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Kultur Ozeaneum bestätigt Erwartungen: Erweiterung noch unsicher
Nachrichten Kultur Ozeaneum bestätigt Erwartungen: Erweiterung noch unsicher
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19:07 11.07.2013
Das Ozeaneum feiert seinen fünften Geburtstag. Foto: Stefan Sauer/ Archiv
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Stralsund

Fünf Jahre nach der Eröffnung hat das Ozeaneum nach Einschätzung der Stiftung Deutsches Meeresmuseum die Erwartungen erfüllt. Prognosen seien von etwa 545 000 Gästen pro Jahr ausgegangen, tatsächlich gekommen seien jährlich mehr als 600 000, sagte der Vize-Direktor der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, Andreas Tanschus. Seit der Eröffnung am 11. Juli 2008 sahen rund 3,6 Millionen Gäste die Ausstellungen zur Meereswelt. Das Ozeaneum startet Mittwoch mit einer fünftägigen Geburtstagsparty mit einem abwechslungsreichen Programm im und rund um das Museum.

Unklar ist, ob und wann die Arbeiten für den geplanten Erweiterungsbau beginnen. Derzeit werde eine Studie erstellt, die die Wirtschaftlichkeit über einen Betriebszeitraum von 20 Jahren prognostizieren soll. Bislang war nur ein Zeitraum von fünf Jahren betrachtet worden. Wie Tanschus sagte, stehe der Bund zwar weiter zur Zusage, den Bau mit 15 Millionen Euro zu finanzieren. Voraussetzung sei aber, dass sich der Neubau wirtschaftlich trägt. „Unser Ziel ist es, dass Bund, Land und Stadt noch 2013 eine Finanzierungsvereinbarung abschließen.“

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Nach einem Architektenwettbewerb könnten dann frühestens 2015 die Bauarbeiten beginnen. Die Stadt Stralsund hatte bereits angekündigt, sich mit fünf Millionen Euro zu beteiligen. Sie will darüber hinaus notwendige Grundstücke zur Verfügung stellen.

Kein anderes Ausstellungszentrum in Mecklenburg-Vorpommern ist so von den Besucherzahlen abhängig. Bereits jetzt wird der Betrieb des Ozeaneums ohne Zuschüsse ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert. „Die Erweiterung wird Auswirkungen auf die Besucherzahlen im Stammhaus des Deutschen Meeresmuseums und im Ozeaneum haben“, sagte Tanschus. Dies müsse die Prognose berücksichtigen. Nach der Eröffnung des Ozeaneums sanken die Besucherzahlen im Deutschen Meeresmuseum um rund 200 000 - eine Entwicklung, die zuvor auch prognostiziert worden sei, wie Tanschus betonte.

In dem geplanten, rund 40 Millionen Euro teuren Neubau auf der Hafeninsel sollen die Besucher die im Ozeaneum begonnene Unterwasserreise entlang von Großaquarien fortsetzen können. In den vergangenen Jahren waren die Ausstellungen bereits nach und nach erweitert worden. Zwei Jahre nach der Eröffnung kam die Pinguinanlage auf der Dachterrasse dazu, 2011 wurde die Ausstellung zur Erforschung und Nutzung der Meere eröffnet. Zudem wurden weitere 16 einzeln stehende Säulenaquarien installiert und die Ausstellung „Riesen der Meere 1:1“ ergänzt. Geplant sind weitere Attraktionen für Kinder. So sollen auf der Dachterrasse Wasserspiele entstehen. Erstmals wurden Anfang 2013 die Ticketpreise erhöht, von 14 auf 16 Euro für einen Erwachsenen. Begründet wurde dies mit den gestiegenen Betriebs- und Personalkosten.

dpa