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Kultur Künstler lassen Computer in Formen und Farben schwelgen
Nachrichten Kultur Künstler lassen Computer in Formen und Farben schwelgen
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00:00 08.04.2013
Kühlungsborn

„Ich habe eine Ausstellung extra geschoben, nur damit ich diese Bilder zeigen kann“, sagt Franz Norbert Kröger (57). Diese fast spontane Programmänderung waren die Computerkünstler Holger Lippmann (52) und Udo Rathke (57) dem Chef der Kunsthalle in Kühlungsborn-West wert. „Einzigartig, wie sie mit den neuen Medien umgehen!“, schwärmt er. Beide Künstler zeigen jetzt in der weißen Halle am Meer ihre Arbeiten unter dem Titel „Wellen und Teilchen“.

„Es bedurfte keiner großen Überredungskunst, um diese Pioniere der Netzkunst in unsere Kunsthalle zu holen. Ist für beide doch die Arbeit mit dem Computer Ausgangspunkt ihres Schaffens. Ebenso unisono verfolgen sie ein malerisch-abstraktes Anliegen“, erklärt Kröger. Er ist zufrieden, dass er mit seiner Entscheidung für das Duo den Geschmack der Kunstfreunde getroffen hat. Denn es sind nicht nur Computer-Freaks, die die Ausstellung besuchen, um die Bilder zu sehen, die pausenlos auf Bildschirmen entstehen oder ausgedruckt an den Wänden hängen.

Holger Lippmann, beheimatet in Wandlitz, hat für diesen Bereich seiner Kunst den Begriff der digitalen Malerei geprägt. Keine seiner in Kühlungsborn gezeigten Arbeiten entstand auf der Staffelei mit Pinsel und Farbe. Stattdessen ließ Lippmann den Computer in Formen und Farben schwelgen.

Es sind gleich vier PC-Bildschirme, an denen die Arbeitsweise des Künstlers deutlich wird: Per selbst geschriebener Programme und Algorithmen wechseln vor dem Auge des Betrachters immer neue Bilder und Animationen. Dafür sorgen Varianzen und Zufallswerte.

„Solche Zusammenstellungen zu entwickeln, setzt einen langwierigen schöpferischen Prozess voraus, bei dem ich meine Kompositionen so entwickelt habe, wie ich es auch als Maler mache. Ich male sozusagen mit dem Computer“, beschreibt es Lippmann.

Dabei beschränkt er sich bewusst auf einfache Darstellungen. Nur aus Kreisen, Vierecken, Strichen — hin und wieder Kurven — entstehen seine Bilder, die dennoch durch Formenreichtum bestechen.

Auch der Plüschower Udo Rathke hat den Computer als künstlerisches Werkzeug entdeckt: „Ich kann mit ihm eine Einfachheit und Klarheit entwickeln, die mit den Mitteln der Malerei so nicht möglich ist.“ Seine Methoden des Gestaltens per Computer sind vielfältig: Allmählich färben sich vor den Augen des Betrachters die Motive ein, überlagern sich verschiedene Bildschichten, schwellen farbliche Sättigungen und Kontraste an und ab. „Landschaftliche Bildungen, Wolken und Wasser bleiben Gegenstände, deren charakteristisch unscharfe Formen deutlich herausgestellt werden“, formuliert es Kunstwissenschaftlerin Dr. Katrin Arrieta.

Und für Franz Norbert Kröger „ist die Strahlkraft der elektronischen Bilder beeindruckend, die direkt aus ihrem Inneren zu kommen scheint.“ Er führt vor eine Doppelreihe gerahmter Rathke-Arbeiten, die den Betrachter mit ihrer Buntheit und ihrem Leuchten anziehen. Das Besondere — jedoch die Ausnahme in dieser Reihung — sind Bilder, die Rathke mit Pigmenttusche auf Büttenpapier malte. Auch hier beeindruckt der Farbenrausch. Die Leuchtkraft der PC-Schöpfungen erreichen sie allerdings nicht.

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Werner Geske

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