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Kultur Neue Ausstellung zeigt Jazz in der DDR
Nachrichten Kultur Neue Ausstellung zeigt Jazz in der DDR
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06:51 01.10.2015
Tilo Braune hat die Ausstellung um den Norden als Jazz-Landschaft erweitert.
Tilo Braune hat die Ausstellung um den Norden als Jazz-Landschaft erweitert. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Greifswald

Am 4. Oktober startet die Schau „Free Jazz in der DDR – Weltniveau im Überwachungsstaat“ im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Die Wanderausstellung wird ergänzt von einem zusätzlichen Teil, der sich mit den Eldenaer Jazz Evenings befasst.

Dafür zeichnet Tilo Braune verantwortlich. Er rief die Jazz Evenings im Jahr 1981 mit ins Leben. „Ich schätze die gesamte Ausstellung sehr, weil sie ein Stück der DDR zeigt, das sich wegen seiner Nischenfunktion nicht jedem erschließt“, so Braune. Unterstützung bei der Organisation erhielt er von Ekkehard Brunstein, Vorsitzender des Greifswalder Kunstvereins „Art7“.

Doch was macht den Free Jazz so besonders? „Die Grundidee ist, musikalische Grenzen einzureißen und auf den Trümmern ein neues künstlerisches Substrat entstehen zu lassen“, erklärt Braune. Die DDR habe symbolisch für die Enge gestanden. „Der Free Jazz passte in die Sehnsucht der jungen Menschen. Durch die realen Grenzen war es nicht möglich, überall hin zu reisen. Die Kunst schon. So kamen die Menschen raus aus dem DDR-Mief“, so Braune.

Für die Wanderausstellung „Free Jazz in der DDR – Weltniveau im Überwachungsstaat“ hat die Kuratorin Stefanie Wahl mit 17 Jazzgrößen gesprochen. Musiker wie Conny Bauer, Helmut „Joe“ Sachse, Ulrich Gumpert oder auch Günter „Baby“ Sommer kommen zu Wort. Ergänzt wird das Projekt durch Plakate, Fotos, Platten und Partituren aus den privaten Archiven der Musiker.

Die Schau geht bis zum 22. November (Eintritt: 2,50 Euro). Die Doppel-CD „30 Jahre Eldenaer Jazz Evenings“ können die Besucher für zehn Euro erwerben. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ab November bis 17 Uhr.



Anton, Reik