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Musik Deep-Purple-Sänger bei Rock meets Classic
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00:00 13.12.2018
Ian Gillan, Sänger von Deep Purple, ist 2019 mit „Rock meets Classic“ unterwegs. Quelle: Ove Arscholl
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Berlin

Das Projekt „Rock meets Classic“ ist im kommenden Jahr auf Jubiläumstour. Seit zehn Jahren ist die Mat-Sinner-Band mit dem RMC Symphony Orchestra und Stargästen aus der Rock- und Pop-Geschichte unterwegs, um deren große Hits orchestral aufbereitet auf die Bühnen zu bringen. Berühmtheiten, wie Bobby Kimball und Steve Lukather von Toto, Dan McCafferty von Nazareth, Joe Lynn Turner, Alice Cooper, Gianna Nannini, Bonnie Tyler oder Doro Pesch waren schon mit dem Projekt auf Tour. Auch Deep-Purple-Sänger Ian Gillan war bereits mehrfach Teil der Show und wird es auch 2019 wieder sein. Mit dem OZelot sprach er über das Projekt und seine persönliche Entwicklung.

Im kommenden Jahr bist Du wieder mit „Rock meets Classic“ unterwegs...

Ian Gillan: Ja, mal wieder. Und ich freue mich schon sehr drauf.

Ihr wart schon mal zusammen unterwegs. Was magst Du an dem Konzept?

Es ist natürlich total anders, als mein Job bei Deep Purple. Tatsächlich ist es ganz entspannend, weil ich nur sechs Lieder zu singen habe und dann nochmal zusammen mit den anderen eine Zugabe. Die Atmosphäre auf und hinter der Bühne ist immer phantastisch. Ich habe schöne Erinnerungen an frühere Touren, wo ich mit Rick Parfitt oder Steve Lukather rumgealbert habe. Wir hatten großen Spaß. In diesem Jahr freue ich mich, Scott Gorham zu sehen. Dann kommen noch Sweet, mit denen ich schon in den 60ern zusammen gespielt habe. REO Speedwagon mag ich auch sehr. Und die Anna Maria Kaufmann habe ich mir auf Youtube angesehen. Das dürfte alles sehr interessant werden. Die einzigen, von denen ich gar nichts weiß, sind Loverboy. Aber es wird bestimmt viel Spaß machen.

Es klingt ein bisschen nach Highschool-Reunion. Kennt Ihr Rock’n’Roll-Leute Euch alle persönlich?

Die meisten schon, ja. Im Laufe der Jahre sind wir uns irgendwie alle schon mal irgendwo begegnet, meist auf Festivals. Wie schon gesagt, die Stimmung hinter der Bühne ist super. Jeder applaudiert den anderen, man wünscht sich gegenseitig eine gute Show.

Wie bist Du erstmals mit der Mat-Sinner-Band in Kontakt gekommen?

Ich glaube, Mat Sinner hat mal mit Deep Purple auf der Bühne gespielt. Ganz genau weiß ich es nicht mehr. Er hatte damals meinen Manager in London kontaktiert, als es mit „Rock meets Classic“ losging. Und das hörte sich nach einer guten Sache an. Das sind phantastische Musiker, die einen guten Job machen. Mit dem Orchester zusammen zu kommen, hat eine Weile gedauert, aber inzwischen sind alle zusammen gut eingespielt.

Steht schon fest, was Du singen wirst? Wird es alles Deep-Purple-Material sein?

Das ist natürlich keine Tour für neues Material. Es muss altes, bekanntes sein, denn darum geht es bei so einer Package-Tour. Ich erinnere mich, dass ich mal Jerry Lee Lewis, Chuck Berry und Little Richard im Package gesehen habe – und die haben auch nur ihre großen Hits gespielt. Aber ich habe es hinbekommen, einen obskuren Song namens „Anya“ rein zu schummeln, vom Album „The Battle rages on“. Aber natürlich gibt es „Black Night“, „Strange Kind of Woman“ und „Smoke on the Water“, natürlich.

Sind Duette geplant?

Nein, diesmal nicht. Abgesehen von der Zugabe, wo wir alle zusammen „Smoke on the Water“ singen werden.

Freust Du dich auf irgendwen besonders?

Nicht speziell. Ich mag sie alle. Ich bin ein großer Fan von Thin Lizzy. Selbst in der neuen Besetzung habe ich großen Respekt davor, wie sie ihr Ding weiter gemacht haben. Und REO Speedwagons Musik finde ich sehr schön, das dürfte gut mit dem Orchester klingen. Ich bin gespannt darauf.

Ich habe gelesen, dass Du in den 60ern mit Mick Tucker von Sweet in einer Band gespielt hast. Was gibt es da noch für Verbindungen?

