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Musik Accept veröffentlichen Live-Album mit Orchester
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00:00 22.11.2018
Accept-Gitarrist steht auf der Bühne des Wacken-Open-Airs. Quelle: Olga Poponina
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Wacken

Accept-Gitarrist Wolf Hoffmann spricht mit dem OZelot über seine Vorbilder, klassische Musik und das neue Album.

Wann immer Du auf der Bühne stehst, strahlst Du übers ganze Gesicht. Was ist das Schönste an Deinem Beruf?

Wolf Hoffmann: Na, genau das. Wer hat schon das Vergnügen, in so einer Position zu sein, in der wir gerade sind. Man macht was, das man gern macht, spielt Songs, die man selbst schreibt und die die Fans erkennen und lieben. Was kann es schöneres auf der Welt geben? Ich habe noch nichts gefunden.

Was wolltest Du als Kind werden?

Ursprünglich wollte ich Architekt werden und habe tatsächlich auch mal ein entsprechendes Studium angefangen. Aber der Alltag war dann doch anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Ich dachte, man könnte da viel gestalten und kreativ werden, künstlerisch unterwegs sein. Das war aber gar nicht so – und dann dachte ich, Gitarre spielen ist wahrscheinlich doch geiler.

Und wie kamst Du dazu?

Eigentlich nur durch Zufall, durch einen Kumpel. Da war ich etwa 14 Jahre alt. Ich bin dann irgendwie dabei hängen geblieben. Die Gitarre hat mich immer fasziniert und nie wieder losgelassen.

Hattest Du ein Vorbild?

Ja, Ritchie Blackmore zum Beispiel. Uli Jon Roth war immer einer meiner Helden und ist es bis heute. Aber auch Brian May von Queen und David Gilmore von Pink Floyd – es gibt viele. Aber die großen Einflüsse sind Ritchie Blackmore, Uli Roth und vielleicht auch Angus Young von AC/DC.

Hattest Du eine Lieblingsband und Poster an der Wand?

Meine Lieblingsband war auf jeden Fall Deep Purple. Und als Poster hatte ich die Beatles-Portraits aus dem Weißen Album – die hatte wahrscheinlich damals jeder an der Wand hängen.

Was war die erste Platte, die Du dir mal gekauft hast?

Da würde ich jetzt gern sowas, wie Jimi Hendrix oder Led Zeppelin sagen, aber ich muss zugeben, es war „Crocodile Rock“ von Elton John. (lacht) Ansonsten hatte ich viele Platten von Steely Dan.


Jetzt erscheint Euer neues Live-Album „Symphonic Terror“. Was ist das Besondere daran?

Das ist die Dokumentation eines historisch einmaligen Auftritts, den wir so noch nie hatten und wohl auch nie wieder haben werden. Es ist eine Show in Wacken, dem größten Metal-Festival der Welt, im Jahr 2017. Da hatten wir die besondere Ehre und Freude, eine Premieren-Show zu machen mit unserem Sinfonie-Projekt. Es war eine dreiteilige Show: neue Accept-Songs von „The Rise of Chaos“, dann erstmals live Songs von meinem Solo-Album „Headbanger’s Symphony“, vorgestellt mit einem 50-Mann-Orchester. Und weil Accept dann schon da war, haben wir erstmals Accept-Songs mit Orchesterbegleitung gespielt. Also, klassische alte Songs, die jeder schon seit Jahrzehnten kennt, aber in ganz neuem Gewand. Das war schon bombastisch.

Würde man da nicht am liebsten das Orchester für immer in die Band aufnehmen?

Ja, würde man. Aber die Realität ist leider, dass ich kein Orchester in der Hosentasche habe, das ich bei Bedarf dabei haben kann. Das alles ist sehr teuer und aufwändig, das kann man nur bei speziellen Gelegenheiten machen. Aber, da Du es schon ansprichst – wir werden das noch öfter machen. Nicht in dem ganz großen Rahmen, wie in Wacken, sondern eher so Hallen-Konzerte im nächsten Jahr. Das wird europaweit passieren, ab April 2019.

Kommt Ihr auch nach Mecklenburg-Vorpommern? Da wart Ihr noch nie, oder?

Ich glaube, ich habe zu DDR-Zeiten mal einen Onkel in Rostock besucht. Aber das ist schon 40 oder 50 Jahre her, da habe ich nur ganz schwache Erinnerungen dran. Aber mit Accept waren wir da tatsächlich noch nie, würde ich aber schon gern mal. Aber es ist ja nicht so, dass die Band sich überlegt, mal nach Rostock zu kommen. Das entscheidet normalerweise ein Konzertveranstalter.

Was war das für ein Gefühl, mit 50 Mann Orchester im Rücken und Zehntausenden Wacken-Besuchern vor Euch zu spielen?

In Amerika würde man sagen, das war ein Bucket-List-Moment. Wirklich ein Ereignis, das sich jeder Musiker in den schönsten Farben ausmalt. Es war ein grandioser Abend, den ich nie vergessen werde – gigantisch-geil, muss man wirklich sagen. Wir haben „Princess of the Dawn“ gespielt, alle Leute sangen mit und dabei ging die Sonne unter. Besser geht’s nicht.

