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Kultur Musik, die allein das Wort zur Geltung bringt
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00:00 04.03.2013
über Passionsmusik von Pärts in Rostock
Rostock

-Johannis-Kantorei, hatte ein eher selten aufgeführtes, aber bedeutsames Werk ausgewählt, die „Passio“ (1982) nach dem lateinischen Johannes-Evangelium des Esten Arvo Pärt (77), jenes bedeutenden Komponisten, der ganz eigene Wege geht: so eine Art archaische Moderne, der Weg nach vorn zurück in die Vergangenheit.

Dafür hatte Langer sich der zurzeit wohl besten Interpreten für diese Musik versichert, des weltberühmten englischen Männervokalquartetts „The Hilliard Ensemble“, mit dem er schon mehrfach musiziert hatte, hier verstärkt durch eine Sopranistin und einen zusätzlichen Bass — und ihren Organisten und drei Instrumentalsolisten hatten sie sich auch mitgebracht.

Im Zusammenwirken mit dem vorzüglichen Rostocker Motettenchor ergab dies geradezu einen Glücksfall, in dem sich die Eigenart der Pärtschen Musik eindrucksvoll entfaltete. Arvo Pärt verzichtet auf jeden subjektiven Ausdruck, er baut seine Musik aus einfachen, der Gregorianik entlehnten Figuren auf, die sich in psalmodierenden Gesten wiederholen, wie ein ewiges Kreisen. Dass dabei nicht nur bewusstlose Mystik entstehen muss, bewies sich hier geradezu „magisch“: in der klarsichtigen Transparenz, in den differenzierten Deklamationen und feinen dynamischen Schattierungen des Hilliard-Quartetts, das — ungewöhnlich — die Evangelistenpartie in wechselnden Zusammensetzungen sang, in den diffizilen Klangfärbungen mit dem Instrumentalquartett aus Oboe, Violine, Cello und Fagott, in den orgelbegleiteten Solopartien und in den klangvollen Chorpassagen.

Das war ein ungewöhnliches Konzerterlebnis. Die Musik war hier nicht ständig auf der Spur subjektiver Befindlichkeit, sie versuchte nicht, uns in einen bestimmten emotionalen Zustand zu drängen. Ihr Bemühen schien einzig und allein darauf gerichtet zu sein, das Wort allein zur Geltung zu bringen, das dann nicht mehr von dieser Welt war.

OZ

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