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Musik In Schönberg wird die Kirche „gerockt“
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19:05 24.06.2019
Das Leipziger A-cappella-Ensemble „Sjaella“ tritt zum Start des Schönberger Musiksommers 2019 auf, in der Mitte Franziska Eberhardt. Quelle: Antje Kröger
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Schönberg

Es gibt nicht viel, was über die Stadtgrenze vom westmecklenburgischen Schönberg hinaus bekannt ist. Das eine ist die Schönberger Mülldeponie – ein eher trübes Thema, wofür die Schönberger weiß Gott nichts können. Das andere ist dafür umso belebender: der Schönberger Musiksommer. Heute erfährt die 33. Auflage ihren offiziellen Start mit einem Konzert mit „Sjaella“ um 20 Uhr. Die sechs jungen Frauen aus Leipzig gehören nach Kritikerstimmen zu Europas besten A-cappella-Ensembles. In der Schönberger Kirche gehören die Sängerinnen, die seit 14 Jahren gemeinsam singen, zu den künstlerischen Stammgästen. Warum das so ist, verrät Franziska Eberhardt (26), Sopran-Stimme bei „Sjaella“ im OZ-Gespräch.

Bis September gibt es in Schönberg Konzerte. Hier das Gros der Musiker und Sänger in chronologischer Reihenfolge.

Sie haben mal ihre Stimmen mit Farben beschrieben: ziegelrot, gelb-orange, dunkel-lila, rosé.

Die Ironie darin haben leider nur wenige erkannt. Unser schräger Humor vermittelt sich über eine Website wahrscheinlich nicht so gut.

Sie singen ohne instrumentale Begleitung. Was ist daran so einzigartig?

Die Stimme selbst ist unser Instrument, das wir überallhin dabeihaben. Wir können einfach loslegen, egal wo wir gerade sind. Wir haben unser Instrument sozusagen in uns und das schweißt gewissermaßen den Körper und die Seele zusammen. Natürlich pflegen wir unsere Stimmen, wir trainieren sie regelmäßig und verwöhnen sie beispielsweise mit Yogi-Halswärmer-Tee.

Warum kommen Sie immer wieder gern nach Schönberg?

Der Name der Stadt ist ja schon Programm: Schööönberg. Aber im Ernst: Der Kontakt mit den Schönbergern ist besonders, wir werden sehr herzlich empfangen, fühlen uns dort extrem wohl. Dazu passt die wunderschöne Kirche mit ihrer perfekten Akustik. Und die Wiege unserer Kooperation mit der Organisation SOS-Kinderdörfer weltweit e.V. steht in Schönberg und kam über den organisatorischen Leiter des Musiksommers Karsten Lessing zustande.

Was steht heute auf Ihrem Programm?

Wir haben eines unserer neuen Programme im Gepäck – „Origines“, also Ursprünge. Es geht viel um Natur, um Jahreszeitenzyklen etwa. Wir singen auch nordische Volkslieder, die ja auch einen Bezug zur Natur haben.

Woher kommt der Name Sjaella?

Es ist ein Kunstwort, das wir aus dem schwedischen Sjael abgeleitet haben und Seele bedeutet.

Sie haben unter anderem Stepptanz trainiert, tanzten Hip-Hop, Jazz und Musical. Ist Tanzen noch eine Leidenschaft von Ihnen?

Studienbedingt beschäftige ich mich zurzeit vor allem mit Baraock- und Renaissance-Tänzen. Gerade der Barocktanz ist Vorläufer fürs klassische Ballett.

Mit wem würden Sie gern mal auf der Bühne stehen?

Zum Beispiel mit Jacob Collier aus London. Das wäre toll. Wir haben ihm schon Aufnahmen von uns geschickt, aber wir stehen da mit vielen anderen in der Schlange.

Waren Sie in diesem Jahr schon in der Ostsee baden?

Ja, mit einem spitzen Schrei, weil es noch so kalt war. Das war in Prerow, wo ich vor ein paar Wochen mit einem Wohnwagen Urlaubstage verbracht habe. Ich bin mit der Ostseeküste aufgewachsen, meine Großmutter hatte ein Haus auf dem Darß, es ist sehr vertraut hier.

Programm (Auszug)

Dienstag, 25. Juni

„Sjaella“, 20 Uhr, geistliche und weltliche Gesänge verschiedener Epochen

Sonntag, 30. Juni

Turmblasen, 12 Uhr

Dienstag, 2. Juli

Schola Gregoriana Pragensis, 20 Uhr, Musik des 14. Jahrhunderts

Dienstag, 16. Juli

Andreas Voss, 20 Uhr, Solo-Programm mit Cello

Dienstag, 23. Juli

Aranis, 20 Uhr, Chamber Rock

Dienstag, 6. August

Ariel Horowitz (Violine) & Kammerphilharmonie Hamburg, 20 Uhr

Dienstag, 13. August

Armin Metz & Onnen Bock, 20 Uhr, elektronische Klanglandschaften

Dienstag, 17. September

Stummfilm „Sinfonie einer Großstadt“, 20 Uhr

Sonntag, 22. September

Abschlusskonzert, 18 Uhr

Info:

www.schoenberger-musiksommer.de

Klaus Amberger

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