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17:42 29.08.2019
Tobias Blömer (Öllermann der Rostocker Kaufmannschaft, l.) und Manfred Keiper (Vorstandsvorsitzender des Munch-Fördervereins) Quelle: Thorsten Czarkowski
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Rostock

„Es ist ein kleiner, aber feiner Ort“, sagt Manfred Keiper über das Edvard-Munch-Haus in Warnemünde. Seit 1996 ist das Gebäude, gelegen Am Strom 53, im Besitz des Munch-Fördervereins. Nach dem Erwerb wurde das Haus umfassend renoviert und ist im Mai 1998 übergeben worden. Und seit Dezember 2018 ist Manfred Keiper, als Buchhändler in Rostock bestens bekannt, auch Vorstandsvorsitzender des Munch-Fördervereins, der bereits 1994 gegründet wurde. Im letzten Jahr hat sich der Verein neu aufgestellt und will nun seine Arbeit intensivieren.

Eine erste Hilfe für diesen Neubeginn ist die Spende der Jahresköste der Kaufmannschaft zu Rostock e.V., die am Mittwoch dem Munch-Förderverein übergeben wurde. Gesammelt wurden die 1260 Euro auf dem traditionellen Sommerfest der Jahresköste, die in diesem Jahr in Warnemünde stattfand. „Da war der Bezug zum Munch-Haus schnell hergestellt, darauf haben wir uns schnell geeinigt“, sagte Öllermann Tobias Blömer, der das gesammelte Geld von der Rostocker Kaufmannschaft übergab. Der gute Zweck lag damit auf der Hand, das Edvard-Munch-Haus gilt als „erhaltungswürdig und europäisch“, so Blömer. Das Geld soll in die Sanierung der Veranda des Hauses fließen.

1906/07 hatte der norwegische Maler Edvard Munch rund anderthalb Jahre in Warnemünde verbracht, sich dort erholt, gelebt und gearbeitet. Nicht nur einige Werke entstanden hier, der Maler betätigte sich auch als Fotograf und genoss außerdem die Freuden des Badeortes, Nacktbaden inklusive. Edvard Munch wohnte damals im Haus des Lotsenkapitäns Carl Nielsen; der vom Künstler damals in einem Werk verewigte Birnbaum steht heute noch im Innenhof. Das alte Fischerhaus, das nicht nur kultur-, sondern auch bauhistorisch interessant ist, bringt also eine Menge Geschichte mit und soll künftig als Ausstellungs- und künstlerische Begegnungsstätte stärker belebt werden.

Der siebenköpfige Vorstand des Munch-Fördervereins will auch die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren und das Haus weiter zugänglich machen. Derzeit ist ein Besuch dort nur samstags von 11 bis 17 Uhr möglich. Langfristig sollen die Öffnungszeiten erweitert werden. Denn: „Touristen aus aller Welt stehen oft neugierig vor dem Haus“, so Manfred Keiper. Dieses Interesse müsse man nutzen. Schließlich legen in Warnemünde auch norwegische Kreuzfahrtschiffe an und stellen damit schnell den Bezug zur Heimat Edvard Munchs her. Das Besondere am Warnemünder Munch-Haus ist auch, dass es das einzige außerhalb Norwegens ist, das eine Wirkungsstätte des Künstlers würdigt. Der Rostocker Edvard-Munch-Haus-Verein ist Mitglied der Vereinigung der Edvard-Munch-Häuser, die sich sonst sämtlich in Norwegen befinden. Neue Mitglieder sind übrigens im Edvard-Munch-Haus-Verein willkommen, der Jahresbeitrag beträgt 60 Euro, für Firmen 500 Euro.

Eine neue Ausstellung ist bereits geplant und soll vom 12. Oktober bis 1. Dezember fünf Künstler versammeln, die sich mit dem Leben und den Arbeiten von Edvard Munch im norwegischen Åsgårdstrand befasst haben. Zur Ausstellung werden auch die Öffnungszeiten erweitert, dann immer donnerstags bis sonntags in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

Und Manfred Keiper gefällt zudem die rebellische Ader, die Edvard Munch nachgesagt wurde; er sieht darin auch eine Beziehung zu sich selbst. „Ich bin stolz, in diesem Haus wirken und gegen den Strom schwimmen zu dürfen.“

Von Thorsten Czarkowski

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