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OZ-Newsroom-Konzert am Mittwoch: So klingt das Rostocker-Rammstein-Duo „Roter Sand“

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16:59 28.04.2020
„Roter Sand“ spielen am Mittwoch live beim OZ-Newsroom-Konzert. Quelle: Roter Sand
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Rostock

„Alles hat mit dem Lied ‚Engel‘ angefangen“, erzählt Phillip Lehner, der mit Annemarie Wilcke seit einem Jahr als Duo „Roter Sand“ unterwegs ist. Gemeinsam interpretieren die Rostocker Musiker Songs von der deutschen Band Rammstein. Am Mittwoch spielen sie um 18 Uhr beim sechsten OZ-Newsroom-Konzert.

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Lehner und Wilcke haben sich durch eine Coverband kennengelernt. „Die Band suchte 2016 eine neue Sängerin und es wurde Anne. Als sich die Band aufgelöst hat, haben wir weiter zusammen Musik gemacht“, erzählt der Gitarrist im exklusiven OZ-Interview. Sie haben zusammen bei Hochzeiten die verschiedensten Wunschtitel gespielt. „Als wir das Lied ‚Engel‘ von Rammstein gespielt haben, hatten wir Lust, noch mehr Songs von der Band zu machen“, so die Sängerin. Und so entstand das Duo „Roter Sand“ mit dem die beiden Musiker, Lieder von Rammstein und Till Lindemann (Soloprojekt) neu interpretieren.

So klingen Rammsteins Hits mit Gitarre und einer Frauenstimme

Sängerin Annemarie Wilcke Quelle: Dietmar Lilienthal

Wilcke hat fünf Jahre klassischen Gesang an der Rostocker HMT studiert und arbeitet heute als Musikerin und Gesangslehrerin in Rostock. „Ich singe viel bei Hochzeiten“, erzählt die 28-Jährige. Ihr Kollege hat zwar nicht Musik studiert, spielt aber von Kindesbeinen an Instrumente. „Mein Vater ist Musiker (Bassist). Mit sechs Jahren hatte ich schon Klavierunterricht, dann Gitarre und Schlagzeug.“ Statt Musik zu studieren, hat der Musiker eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton in Rostock gemacht. Darüber sei er heute froh, weil er nicht aufs Musikmachen angewiesen sei, so Lehner. „Das Multimediastandbein nimmt mir den Druck raus“, sagt er.

Der Multiinstrumentalist arrangiert die Song von Rammstein neu: „Bevor ich ein neues Lied arrangiere, spiele ich es erstmal so nach, wie es ist, gucke wie die Akkorde sind und schaue, welche musikalische Richtung funktionieren würde. Dann probiere ich verschiedene Stilistiken aus, ändere Akkorde und Rhythmiken“, erklärt er über den Prozess. Das sei eine Herausforderungen. Das Duo möchte, dass die Lieder interessant klingen. Und so bekommen die Rammsteinhits ein völlig neues Gewand: „Die Härte fehlt. Wir sind nur mit Gitarre und Gesang unterwegs. Es ist sehr minimalistisch – weicher und melodischer“, beschreibt der Rostocker.

Seit der Jugend Rammstein-Fans

Rammstein-Sänger Till Lindemann Quelle: dpa

Beide haben schon in ihrer Jugend gerne Rammstein gehört. Mit den polarisierenden Texten haben sie kein Problem. „Es ist ja eine Art Kunstform. Außerdem mag ich die Lyrik von Lindemann. Er ist sehr wortgewandt. Es ist toll, dass es deutsche Texte sind, das gibt es im Metall Bereich eher selten, leider“, erzählt der Metalfan.

Auch Wilcke mag die Lyrik. „Die Lyrik ist besonders. Manchmal erzählt er die Geschichten sehr gruselig oder kontrovers, aber es hat einfach Kultstatus“, sagt die Sängerin, die Rammstein mit ihrer Familie verbindet, weil ihr Vater die Band oft in ihrer Jugend gehört hat. Die Lieder seien gesanglich nicht schwer, so Wilcke. „Die Herausforderung liegt eher darin, dass Lindemann die Melodien oft spricht und es sich damit vom Singen entfernt“, so die Rostockerin.

Kulturerlebnisse schaffen mit Livestreams

Die Corona-Krise berührt die beiden Musiker sehr. „Es wurden viele Konzerte von uns abgesagt. Das ist natürlich traurig“, so Lehner. Doch die beiden haben sich etwas anderes überlegt. Jeden Mittwochabend geben sie ein Livekonzert aus ihrem Proberaum, das sie bei Youtube streamen. Damit wollen sie den Leuten ein bisschen Kultur geben.

„Manchmal haben wir Gastmusiker mit dabei oder machen Wunschsongs, gehen auf Kommentare ein. Das macht immer Spaß“, erzählt der Gitarrist, der auch als Drummer bei den Rostocker Bands „Five Man on the Rocks“ und „Biest of Bourben“ mitspielt. „Wir haben für unser Konzert bei der OZ Lieder ausgesucht, die auch für Nicht-Rammstein-Fans schön anzuhören sind“, sagt die 28-Jährige, die hofft, dass sie den Menschen in ihren Wohnzimmern Freude machen können.

Bewerben für das „OZ-Newsroom-Konzert“

Die neue Reihe „OZ-Newsroom-Konzert“ soll Musikern aus Mecklenburg-Vorpommern, die derzeit keine Konzerte spielen können, eine Plattform geben. Gespielt wird im Newsroom der OSTSEE-ZEITUNG. Ausgestrahlt wird der Auftritt jeden Mittwoch um 18 Uhr auf der Facebook-Seite der OZ, das aufgezeichnete Video wird danach auf www.ostsee-zeitung.de zu sehen sein. Jedes Konzert dauert 15 Minuten und soll unplugged gespielt werden. Aussagekräftige Bewerbungen bitte an: online@ostsee-zeitung.de, Kennwort: OZ Newsroom Konzert

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Von Nora Reinhardt