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Kultur OZ-Leser-Fotograf: „Die Leute sollen sehen, wie fantastisch die Natur hier ist“
Nachrichten Kultur OZ-Leser-Fotograf: „Die Leute sollen sehen, wie fantastisch die Natur hier ist“
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20:03 13.09.2019
Fuchs trifft Seeadler am Richtenberger See – und vertragen sich. Quelle: Edgar Ackermann
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Altenkirchen/Brandshagen/Prerow

Gold, orange bis rosa. „Fototechnisch kommt jetzt die spannendste Zeit“, sagt Corinna Schaak. Die Hobbyfotografin aus Altenkirchen auf Rügen schwärmt: „Hier auf der Insel herrscht ein besonderes Licht.“ Zu den warmen Tönen kommen zum Beispiel silberne Schattierungen. „Den Herbst mag ich für meine Fotos am liebsten.“ Die Ostsee spiegelt das Licht der tiefer stehenden Sonne, die Nasen werden schon kalt.

Vor drei Jahren schickte die 47-Jährige zum ersten Mal ein Bild an der OSTSEE-ZEITUNG, eine Winterimpression der Schaabe. Zeitgleich bekam auch das ZDF ein Bild von ihr, eine Ansicht vom kleinen Hafen von Vitt. Mit Erfolg. Die OZ veröffentlichte das Bild, der Fernsehsender zeigte das Foto im ARD-Mittagsmagazin.

„Ich habe immer schon viel fotografiert, aber 2016 drängte mich eine Freundin, die Bilder mal öffentlich zu zeigen“, berichtet die in Halle (Saale) aufgewachsene Mutter von drei Kindern. Seitdem erscheinen regelmäßig ihre Bilder in der Zeitung, beim Fernsehen, auf Postkarten. Was würde sie gern mal fotografieren? Corinna Schaak überlegt.

Naturfotografie auf Rügen

Urlaub ist immer auch Foto-Exkursion

Edgar Ackermann lebt schon seit 1946 in Brandshagen bei Stralsund. Der 81-Jährige läuft durch zwei sehr große Zimmer in seinem Haus. Dort hängen überall Fotografien an den Wänden, stehen angelehnt an Stühlen oder auf Couchen. 200 bis 300 dürften es sein.

Nebenan im Arbeitszimmer wählt er an einem großen Bildschirm die Bilder von seinen Streifzügen aus, Bilder von Vögeln, Insekten, Feldern, Blumen, ein paar architektonische Aufnahmen. Auf der gegenüberliegenden Wand, über dem drei Meter langen Aquarium hängt ein 3,20 Meter breites und 1,20 Meter hohes Bild: eine Ansicht vom Ryck und der Wiecker Holzklappbrücke.

Naturfotografie in Vorpommern

Von der Küche blickt man in den großen Garten. „Auch von hier fotografiere ich manchmal“, erzählt Edgar Ackermann, gelernter Schiffsschlosser auf der Stralsunder Volkswerft, der 19 Jahre lang Bürgermeister von Brandshagen und später noch Geschäftsführer einer Wohnungsverwaltung war. Aquarianer, Vogelkenner und Camper.

Zuletzt hat er im diesjährigen Sommer in der Schweiz gezeltet. Und fotografiert. „Urlaub ist für mich immer auch Exkursion“ in die Natur. Wohin würde er gern mal eine Foto-Safarie unternehmen wollen? Edgar Ackermann zögert kurz mit der Antwort.

Die besten Bilder entstehen in der Einsamkeit

Klaus Haase (57) ist, was die Arbeitsweise betrifft, wie die beiden anderen Fotografen: Er will beim Fotografieren allein sein, braucht keine Gruppen, lässt sich nur ungern ablenken. „Wenn ich mich bei den Streifzügen unterhalte, denke ich immer: Jetzt geht dir vielleicht ein wunderbares Foto verloren“, sagt der gebürtige Thüringer, der aus dem Eichsfeld stammt und 1989 über Ungarn in den Westen floh und dort blieb. Seit 2001 war der Verkaufsleiter eines Leuchtenunternehmens immer wieder in Prerow, seit 2016 ist dort das Zuhause des Privatiers.

Naturfotografie am Darßer Ort

Und noch etwas eint die drei Individualisten, die man nicht als Hobbyfotografen bezeichnen möchte, so gut sind ihre Ablichtungen, zu groß ihr Enthusiasmus: die grenzenlose, ehrfürchtige, zutiefst emotionale, ja, geradezu spürbare Passion zu Pflanzen und Tieren, zur Natur in jeder Jahreszeit. „Wenn es sein muss, gehe ich auch schon mal voll bekleidet bis zur Hüfte ins Wasser, um ein Motiv einzufangen“, sagt Klaus Haase lächelnd.

Seine Frau lächelt mit. Sie kennt das, wenn ihr Mann morgens um drei aus den Federn schleicht, schwer mit gewaltigen Objektiven und mit Stativ bepackt zum Darßer Ort radelt, um dann etwa das Reh, das auf der Düne mit einem Strauß blühender Pflanzen im Maul beim Äsen innehält, zu entdecken. Oder Lichtspiele zu erleben, die sich für immer in die Erinnerungen einfräsen.

„Der Darßer Ort ist magisch“, sagt Klaus Haase. Fast täglich sei er dort. „Er ist meine Sucht“, sagt der fotografische Autodidakt. Seine Bilder sind nicht nur regelmäßig in der OZ zu sehen, „damit die Leute sehen, wie fantastisch die Natur hier ist“. Ebenso bei TV-Sendern, etwa beim ARD-Wetter-Moderator Sven Plöger. Gelistet ist er bei verschiedenen Agenturen. Gibt es für ihn noch einen Traum?

Gedanken an Norwegen, Mittelamerika und Afrika

Corinna Schaak sitzt erst spät abends, wenn ihre zweijährige Tochter schlummert, an ihrem Computer und sichtet ihre Bilder. 400 bis 500 bringt sie von einem Trip an der Luft mit. „Ich fotografiere gern Bernsteine und bin dabei schon mal ins Wasser gefallen“, berichtet die gelernte Industriekauffrau.

„Die Naturfotografie hat mich verändert“, meint sie. Sie komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Oft stehe sie da und denke: „Ist das schön!“ Sie besitzt eine einfache Kamera, fotografiert ohne besondere Einstellungen, „intuitiv“. Nein Geld bekomme sie nicht für die Bilder, sie hofft noch auf etwas Kleingeld, wenn Verlage Fotos nutzen. Dann könnte sie sich ein Stativ kaufen. „Das Stativ ist ein Wunsch; mein Traum ist, die norwegischen Fjorde zu fotografieren.“

Edgar Ackermann möchte immer weiter machen. „Ich will nicht vorm Fernseher verrosten“, scherzt der Rentner. Außerdem: „Wer nicht geht, der sieht nichts.“ Träume? „Der ist leider nicht erfüllbar.“ Warum nicht? „Ich möchte nach Mittelamerika, aber dort kann man nicht allein reisen, das ist zu gefährlich. Es geht nur in Gruppen, doch das ist nichts für mich.“

Klaus Haase sagt: „Ich träume davon, mal Großwild in Afrika zu fotografieren.“ Gerade hat er am Nothafen von Prerow zwei Seeadler erwischt: Einer raubt die Beute des anderen. Dann zeigt er Sonnenaufgänge vom Darß: Wasser, Sand, Dünen, fast schwarze Wolken vor blauem Himmel, fern die tief stehende Sonne – gold, gelb, orange, rot bis rosa.

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