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Kultur „Nackt zwischen Dornen“: Rügener Akt-Fotograf Klaus Ender bringt neues Buch heraus
Nachrichten Kultur „Nackt zwischen Dornen“: Rügener Akt-Fotograf Klaus Ender bringt neues Buch heraus
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17:00 04.12.2019
Aktfotografie aus dem Buch "Nackt zwischen Dornen" von Klaus Ender Quelle: Klaus Ender
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Bergen auf Rügen

Es ist wie eine große Rückschau: „Alles, was mein Leben ausmacht“, so formuliert es Klaus Ender in diesem Buch, so schlägt er einen großen Bogen. Als Anlass nahm der Fotograf seinen 80. Geburtstag: „Nackt zwischen Dornen“ heißt sein Buch, das sich nicht nur der Fotografie widmet, sondern auch mit Texten, Gedichten und Aphorismen gespickt ist.

Der Künstler lässt dabei tief in sein Leben schauen, er geht in seinen Schilderungen weit zurück in die eigene Kindheit, als er mit seiner Mutter vor der heranrückenden Roten Armee nach Wittenberge kam. Dort wuchs Klaus Ender auf, heute lebt er in Bergen auf Rügen. Dazwischen aber liegt ein wechselvolles und spannendes Leben, auch eine Wanderung zwischen den Welten, zwischen Ost und West. Ender lebte in der DDR, in der Bundesrepublik und in Österreich.

Arbeiten vieler Genres hat der Fotograf Klaus Ender für sein neues Buch zusammengestellt. Hier eine Auswahl

Die Fotografen-Karriere begann 1963

Heute ist Klaus Ender einer großen Öffentlichkeit natürlich als Aktfotograf bekannt. Am Strand von Göhren auf Rügen fand er 1963 sein erstes Aktmodell, im Jahr 1965 erschien das erste Aktfoto in der Zeitschrift „Das Magazin“, später auch in der DDR-Satirezeitschrift „Eulenspiegel“. Zuvor hatte Ender 1965 den Fotoclub Sassnitz gegründet, bis 1966 arbeitete er noch als Bäcker und fotografierte quasi nebenbei. Dann kam der Schritt in das Berufsleben, Klaus Ende wurde zum freischaffenden Künstler.

Heute schaut ein gelassener Fotograf zurück auf sein Leben, in seinen Erinnerungstexten streift der Künstler durch die eigene Biografie, arbeitet sich auch an der DDR ab, in der er sich aber als Freiberufler die entsprechenden Freiräume erkämpfen konnte. Klaus Ender ist aber bis heute ein kritischer Geist geblieben, er liegt mit vielem, was heute in Politik verhandelt wird, über Kreuz. Ender postuliert eine „marktkonforme Demokratie statt demokratiekonformen Markt“, wendet sich gegen die Doppelmoral der Kirchen oder engagiert sich für den Umwelt- und Naturschutz. Enders Fazit dazu: „Der Mensch schafft Regeln für die Natur – die sie gar nicht braucht.“ Und das führt den Autor direkt zum Klimawandel, dem er hier ein eigenes Kapitel gewidmet hat.

Ein meinungsstarker Zeitgenosse

In anderen Gedichten und Aphorismen kommt die poetische Seite des Fotografen zum Vorschein, so zum Beispiel im nachdenklichen „Blätterrausch“ oder im wehmütigen „Insula Rugia“. Alles eingebettet in den Lebenslauf des Künstlers, immer wieder springen Erinnerungen hervor, die er mit seinen heutigen Kommentaren zum Zeitgeschehen verknüpft. Klaus Ender ist ein meinungsstarker Zeitgenosse. Hinzu kommt, dass er in diesem Band auch einige Leserzuschriften veröffentlicht, die er als Kommentare zu seinem Gesamtwerk verstanden hat. Er spart auch viel Persönliches nicht aus, das seine Biografie bestimmt hat, von den Leiden eines Flüchtlingskinds im Jahr 1945 bis zu seiner Parkinson-Erkrankung 2003.

Aber dann sind da natürlich noch die zahlreichen Fotografien – Landschaften, Naturaufnahmen und natürlich viele Akte. Damit ist Klaus Ender schließlich bekannt geworden, hier stehen zahlreiche Naturpanoramen, manche in Farbe, andere in Schwarz-Weiß, neben zahlreichen Frauenakten. Letztere haben bis heute ihren Reiz nicht verloren. Dazu liefert Klaus Ender auch ein paar Anekdoten zur Entstehungsgeschichte, überhaupt aus dem Leben eines Künstlers, der nicht nur über die Medien stets mit der Öffentlichkeit in Kontakt stand. Auch die Ergebnisse einiger fotografischer Experimente sind hier zu sehen, zum Beispiel die Infrarot-Fotografie oder der Einsatz von Effekten, wie sie die Digitalfotografie hergibt. So zeigt sich Klaus Ender hier von vielen Seiten.

Buch und Künstler

Das neue Buch von Klaus Ender heißt „Nackt zwischen Dornen“ erschienen im Art Photo Archiv 2019, 116 Seiten, Preis 18,00 Euro

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