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Musik ESC-Vorentscheid: Wer singt den Song für Lissabon?
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10:35 20.02.2018
TVOG-Gewinnerin Natia Todua präsentiert „My Own Way“. Die 21-Jährige stammt aus Tiflis und ist erst 2016 aus Georgien nach Deutschland gekommen, um ihren Traum zu verwirklichen, Musikerin und Sängerin zu werden.
TVOG-Gewinnerin Natia Todua präsentiert „My Own Way“. Die 21-Jährige stammt aus Tiflis und ist erst 2016 aus Georgien nach Deutschland gekommen, um ihren Traum zu verwirklichen, Musikerin und Sängerin zu werden. Quelle: Britta Pedersen
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Berlin

Das Ticket für Lissabon gibt es in Berlin. Wer von den deutschen Teilnehmern beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) am 12. Mai in der portugiesischen Hauptstadt dabei sein will, muss erst einmal in der deutschen zeigen, was er drauf hat.

Am 22. Februar ist es so weit, dann entscheidet sich, wer für Deutschland singen darf und in diesem Jahr hoffentlich mehr rausholt als in der jüngsten Vergangenheit, die für die deutschen Teilnehmer ein Desaster in Folge gewesen ist.

Im vergangenen Jahr hatte Deutschland mit Levina („Perfect Life“) zumindest einen vorletzten Platz belegt. Traurig genug, dass das fast schon als ein kleiner Erfolg gelten musste - in den beiden Jahren davor war es mit dem letzten Platz noch trostloser. Die Zeiten, in denen deutsche Teilnehmer beim ESC geglänzt haben, wie mit dem ersten Platz für „Satellite“ von Lena Meyer-Landrut 2010, sind schon etwas her.

Nach dem ernüchternden Abschneiden im vergangenen Mai hatte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber einen radikalen Neuanfang angekündigt, „bei dem nichts so bleiben soll, wie es in den letzten Jahren war“. Und er hatte auch durchblicken lassen, was er sich für 2018 wünscht: Es gehe darum, international wiedererkennbarer, kantiger und erfolgreicher zu werden.

Eine wichtige Neuerung: Eine Eurovision-Jury aus 100 ESC-Kennern hat diesmal eine Vorauswahl getroffen, 20 potenzielle Kandidaten wurden im Januar zu einem Workshop eingeladen. Dann mussten die Eurovision-Jury und eine internationale Jury aus 20 Personen, die in den vergangenen Jahren in ihren Heimatländern Mitglieder der nationalen Jury waren, nochmal aussieben, bis feststand, wer beim deutschen Vorentscheid „Unser Lied für Lissabon“ dabei ist. Es sind diesmal sechs mehr oder wenige junge ESC-Hoffnungen, davon drei, die schon an der Castingshow „The Voice of Germany“ erfolgreich teilgenommen hatten.

Darunter sind die aktuelle im georgischen Tiflis geborene „Voice“-Gewinnerin Natia Todua (21) und die in Berlin geborene Siegerin der ersten Staffel, Ivy Quainoo (25). Michael Schulte (27), gebürtig in Eckernförde, ist bei der der ersten „Voice“-Staffel 2012 immerhin Dritter geworden.

Also alles Kandidaten, die gezeigt haben, dass sie andere von sich überzeugen können. Aber vielleicht doch ein bisschen viel „Voice of Germany“ beim Vorentscheid? Musiker Mark Forster (34) findet das völlig okay: „Dass jemand, der in einem gesanglichen Contest Erfahrungen gesammelt hat, beim größten Musikwettbewerb überhaupt mitmacht, ergibt irgendwie Sinn“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Songwriter („Kogong“) sitzt bei der ProSieben-Sat.1-Show allerdings in der Jury und ist nicht komplett unbefangen.

Die übrigen drei Vorentscheid-Teilnehmer sind Singer-Songwriter Xavier Darcy (22), der Komponist und Produzent Rick (Ryk) Jurthe (28) aus Hannover und die Band voXXclub, die aus fünf Männern besteht, die gerne mal Lederhosen tragen: Michi, Christian, Stefan, Korbinian (Bini) und Florian (Flo). Die Show, die das Erste live überträgt (20.15 Uhr), moderieren Spaßmacher Elton (46) und Nachrichtensprecherin Linda Zervakis (43).

ARD-Unterhaltungskoordinator Schreiber ist bisher ganz zufrieden: „Unser neues Auswahlverfahren, bei der die 100-köpfige Eurovisions-Jury und die 20 internationalen Musik-Juroren entschieden haben, wer beim Vorentscheid für Deutschland antritt, hat uns ein buntes und vielfältiges Teilnehmerfeld gebracht“, teilte er auf Anfrage mit „und dass wir zum ersten Mal mit Komponisten, Textern und Produzenten aus Deutschland und aller Welt ein Song Writing Camp für unsere Teilnehmer organisiert haben, bei dem drei unserer sechs Songs entstanden sind, ermutigt uns, diesen Weg weiterzugehen.“

Am Donnerstag stellt sich dann raus, wie die Fernsehzuschauer, die internationale Jury und die Eurovisions-Jury das einschätzen. Nach den sechs Auftritten geben sie ihre Stimmen ab. Die Punkte werden getrennt voneinander bekannt gegeben. Am Ende der Show steht dann fest, wer am 12. Mai beim Finale auftritt. Ein Gutes hat das Desaster der vergangenen Jahre: Es kann diesmal eigentlich nur besser werden.

dpa

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