihr Haus ist ein reines Bespieltheater, das in dieser Funktion eine große Vielfalt bietet. 440 Plätze bietet das Haus heute. Denn neben Schauspiel und Puppenspiel stehen im Spielplan auch Comedy, Operette, Ballett oder Sinfoniekonzerte. Hinzu kommen unter anderem Aufführungen der Niederdeutschen Bühne Wismar oder der Fritz-Reuter-Bühne Schwerin. Rund 25 000 Besucher pro Jahr zählt das Theater Wismar, das 2014 nach umfassender Renovierung wiedereröffnet wurde. „Wir übernehmen gleichzeitig eine Stadthallenfunktion“, sagt Theresa Eberlein, das Haus ist für viele Veranstaltungen offen. „Man kann unser Theater auch für Firmenveranstaltungen mieten“, so Eberlein.

Das Theater Putbus gehört zum Theater Vorpommern

Die kleineren Theater im Land machen ihre Angebote oft außerhalb der großen Städte und tragen damit zur kulturellen Vielfalt bei. Die Liste der Spielstätten ist lang, viele der kleineren Häuser befinden sich unter dem Dach eines großen Theaters. Die Kleine Komödie Warnemünde gehört zum Volkstheater Rostock, das Schweriner E-Werk ist eine Spielstätte des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, die Barther Boddenbühne wird von der Vorpommerschen Landesbühne betrieben. Der Greifswalder Rubenow-Saal ist ein Spielort des Theaters Vorpommern, das Theater Putbus ebenfalls. Das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Haus ist heute noch ein architektonisches Kleinod in Putbus. Nach einer aufwendigen Renovierung in den 1990er Jahren bietet es 256 Plätze. „190 Vorstellungen haben wir hier im Jahr“, sagt der Putbuser Theaterleiter Peter Gestwa. „Wichtig ist auch, dass wir hier keine Sommerpause machen“, so Gestwa über die Bedingungen des Hauses, auf diese Weise kommen auch theaterinteressierte Rügen-Touristen auf ihre Kosten. Derzeit läuft im Theater Putbus unter anderem das musikalische Stück „Pariser Flair“ oder „Die Feuerzangenbowle“.

In Mecklenburg-Vorpommern bieten auch kleine Theaterhäuser abwechslungsreiche Programme

Vorpommersche Landesbühne betreibt mehrere Spielstätten

„Bei uns gehen die Premieren reihum“, sagt Martina Krüger von der Vorpommerschen Landesbühne, so werden die Inszenierungen auch auf die kleineren Spielstätten verteilt. Hauptspielort ist das Theater Anklam, „wir müssen unsere Aufführungen aber logistisch an alle Häuser anpassen“, sagt Martina Krüger. Die Barther Boddenbühne zum Beispiel hat rund 200 Plätze, auch hier gibt es zusätzlich zum regulären Theaterprogramm Veranstaltungen, zum Beispiel Lesungen. Wichtig sind im Profil der Vorpommerschen Landesbühne auch die kleinen Spielorte auf der Insel Usedom, zum Beispiel die „Blechbüchse“ in Zinnowitz oder das „Chapeau Rouge“ in Heringsdorf.

Kleine Komödie Warnemünde ist Teil des Volkstheaters Rostock

Da die Kleine Komödie Warnemünde zum Volkstheater Rostock gehört, wird sie in das Profil des Hauses eingebettet. Die Spielstätte ist unweit des Alten Stroms gelegen und hat eine lange Tradition. „Das Gebäude war schon 1900 ein Veranstaltungsort, zunächst ein Kino“, sagt Volkstheater-Sprecherin Ute Fischer-Graf. 1998 wurde das Haus nach einer umfangreichen Renovierung wiedereröffnet, „als intimes Theater, in dem die Gäste an Caféhaus-Tischen Platz nehmen und während der Vorstellung Getränke genießen können“, so die Einordnung. 68 Plätze bietet das Theater heute. „Ideal für musikalisch-literarische Abende, Zweipersonen-Stücke, Einmann-Shows, gehobenen Boulevard, Heiter-Besinnliches und Kabarett“, sagt Ute Fischer-Graf. Zurzeit ist dort der Erich-Kästner-Abend „Fort von hier“ zu sehen, ein neues Zweipersonenstück. Die Kleine Komödie Warnemünde ist darüber hinaus auch für Gastspiele offen. Es gibt dort auch keine Sommerpause, um gerade für Touristen ein interessantes Kulturangebot vorzuhalten. Und die Kleine Komödie Warnemünde wird auch weiterhin als Kino genutzt: Einmal im Monat veranstaltet das Rostocker Lichtspieltheater Wundervoll dort Kino-Abende.

Rostocker Bühne 602 bietet eine große Vielfalt

Auf dem Gelände des Rostocker Stadthafens liegt die Bühne 602, die von der 1991 gegründeten Rostocker Theatergruppe Compagnie de Comédie bespielt wird, aber auch offen für andere Vorstellungen und Veranstaltungen ist. Seit dem Jahr 2000 gibt es für die Compagnie de Comédie das eigene Haus, damit ist es ein beliebter Veranstaltungsort in Rostock. Im Spielplan ist auch viel Platz für leichtere Unterhaltung. „Wir haben etwa 370 Veranstaltungen pro Jahr“, sagt Leiterin Martina Witte. Das hauseigene Ensemble bietet fünf Premieren pro Jahr, die in den Spielplan Eingang finden. Und unter anderem findet in der Bühne 602 regelmäßig das Kabarett-Festival „Rostocker Koggenzieher“ statt, auch das „Spiellust“-Festival oder Programmpunkte des „Fish“-Kinofestivals. Im Sommer bespielt die Compagnie de Comédie zusätzlich die Bühne im Klostergarten. Wichtig ist ihr auch: „Wir haben keine Theaterferien“, so Martina Witte.

Von Thorsten Czarkowski

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