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Kultur Madsen zelebriert Tour-Abschluss in Rostock
Nachrichten Kultur Madsen zelebriert Tour-Abschluss in Rostock
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17:02 09.09.2019
Die niedersächsische Band Madsen um die Brüder Johannes, Sebastian (vorne) und Sascha Madsen ist am Sonntagabend vor rund 1300 Besuchern im Rostocker Iga-Park aufgetreten. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Konzert-Marathon im Rostocker Iga-Park: Vor rund 1300 Fans zelebrierten die Mitglieder der Indie-Rock-Band Madsen am Sonntagabend den Abschluss ihrer „Lichtjahre“-Tour 2019 in der Hansestadt. „Für uns ist es ein besonderer Abend. Es ist das letzte Konzert unter freiem Himmel, deshalb wollen wir es mit euch noch mal richtig krachen lassen“, heizte Frontmann Sebastian Madsen den Fans zu Beginn ein. Vorausgegangen waren zwei weitere Open-Air-Konzerte am selben Ort: Den Auftakt machte am Freitag die aus Kassel stammende Songwriterin Lea, zu der rund 3600 überwiegend junge Fans gekommen waren. Sonnabend folgte die Rostocker Punkband Dritte Wahl mit ihrem musikalischen Gast Extrabreit.

So schön war der Auftritt im Iga-Park

Den musikalischen Abschluss bildete das Konzert der Band um die Madsen-Brüder Sebastian (Gitarre, Gesang, Texte), Johannes (Gitarre, Gesang) und Sascha (Schlagzeug, Gesang) sowie Bassist Niko Maurer (Bass), die bei Live-Auftritten von Lisa Nicklisch (Keyboard und Gesang) und Martin „Mücke“ Krüssel (Gitarre) begleitet werden. Dass die Veranstaltung zahlenmäßig die kleinste war und eher einer intimen Runde unterm Zeltdach glich, tat das der Stimmung keinen Abbruch. Und so wurden die Wendländer bei ihren bekannten Hits, wie „Nachtbaden“, „Du schreibst Geschichte“ und ihrer Hymne „Die Perfektion“ – die 2005 als erster Madsen-Song veröffentlicht wurde –, mehr als 90 Minuten lang von den Fans gefeiert.

„Wir haben schon viele Abende in Rostock verbracht“

„Ich bin schon viele Jahre Madsen-Fan“, sagt Beritt Kunde (29) aus Nienhagen. „Mir gefällt das Gesamtpaket – die Musik, die Texte und die entspannte Atmosphäre bei den Konzerten.“ „Madsen macht einfach geile Mucke“, formuliert es Josefine Paul (31) eher schlicht. Die Rostockerin war bereits beim ersten Konzert der Band im Rostocker Mau-Club dabei. Inzwischen ist die Band bereits zum neunten Mal in der Hansestadt. „Wir haben schon viele Abende in Rostock verbracht“, erzählt Sebastian Madsen auf der Bühne. Lieblingsort der Band sei der Rostocker Mau-Club. Weil die Bühne dort so klein ist, hätten die Jungs auch schon mal was vom Equipment weggelassen, nur um dort zu spielen. An einen Auftritt erinnern sich alle besonders gut: „Das war am 2. Mai 2006 in Rostock, da haben wir auf einem Konzert gegen Rechts gespielt, denn einen Tag zuvor gab es einen Naziaufmarsch“, sagt Sebastian. Auch beim Festival „Jamel rockt den Förster“ spielte die Band vor zwei Jahren.

Lieder mit politischen Botschaften

Trotz ihres Engagements gegen Rechts hält sich Madsen mit politischen Botschaften eher zurück. „Politisches in der Musik steht uns nicht. Sebastian fühlt sich nicht wohl dabei, politische Texte zu schreiben“ – hatte Schlagzeuger Sascha Madsen einst in einem Interview verlauten lassen. Trotzdem hat die Band mit dem Lied „Macht euch laut“ – das auch im Iga-Park zu hören war – und „Bumm, Bumm, Bumm“ gleich zwei Songs mit politischen Botschaften auf dem aktuellen Album. „Was ihr nicht ändert, wird für immer bleiben. Großkonzerne, Macht und Geld bauen sich ihr Monopol in die Welt. Hunger und Elend, Kriege und Mord, wofür und wogegen hältst du dein Wort?“, heißt es bei „Macht euch laut“.

„Es macht Bumm! Bumm! Bumm! Und keiner fragt warum. Hauptsache es ist laut. Und Hauptsache es ist dumm“, heißt es in dem gleichnamigen Song, der gemeinsam mit Fettes-Brot Sänger Boris Lauterbach alias „König Boris“ entstanden ist und im Video-Clip das Konterfei von Donald Trump zeigt. Ansonsten dreht sich das Album „Lichtjahre“, das auch Titel der aktuellen Tour ist, um Liebe, Abschied und Ängste, latente Gesellschaftskritik eingeschlossen.

Rock mit Elementen aus Metal, Punk und Pop

Der Konzertabend, letztlich ist er genauso wie die Madsen-Brüder: unaufgeregt, ehrlich und laut. Es ist unverkrampfter Rock, verfeinert mit Elementen aus Metal, Punk und Pop, der hier schnörkellos serviert wird. Mal hart und drängend, dann wieder weich und still, wie bei dem Duett „So cool bist du nicht“ von Sebastian Madsen und Lisa Nicklisch alias Lisa Who. Gewünscht hätte man sich dennoch etwas weniger Selbstbeweihräucherung und mehr Lieder vom neuen Album. „Wir wollen, dass sich alle wohlfühlen und zusammen einen guten Abend haben“, hatte die Band im Vorfeld verkündet. Dieses Ziel dürfte sie aber auf jeden Fall erreicht haben.

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