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Musik Verzaubert vom Klang der Oboe
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17:21 28.05.2019
Oboistin Viola Wilmsen spielte im Volkstheater Rostock. Quelle: Timm Kölln
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Rostock

Am Montagabend gab es für 414 Zuschauer zarte bis düstere Töne im Volkstheater Rostock zu hören. Die Symphonie Nr. 82 in C-Dur von Joseph Haydn kam tänzerisch und leichtfüßig daher. Dabei erklang sie zwar traditionell, aber auch akzentuiert und rhythmisch, wodurch sie farbenreich erschien.

Ein träumerischer Strauss

Größere emotionale Tiefe erreichte das Konzert für Oboe von Richard Strauss. Die begabte Oboistin Viola Wilmsen, die sämtliche Oboenwettbewerbe gewann und seit 2012 Solo-Oboistin beim Deutschen Symphonieorchester Berlin ist, veredelte Strauss’ Werk, indem sie mit tiefer Empfindsamkeit und einer spielerischen Leichtigkeit begeisterte. Sympathisch und souverän trat Wilmsen auf und ließ den weichen Klang ihrer Oboe in das Orchester einfließen. Das träumerisch anmutende Werk schrieb Strauss mit 81 Jahren, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Umso beeindruckender, dass es gelang, mit dem Konzert eine solch leichte und losgelöste Atmosphäre zu erzeugen.

Ein schwermütiger Klassiker

Noch emotionaler wurde es mit Sergej Prokofjews Suite Nr. 2 aus Romeo und Julia. Die an den Klang einer Spieluhr erinnernde Celesta, welche die Form eines Klaviers hat, bringt eine besondere Farbe in die Suite. Von musikalischen Themen romantischer Liebe ist in der Suite wenig übrig geblieben. So erinnern die vielen kleinen Ausschnitte aus der Ballettmusik, die als Suite für den Konzertsaal zusammengestellt wurden, doch überwiegend an die unerbittlichen Kämpfe der verfeindeten Familien und den Tod der Liebenden. Dramatisch, düster und mit disharmonischen Tönen, die Spannung erzeugen, zieht das Werk die Zuschauer in seinen Bann. Der Abschluss mit Tybalts Tod, welcher ursprünglich nur in der Suite Nr. 1 erklingt, hinterlässt einen letzten mächtigen und brutalen Eindruck.

Der Conductor in Residence, Marcus Bosch, leitet das Orchester mit Hingabe und verabschiedet sich für diese Saison von dem Publikum. Beim zehnten und letzten Philharmonischen Konzert in der Halle 207 wird Rasmus Baumann die Norddeutsche Philharmonie leiten und die Zuschauer dürfen sich wieder auf eine erstklassige Solistin freuen.

Nora Reinhardt

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