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Kultur Künstlerische Erinnerungen an Rostocks große Geister
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18:48 21.08.2019
Dr. Steffen Stuth (Kulturhistorisches Museum Rostock) und Christiane Lamberz (Galerie Klosterformat) Quelle: Thorsten Czarkowski
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Rostock

Das Jubiläumsjahr der Rostocker Universität schreitet munter voran; auch Anlass für Christiane Lamberz, eine besondere Ausstellung zu initiieren. „Kluge Köpfe“ heißt die Installation, die ab Freitag im Innenhof des Kulturhistorischen Museums zu sehen sein wird.

Kluge Köpfe? Gemeint sind die vielen Persönlichkeiten, die mit der Geschichte der Rostocker Universität verbunden sind. Manche von ihnen sind aber in Vergessenheit geraten, auf diese Weise soll wieder an sie erinnert werden. Zum Beispiel an Sophie Jourdan (1875-1944), die im Jahr 1909 die erste Medizinstudentin in Rostock war. Eine tragisch verlaufene Lebensgeschichte, denn die Spur der jüdischen Ärztin verlor sich zum Kriegsende irgendwo in Ostpreußen. Von Sophie Jourdan ist leider kein Foto überliefert, so dass die Künstlerin Judith Runge für sie eine Gedenkplakette gestaltete.

Insgesamt 23 Künstler stellen ab Freitag im Innenhof des Klosters ihre Arbeiten aus. Jeder von ihnen hatte die Möglichkeit, sich für sein Werk eine Persönlichkeit auszuwählen, die eng mit der Rostocker Uni-Geschichte verbunden ist. Eine besondere Rolle unter den Gewürdigten spielen Frauen. Denn für sie war es erst seit 1909 möglich, an der Rostocker Uni zu studieren. Damit war Rostock zwar die letzte deutsche Hochschule, die Frauen ein Studium ermöglichte, aber es war ein wichtiger Schritt. „Ich habe bei der Vorbereitung dieser Schau festgestellt, dass Frauen innerhalb des Uni-Jubiläums zu wenig gewürdigt werden“, sagt Christiane Lamberz von der Galerie Klosterformat, die mit dem Kulturhistorischen Museum Rostock eine Kooperation eingegangen ist. Auch das Kempowski-Archiv, gleich nebenan ansässig, ist bei der Organisation mit im Boot. Im Kulturhistorischen Museum ist derzeit die große Ausstellung zum 600. Uni-Geburtstag zu sehen, sie heißt „Menschen – Wissen – Lebenswege“. „Wir laden natürlich die Besucher auch ein, einen Gang durch unsere Ausstellung zu unternehmen“, so Museumsleiter Dr. Steffen Stuth.

Zu den in der Installation Gewürdigten gehört auch Elke Lüders (1880-1945), die zwar nicht in Rostock studierte, aber als erste Frau an der Rostocker Uni eine Ehrendoktorwürde erhielt und später in Paris wirkte. Auch Rosa Katz (1885-1976), die 1913 in Rostock promovierte und später als Vertreterin der Montessori-Pädagogik bekannt wurde, wird in diese Reihe gestellt. Weiterhin die Agrarhistorikerin Gertrud Schröder-Lembke (1908-2006), auch Lotte Henriette Regina Eisner (1896-1983), die heute als Pionierin der Filmografie gilt. Die Künstlerin Bettina Bauer hat übergreifend die „Studentin X“ porträtiert, die für die „bildungshungrigen Frauen“ steht, so die Künstlerin. Aber es sind in der Installation nicht ausschließlich Frauen unter den Porträtierten. Unter anderem ist Erich Kästner (1899-1974) dabei, schließlich verbrachte der Schriftsteller im Jahr 1921 ein Sommersemester an der Rostocker Universität, das ihn prägte. Erich Kästner wurde von der Künstlerin Regine Schönemann künstlerisch verarbeitet.

Der sonst eher stille Innenhof des Museums eignet sich bestens für so ein Kunstprojekt, das an zwei Tagen an einen Kunsthandwerkermarkt gekoppelt ist. Begleitet wird die Ausstellung am Freitag und am Samstag von einem Rahmenprogramm, das im Innenhof stattfindet, an beiden Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr. Es wird ein Mix aus Kleinkunst und Unterhaltung, die 23 Künstler werden auch mit ihren Verkaufsständen vor Ort sein.

Die aus 23 Werken bestehende Installation „Kluge Köpfe“ wird im Innenhof des Kulturhistorischen Museums bis in den November zu sehen sein. Am Ende werden die einzelnen Stücke versteigert, die Werke der Künstlerinnen und Künstler kommen am 23. November im Kapitelsaal des Kulturhistorischen Museums unter den Hammer.

Von Thorsten Czarkowski

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