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Kultur Mitmach-Kunstaktion beschloss Landeskunstschau
Nachrichten Kultur Mitmach-Kunstaktion beschloss Landeskunstschau
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20:22 01.09.2019
Susanne Gabler (l.) und Lena Biesalski bei ihrer Kunstaktion „Muttererde“. Quelle: Thorsten Czarkowski
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Schwaan

Mit einer „partizipativen Kunstaktion“ ging am Sonntag die 29. Landesweite Kunstschau des Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern zu Ende. „Muttererde“ hatten die Künstlerinnen Susanne Gabler und Lena Biesalski ihr gemeinsames Projekt genannt. Hinter der Kunstmühle Schwaan, in der die Ausstellung zu sehen war, fand sich genug Platz für die Aktion. Im weitläufigen Garten wurde am Samstag der „Feldbrand“ abgehalten, in einer ausgehobenen Grube Tonplatten wurden gebrannt. Für diese Mitmach-Aktion hatten die beiden Künstlerinnen die Schwaaner Bürger lange zuvor aufgerufen, „ihren“ Boden für diese Aktion zur Verfügung zu stellen. Im August waren die bereitgestellten Böden mit Ton vermischt worden, gemeinsam mit den Künstlern hatten die Teilnehmer daraus über 20 Tonplatten modelliert. „Das ist ein Nachhaltigkeitsthema“, sagt Susanne Gabler. Denn die Frage ist auch: „Wie gehen wir mit unserem Böden um?“, so die Künstlerin. Es ging auch um die eigene Verantwortung für unseren Erdboden, die hier symbolisiert wurde. Die vorletzte Phase dieser Aktion fand mit dem „Feldbrand“ statt, in den heißen Flammen des angefachten Feuers nahmen die Tonscheiben feste Gestalt an.

Seit dem 22. Juni waren in der Schwaaner Kunstmühle die Arbeiten von 57 Künstlern zu sehen gewesen. Der Titel lautete „Vom Groben zum Feinen “, was ja oft auch den künstlerischen Schaffensprozess beschreibt. „Durch die Mühle gejagt“, so der humorige Untertitel der Ausstellung, nahm symbolisch Bezug auf die Schwaaner Kunstmühle, die sich für diese Ausstellung geöffnet hatte. Bekannt ist die Kunstmühle sonst natürlich für die Arbeiten von bedeutenden Vertretern der Schwaaner Künstlerkolonie. „Wir sind zufrieden, denn wir hatten eine erfolgreiche Schau“, zeigte sich Museumsleiter Heiko Brunner über die Resonanz erfreut, zufrieden auch mit den in dieser Zeit in der Kunstmühle abgehaltenen Workshops. Die sehr unterschiedlichen Handschriften der beteiligen Künstler gaben nur einen kleinen Eindruck von der Vielseitigkeit derer, die derzeit in Mecklenburg-Vorpommern Kunst schaffen. Unter den in der Ausstellung beteiligten Künstlern waren zum Beispiel Janet Zeugner, Henning Spitzer, Annette Leyener, Bernd Kommnick oder Annette Stüsser-Simpson. Kuratiert wurde die Schau von Christina May, für die technische Assistenz war Anna Silberstein zuständig.

Und am Sonntag um 16 Uhr fand die Finissage statt. Auch Landesbildungsministerin Bettina Martin (SPD) war deshalb in Schwaan vor Ort, natürlich Kunstmühlenleiter Heiko Brunner, dazu viele teilnehmende Künstler und Gäste. Die Ausstellungsbilanz ist positiv, auch in Zahlen: 3500 Besucher haben diese Schau seit dem 22. Juni besucht. Insgesamt, so der Tenor der Reden, hat Mecklenburg-Vorpommern auch im Sachen zeitgenössischen Kunst etwas zu bieten, wie diese Schau zeigte. Erfolgreich also für alle Seiten, auch die Geschichte der Schwaaner Künstlerkolonie würde bei dieser Gelegenheit wieder stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Die Finissage wurde nicht nur mit warmen Worten, sondern auch mit ein bisschen Jazz gefeiert; es spielten Mary Jane & The Baltic Sweet Jazz Orchestra aus Schwerin. Das war dann auch der finale Moment der „Muttererde“-Aktion, in dem die gebrannten Tonscheiben von Susanne Gabler und Lena Biesalski im Skulpturenpark hinter der Kunstmühle platziert wurden. In ihrer Anordnung bilden die Scheiben nun eine Bodenplastik, die der Witterung ungeschützt ausgesetzt ist. Denn auch die gebrannten Tonscheiben sind eben nicht für immer da, der „installierte Zerfall“ soll den Kreislauf über die Jahre wieder schließen.

Von Thorsten Czarkowski

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