Ja, das stimmt, das war 1962 oder 63. Da nannten sie sich noch The Countdowns. Und ich war in einer Band namens The Javelins. Und wir waren beide in West-London unterwegs. Und als ich The Javelins verließ, ging mein Gitarrist, Gordon Fairminer, zu den „Countdowns“. Und weil Gordons Vater ein Süßigkeitengeschäft hatte, benannten sie sich in The Sweet Shop um. Und als Gordon die Band dann schließlich wieder verließ, nannten sie sich nur noch „Sweet“. Sie waren großartig, wollten wohl eigentlich eine Hardrock-Band sein. Aber ihr Material war so erfolgreich, dass sie in dieses Pop-Rock-Ding rein rutschten. Aber sie waren eine großartige Band und komplett anders, als andere Bands, die es damals gab. „Ballroom Blitz“ und „Fox on the Run“ – das waren alles große Hits.

Wie ist es für Dich, die großen Deep-Purple-Hits ohne Deine Band zu singen?

Das ist schon anders. Klar. Aber viel mehr fällt mir kaum ein. Die Mat-Sinner-Band und das Orchester haben es natürlich genau so drauf, die Songs zu spielen. Ich habe oft mit verschiedenen Musikern auch Deep-Purple-Material gespielt. Natürlich ist es mit Deep Purple so, dass man nie genau weiß, was auf der Bühne mit den Songs passieren wird, weil es immer einen Improvisationsteil gibt. Das geht natürlich mit einem Orchester nicht. Da muss man sich genau an das Arrangement halten.

Mit Deep Purple seid Ihr ja auf einer Long-Good-Bye-Tour. Wird es weitere Studioprojekte geben?

Hoffen wir es mal! Es gibt noch keine konkreten Pläne. Aber es war ja so, dass Ian Paice vor ein paar Jahren einen Schlaganfall hatte. Und wir anderen waren auch alle nicht besonders gut drauf und man dachte schon, das Ende wäre in Sicht. Aber inzwischen sind wir alle wieder fit, alle fühlen sich gut – wer weiß, vielleicht machen wir doch noch ein bisschen länger. Nach Mexiko machen wir jetzt jedenfalls erstmal eine kleine Tourpause. Persönlich würde ich schon gern noch eine neue Platte machen. Und unser Produzent Bob Ezrin sagte auch, wir wären verrückt, wenn wir es nicht machen würden. Warten wir es ab. Ich würde sehr gern noch ein bisschen mit Deep Purple weiter machen.

Als Du ein Teenager warst – was hast Du da selbst für Musik gehört? Wer hat Dich beeinflusst?

Das ist recht verrückt, mein Großvater war Opernsänger, mein Onkel war Jazz-Pianist. Und ich habe im Kirchenchor gesungen, es gab also schon viele Einflüsse. Und dann kam Elvis und ich begann, seine Musik zu hören. Dann kamen Soul und Blues. Und dann wurde ich Profi, kam in Kontakt mit Leuten, die Ausbildungen im orchestralen Komponieren hatten, wie Jon Lord. Roger Glover wuchs mit Woody Guthrie oder Bob Dylan auf. Ian Paice war beeinflusst von Big-Band-Swing. Und all diese Dinge kamen zusammen. Die Chemie stimmte irgendwie und so entstand Deep Purple. Also, es waren wirklich viele Einflüsse und daraus hat sich alles entwickelt. Und vermutlich waren Elvis und Little Richard meine größten Einflusse am Anfang. Und als ich anfing zu schreiben, habe die einfache Art von Chuck Berry und Fats Domino entdeckt. Damals war das Tranistor-Radio eine Revolution. Und Elektrische Gitarren. Das waren gigantische Entwicklungen, die uns halfen, die Musik aus dem Haus raus zu tragen. Als ich Kind war, war das Radio in die Wand eingestöpselt und die Eltern hatten die Kontrolle drüber. Aber mit dem Transistorradio konnte man in den Park gehen und hören, was man wollte, Radio Luxemburg und all unsere Lieblingsmusik. Ohne unsere Eltern.

Was war das erste Album, das Du für dich selbst gekauft hast?

Das erste, das ich mal gekauft habe, müsste „Chuck Berry’s Greatest Hits“ gewesen sein. Bis dahin konnte ich mir gar nicht leisten, Platten zu kaufen. Wir haben immer bei Freunden rumgehangen, die ältere Brüder hatten. Die hatten Arbeit und Geld, sich jede Woche neue EPs zu kaufen, von Elvis, Little Richard oder Buddy Holly. Die Großen spielten Karten und sie gaben uns ein Bier und ließen uns Musik hören.

Und was hast Du zuletzt gekauft?

Da wirst Du lachen. Es war „The Best of the Beach Boys“. Ich wollte mir selbst eine Sommercompilation am Computer zusammen bauen, habe mir so Hits von Loving Spoonful, Mamas Papas und eben den Beach Boys besorgt, um mir ein bisschen Sonnenschein in den englischen Winter zu holen.

Ove Arscholl

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