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Kultur Oscarnominierungen: Acht Männer, keine Frau – und eine deutsche Hoffnung
Nachrichten Kultur Oscarnominierungen: Acht Männer, keine Frau – und eine deutsche Hoffnung
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17:20 22.01.2019
Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck bei den Golden Globes im Januar. Quelle: Foto: A. E. Rodriguez/GETTY IMAGES
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Los Angeles

So richtig rund läuft es beim Oscar gerade nicht: Die Veranstalter suchen einen Monat vor dem Großereignis noch immer nach einem vorzeigbaren Moderator, die Einschaltquoten für die Show sinken, und so recht kommt Hollywood trotz der #MeToo-Bewegung bei der Gleichberechtigung nicht voran. Da muss man nur mal auf die Oscarnominierungen schauen: Unter den acht Anwärtern in der Königskategorie „Bester Film“ taucht keine einzige Regisseurin auf.

Zur Auswahl stehen die beiden Golden-Globe-Sieger „Green Book“ und „Bohemian Rhapsody“. Außerdem dabei: die Netflix-Produktion „Roma“, die lästermäulige Historienkomödie „The Favourite“, „A Star Is Born“ mit Lady Gaga, „Blakkklansman“ von Spike Lee, die Politsatire „Vice“ sowie der Blockbuster „Black Panther“, den die Oscar-Academy in die – sofort wieder verworfene – Kategorie „populärer Film“ verbannen wollte.

Addiert man die Zahl der Nennungen, liegen „The Favourite“­ und „Roma“ mit je zehn Nominierungen vorn. Die nach Schätzungen der „New York Times“ bis zu 20 Millionen Dollar teure Werbekampagne für das Familiendrama „Roma“ des Mexikaners Alfonso Cuarón hat sich ausgezahlt. Damit hat erstmals ein Netflix-Film realistische Chancen auf einen Platz im Kinoolymp.

„Werk ohne Autor“ steht auf der Shortlist für den Auslands-Oscar

Auch die deutsche Oscarhoffnung Florian Henckel von Donnersmarck hat es geschafft: Das Künstlerdrama „Werk ohne Autor“ steht auf der Shortlist für den Auslands-Oscar (und auch für die Kameratrophäe). Fragt sich nur, ob die scharfe Kritik von Malerfürst Gerhard Richter in US-Medien die 7000 Academy-Mitglieder beeinflussen wird. Richter, an dessen Leben sich der Film orientiert, sieht seine Biografie verzerrt und missbraucht.

Hoffnungen auf den Schauspiel-Oscar bei den Frauen dürfen sich neben Lady Gaga auch Glenn Close, Yalitza Aparicio, Melissa McCarthy sowie Olivia Colman machen. Bei den Männern sind es Christian Bale, Bradley Cooper, Willem Dafoe, Rami Malek und Viggo Mortensen. Die Entscheidungen fallen am 24. Februar in Hollywood – mit oder ohne Oscarmoderator.

Von Stefan Stosch/RND

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