Wir probt man sowas?

Das geht erstaunlich abgespeckt. Man denkt, dass das Wochen dauert, aber im Grunde geht es ganz schnell. Die eigentliche Arbeit liegt darin, die Partituren für das Orchester zu schreiben. Und wenn das alles stimmt, dann spielt das Orchester das eigentlich vom Blatt. Wir hatten das mal in Prag mit dem Orchester ein paarmal durchgespielt und die konnten das gleich perfekt.

„Headbanger’s Symphony“ ist ja Dein Solo-Projekt. Wie kam das in der Band an, das in Wacken zu spielen?

Na, das lief ja andersrum. Zuerst war die Rede davon, dass ich mit dem Projekt allein nach Wacken komme. Und dann hat sich das immer weiter ausgeweitet. Wir hatten mit Accept ein neues Album rausgebracht und dann hieß es, wir könnten ja auch vorher noch mit Accept spielen. Und wenn dann auch das Orchester schon da wäre, warum sollten wir nicht gleich auch Accept-Songs mit Orchester spielen. Also, im Grunde habe ich die Band eingeladen. Ich war auch erst skeptisch, ob sich die typischen Kracher, wie „Breaker“ oder „Fast as a Shark“ überhaupt dafür eignen. Ich habe mir das dann erst mit simuliertem Orchester im Studio angehört, wie das Ganze wirken würde. Danach war ich begeistert, wie nahtlos das zusammenpasst. Der Teufel steckt natürlich im Detail der Ausführung. Ich wollte das Orchester nicht einfach nur im Hintergrund mitspielen lassen, wo es vielleicht nur ein Fremdkörper ist und Orchester und Band gegeneinander ankämpfen. Ich wollte uns musikalisch auf Augenhöhe haben. Und das hat meines Erachtens sehr gut funktioniert mit den Arrangements, die unser Maestro Melo Mafali da geschrieben hat.

Klassische Motive sind ja schon lange ein Thema bei Accept. Was fasziniert Dich daran – und was war das erste Stück, das Du mal irgendwo eingebaut hast?

Das erste Stück, was ich schon als Teenager auf der Gitarre gedüdelt habe, war tatsächlich Beethovens „Für Elise“. Das kennt ja irgendwie jeder aus dem Klavierunterricht. Als Kind hatte ich mal mit Akustik-Gitarre angefangen und hatte bestimmt mal die Noten davon. Das hat mich jedenfalls schon immer fasziniert. Und der Klassikkomponist, der mich schon immer beschäftigt hat, ist Tschaikowski. „Schwanensee“ und „Nussknacker“ sind ja auch sehr zugänglich und haben mich schon immer angesprochen.

Hast Du da schon weitere Ideen für die Zukunft?

Ja, klar, superviele. Ich habe ’ne ganze Liste von Songs, die ich irgendwann mal bearbeiten muss. Aber es ist tatsächlich so, dass man da ziemlich viel Zeit für braucht und sich da richtig reingraben muss. Das geht nicht mal eben so an einem Nachmittag. Es ist wie beim Songschreiben, man braucht Zeit. Aber ich will auf jeden Fall noch mal ein neues Soloalbum machen. Hoffentlich dauert es nicht wieder zehn Jahre. Die Anfänge von „Headbanger’s Symphony“ gehen nämlich so lange zurück. Aber dann kamen wir als Accept wieder zusammen und haben ein Album nach dem anderen rausgebracht. Aber ich bin froh, dass es am Ende doch geklappt hat.

Welches Instrument würdest Du in einem klassischen Orchester spielen?

Gute Frage, da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Violine ist natürlich die Königsdisziplin. Das würde ich schon gern können, muss ich gestehen. Aber ich hätte auch ganz gern richtig Klavier gelernt. Das ist ja irgendwie die Mutter aller Instrumente, denn viele Komponisten komponieren auf dem Klavier. Es ist nicht schlimm, ich bin, wer ich bin, und spiele nun mal Gitarre. Aber ich glaube, wer gut Klavier spielen kann, der hat gewonnen im Leben.

„Wer Klavier spielt hat Glück bei den Frauen“, hat ja schon Johannes Heesters gesungen.

Ja, genau! Stimmt. Aber, wer E-Gitarre spielt, hat auch Glück bei den Frauen, was denkst Du denn? (lacht)

Dein Lieblings-Accept-Song?

Gerade mit Orchester ist „Shadow Soldiers“ einer meiner Lieblingssongs, weil da das Orchester-Arrangement noch was dazu liefert, was einem später in der Studioversion fast ein bisschen fehlt. Ansonsten würde ich sagen „Final Journey“, weil das relativ anspruchsvoll ist – eine Herausforderung für einen Gitarristen. Aber auch so ganz einfache Songs, wie „Princess of the Dawn“, das wir ja schon seit über 30 Jahren spielen und das jeder Anfänger spielen könnte, weil es so einfach ist, macht unheimlich Laune, weil das Publikum immer so gut einsteigt.

Was plant Ihr als Band für die Zukunft?

Nächstes Jahr wollen wir an einem neuen Album schreiben. Und eben diese Orchester-Shows. Und damit ist das Jahr ja auch schon wieder gut verplant.

Ove Arscholl

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