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Kultur Kriegerischer Niedergang: Verstörend aktuell
Nachrichten Kultur Kriegerischer Niedergang: Verstörend aktuell
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Kattrin (Larissa Sophia Farr), Mutter Courage (Birgit Lenz) und der Feldprediger (Erwin Bröderbauer, v.l.).  Quelle: Martina Krüger
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Dem letzten Moment, als das Licht auf der Bühne verlischt, folgt Unmissverständliches: Ein von Anfang an hoch fokussiertes Premierenpublikum verharrt in betroffenem Schweigen. Nur sehr langsam breiten sich bald tosender Beifall und laute Bravorufe im Theatersaal der „Blechbüchse“ aus. Regisseur Jürgen Kern und das gesamte Ensemble treffen den Nerv der Zuschauer und - wie es scheint - das Ansinnen des Autors. Schließlich haben Bertolt Brechts berühmtes Drama um die Marketenderin Anna Fierling und den Verlust ihrer drei Kinder, sein Veto gegen den menschenverachtenden Krieg als kapitalistische Profitmacherei, seine Kritik an den maßlos verrohten Verhältnissen und der allgegenwärtigen Waffengewalt bis heute rein gar nichts an Bedeutung eingebüßt. Was für eine Tragik, welch ein Jammer!

Regisseur Kern nutzt karge, aber unmissverständliche Stilmittel, um das Stück ganz im Sinne Brechts dramatisch in Szene zu setzen. Trommelwirbel, Kriegsgetöse und irgendwann - für kurze Zeit bis zur nächsten Schlacht - Friedensglocken begleiten das Spiel der Mimen. Schriftzüge auf einer Leinwand ordnen das Geschehen ein. Und dazu erklingt, erstaunlich professionell vorgetragen, die Begleitmusik von Paul Dessau. Alexander Martinow hat mit dem sich ständig drehenden Wagen der Courage (ein nachgebauter Campinganhänger) einen Glücksgriff getan. Und außerdem beeindrucken die Masken der Darsteller, besonders jene der durch Verwundungen  verunstalteten Soldateska und - zum Ende des Dramas hin - die der durch den Verlust von Söhnen und Tochter unübersehbar gealterten Mutter Courage.

Die den am Kampf beteiligten Uniformierten zugeordneten, territorial bedingten Dialekte wirken nicht in Gänze überzeugend. Schade auch, dass nicht jeder Dialog akustisch gut verständlich im Saal ankommt.

Schauspielerisch weiß das Team jedoch absolut zu überzeugen. Besonders Birgit Lenz in der Titelrolle wird dafür am Ende ebenso lautstark gefeiert wie Larissa Sophia Farr als ihre stumme Tochter. Philipp Haase gibt einen zutiefst in sich zerstrittenen Sohn Eilief und Erwin Bröderbauer einen Feldprediger, dessen Opportunismus im Kampf zwischen Lutheranern und Katholiken so abstoßend wie bloßstellend daher kommt. Dass Handfeuerwaffen, Uniformen und vor allem Stahlhelme aus den verschiedensten deutschen Armeen zur Schau getragen werden, macht die Zeitlosigkeit des eigentlich im Dreißigjährigen Krieg angesiedelten Geschehens nur noch deutlicher.

„Mutter Courage“ anno 2019 auf den Brettern der Vorpommerschen Landesbühne darf als ein ermutigendes politisches, vor allem aber humanistisches Zeichen gedeutet werden.

Steffen Adler

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24.02.2019