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Kultur Laibach im Volkstheater Rostock: Schnitzel mit Maschinen
Nachrichten Kultur Laibach im Volkstheater Rostock: Schnitzel mit Maschinen
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Schneeweißer Mantel, tiefschwarze Stimme: Laibach-Frontmann Milan Fras mit Sängerin Marina Martensson im Volkstheater Rostock. Quelle: Foto: Thomas Mandt
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Rostock

Jetzt also ein Musical. Nachdem die slowenische Band Laibach in den vergangenen Jahrzehnten durch sämtliche populären Musikstile gewandert ist, kommt sie nun bei Schmalz und Kitsch an. „The Sound of Music“ ist bewusst bieder gehalten, nur selten stört ein düsterer Sound vom Keyboard. Beim Konzert im Volkstheater Rostock am Sonnabend hüpfte im Hintergrund in einem auf die Bühne projizierten Video ein Hirtenjunge durch die Berge. Eine perfekte Idylle, wäre da nicht Sänger Milan Fras. „Edelweiß, Edelweiß“, knurrte er mit seiner abgrundtiefen Stimme. Er trug dazu eine Haube und einen weißen, bodenlangen Mantel. Neben ihm als Gegenpart die Sängerin Marina Martensson mit ihrem glockenhellen Sopran.

Betrachtet man das Projekt genauer, dann ist es vorbei mit Kitsch und Harmonie, denn die Totalitarismus-Experten Laibach schicken ihr Publikum in die gewohnte Referenz-Hölle. Uraufgeführt wurde das Musical 2015 in Nordkorea. Die Songs stammen aus dem Hollywood-Film „The Sound of Music“ (1965, mit Julie Andrews). Der Musical-Film, angeblich wird er in Nordkorea genutzt, um Englisch zu lernen, basiert auf der Geschichte der österreichischen Katholikin Maria Augusta von Trapp, die 1938 mit ihrer großen Familie vor den Nationalsozialisten in die USA floh. In ihrem Haus soll sich Heinrich Himmler niedergelassen haben. Womit sich eine recht gerade Linie von Kim Jong Un über Hollywood zu Adolf Hitler ziehen lässt.

Laibach illustrieren die Songs mit Videos, die die österreichische Alm mit koreanischen Kindern bei der Gymnastik zusammenbringen. Und im Video zu „My favourite Things“ rieseln Schneeflöckchen, Uniformierte und Campbell’s-Suppendosen von oben nach unten. Dazu grollt Milan Fras, er esse gern „Schnitzel with noodles“, Schnitzel mit Nudeln. Appetit macht das nicht, denn es führt vor, wie gut sich Pop und Politik, Fun und Totalitarismus vertragen können.

Nicht eben leicht verdaulich ging es nach einer Pause weiter. „Laibach revisited“ stellte eine Reihe von neuen Interpretationen von Songs der Band aus den 80er Jahren vor. Die Energie dieser fast schon musealen Stücke, ausschließlich in Slowenisch gesungen, war noch da: „Smrt sa Smrt“ (Tod für Tod), „Ti, ki izzivas“, (Du, der du herausforderst), sogar unspielbare Stücke wie „Nova Akropola“ und „Krvava Gruda, Plodna Zemlja“ (Blutiger Grund, fruchtbare Erde) waren zu hören.

Eine Zugabe mit dem Stones-Cover „Sympathy for the Devil“ und einem Country-Song endete dieses sehr durchgeplante, aber großartig inszenierte Konzert. Dank der Kooperation des Rostocker MAU-Club mit dem Volkstheater waren Laibach nun auch in Rostock endlich da, wo sie schon lange hingehören – auf der großen Theaterbühne.

Matthias Schümann

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