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00:00 24.04.2014
Gelder werden nur an Projektstellen ausgereicht. Das behindert die Kreativität.“Olaf Both, Vorsitzender des Landesheimatverbandes
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Schwerin

Die geplante neue Kulturförderung des Landes lässt noch Fragen offen. Das wurde bei der gestrigen Landeskulturkonferenz mit rund 200 Teilnehmern im Schweriner Schloss deutlich. So befürchten Kommunen im ländlichen Raum, dass die Landkreise maßgeblich über die Förderung kultureller Projekte bei ihnen entscheiden werden. Die Städte und Gemeinden vor Ort verfügten aber selbst über die nötige Kompetenz, sagte Parchims Bürgermeister Bernd Rolly (SPD) dazu.

Auch die Vize-Landrätin von Nordwestmecklenburg, Kerstin Weiss (SPD), begrüßte den Richtlinienentwurf im Grundsatz. Die neue Richtlinie sei ein überfälliges, aber auch schwieriges Projekt, sagte sie. Weiss bedauerte, dass die Landkreise nicht selbst das Geld für Säule eins — Grundversorgung, zum Beispiel Bibliotheken, Kinder- und Jugendkunstschulen sowie Musikschulen — verteilen können. Dies soll laut Entwurf in der Verantwortung des Landes bleiben.

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Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) hatte dagegen betont, dass er eine „Kulturpartnerschaft“ zwischen dem Land, den Landkreisen und den Gemeinden anstrebe. Die Kulturförderung solle mit der neuen Richtlinie transparenter und weniger bürokratisch werden.

Benno Plassmann, Vorstandsvorsitzender des Künstlerortes Schloss Bröllin, äußerte die Befürchtung weiterer Kulturkürzungen in den Kommunen angesichts des zunehmenden Spardrucks. Dem solle begegnet werden, indem Kreiskulturräte mit den Kommunen Verträge über Fördermittel abschließen, schlug er vor. Diese Verträge müssten dann erfüllt werden und man sei vor Kürzungen etwas geschützter als bisher.

Oppositionspolitiker aus dem Landtag kritisierten die Richtlinie. Der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, forderte mehr Geld für den Erhalt und die Förderung von Kultur im Land. Veränderungen bei der Verteilung der Mittel allein reichten nicht aus, um existenzielle Fragen zur Zukunft von Kunst und Kultur zu beantworten.

Ulrike Berger von den Grünen sagte, das zentrale Problem der aktuellen Kulturpolitik bleibe erhalten. „Es hilft nur wenig, wenn die Kuchenstücke etwas strukturierter verteilt werden —, aber der Kuchen insgesamt kleiner wird.“ Die mittelfristige Finanzplanung der Landesregierung sehe eine Abschmelzung der Kulturfördermittel vor. Immerhin biete die neue Förderrichtlinie einige Verbesserungen, wie die Möglichkeit einer zweijährigen Förderung.

Olaf Both, Vorsitzender des Landesheimat- und Kulturverbandes, betonte, dass die neue Förderrichtlinie durchaus gute Gedanken enthalte. Er bedauerte jedoch, dass es keine institutionelle Förderung wie unmittelbar nach 1990 gebe:„Damals konnten kulturelle Einrichtungen mit einer bestimmten Summe verlässlich planen, heute werden Gelder hingegen nur noch an Projektstellen ausgereicht. Das behindert die Kreativität der Kulturschaffenden.“Iris Leithold, Werner Geske

Das System der Förderung

9,1 Millionen Euro stehen für die kulturelle Projektförderung in Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Jahr zur Verfügung. Die Förderung soll ab 2015 insgesamt auf drei Säulen ruhen: kulturelle Grundversorgung, Projekte von überregionaler oder landesweiter Wirksamkeit sowie sonstige herausragende Projekte.

2 Jahre beträgt die längste Laufzeit. Nicht förderfähig sollen vorwiegend kommerzielle Projekte sein.


Der Entwurf der neuen Richtlinie sieht unter anderem vor, dass die Landkreise Förderanträge kleiner Kulturprojekte mit weniger als 3000 Euro Fördersumme bündeln und Sammelanträge stellen können.



OZ

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