Stralsund - Mehr Vielfalt im Radio: Stralsund bekommt neuen Sender – OZ - Ostsee-Zeitung
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Mehr Vielfalt im Radio: Stralsund bekommt neuen Sender
Nachrichten Kultur Mehr Vielfalt im Radio: Stralsund bekommt neuen Sender
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 12.09.2014
Anzeige
Stralsund

Wenn die Stralsunder künftig ihr Radio einschalten, haben sie womöglich bald neue Sender zur Auswahl. Die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt in der Hansestadt zwei neue UKW-Frequenzen ausgeschrieben. Außerdem sind zwei Frequenzen in Rostock und eine weitere in Schwerin zu vergeben. Die Signale sollen laut Ausschreibung im ganzen Stadtgebiet empfangbar sein und Anfang 2015 an den Start gehen. Ziel ist demnach eine Bereicherung des lokalen Hörfunkprogramms. Um welche Frequenzen es sich genau handelt, kann jedoch aus technischen Gründen noch nicht mitgeteilt werden.

Nach Angaben der Landesmedienanstalt haben sich acht Sendestationen beworben. Darunter befinden sich sowohl große Radios aus ganz Deutschland als auch kleine regionale Anbieter, die bis jetzt nur Internet übertragen werden. Sie könnten dann genau wie die bekannten Angebote von Ostseewelle und Co über jedes herkömmliche Radiogerät empfangen werden. Zu den bekanntesten Kandidaten gehört das Rhein-Neckar-Odenwald-Radio mit Sitz in Mannheim (Baden-Württemberg), das den Hörfunksender „Sunshine live“ betreibt. Der spielt vor allem elektronische Musik und ist derzeit in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen sowie Rheinland-Pfalz über UKW zu empfangen. Mit Radio Teddy aus Potsdam befindet ist ein weiterer Bewerber im Rennen, der ebenfalls kein Unbekannter in der bundesdeutschen Hörfunklandschaft ist. Das Programm ist familienorientiert, die verschiedenen Sendungen richten sich beispielsweise an junge Eltern oder Grundschüler. Im Nordosten kann Radio Teddy bereits in Schwerin empfangen werden. Aber auch ein Stralsunder Sender rechnet sich Chancen auf eine eigene UKW-Frequenz aus. Der Rundfunk Nordost, einigen Hansestädtern bekannt durch das Webradio 180 Grad FM, möchte künftig bei den Großen der Branche mitmischen und über den klassischen Übertragungsweg senden. Wer am Ende den Zuschlag erhält, darüber entscheidet der Medienausschuss der Landesmedienanstalt in Schwerin. In dem Gremium sitzen Vertreter aus gesellschaftlichen Bereichen wie Kirchen, Gewerkschaften und Sozialverbänden, die zum Teil auf Vorschlag des Landtages bestimmt werden. „Entscheidend für die Auswahl sind Vielfaltsgesichtspunkte. Außerdem muss ein Bewerber wirtschaftlich in der Lage sein, den Sendebetrieb zu gewährleisten“, sagt Antje Lorentz, Vize-Direktorin der Medienanstalt.

Sollte der Stralsunder Rundfunk Nordost als Gewinner aus der Ausschreibung hervorgehen, will er bei den Hörern mit jener Formel punkten, die auch das Webradio 180 Grad FM erfolgreich gemacht hat. Ein Mix aus Musik, lokalen Nachrichten und Veranstaltungstipps, gesendet von Hobby-Radiomachern aus den verschiedensten Ecken des Landkreises. An guten Tagen erreicht die Internetausgabe des Senders rund 5000 Hörer. „Von einer UKW-Frequenz erhoffen wir uns ein Vielfaches der bisherigen Hörerschaft“, sagt Geschäftsführer Stephan Pundt.

Dieser Schub in der öffentlichen Wahrnehmung hat allerdings seinen Preis. Pundt rechnet mit Kosten von monatlich 1600 Euro für die Übertragungstechnik. „Das wollen wir über Werbung wieder einnehmen.

Außerdem haben wir einen Investor in Aussicht, falls wir die Frequenz bekommen.“

Zuletzt war 180 Grad FM ins Trudeln geraten, weil der Stralsunder Vermieter die Wohnung mit den Senderäumen kündigen wollte (die OZ berichtete). Mittlerweile hat der Vermieter eingelenkt und den Radiomachern mehr Zeit gegeben, eine neue Heimat für ihr Projekt zu finden.



Alexander Müller