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Kultur Panda-Rap am Strelasund
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00:00 20.01.2018
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Berlin

In Stralsund steppt der Bär – und zwar der Panda-Bär! Am 9. Juni wird Cro, der Rapper mit der Panda-Maske, am Strelasund auftreten. „Das ist der größte Act, den wir je bei den Sundkonzerten hatten“, schwärmt Veranstalter Marcel Glöden.

„Die Maske schützt mein Privatleben“, sagt Cro, der eigentlich Carlo Waibel heißt – hier bei einem Auftritt in Wien. FOTO: OCZERET/DPA

Ein halbes Jahr sei er an dem Künstler dran gewesen, erzählt Glöden. Vor wenigen Tagen erreichte ihn dann die Zusage vom Cro-Manager: „Per Telefon von der Insel Bali“. Damit kann das größte Konzert des Jahres in der Hansestadt über die Bühne gehen. 5000 Tickets sind von heute an im Vorverkauf erhältlich – bei der OZ (siehe Kasten). Sie dürften schnell vergriffen sein. Denn Cro ist derzeit einer der angesagtesten deutschen Musiker; vor allem bei Jugendlichen. Seine drei Studioalben „Raop“ (2012), „Melodie“ (2014) und „tru.“ (2017) landeten allesamt auf Platz 1 in den deutschen und in den österreichischen Charts. Hits wie „Easy“, „Traum“ oder „Whatever“ verzeichnen annähernd oder mehr als 50 Millionen Aufrufe auf der Videoplattform YouTube. Im sozialen Netzwerk Facebook hat er zwei Millionen Fans. Und seine Panda-Maske gilt als Kult.

Warum er sie trägt? „Sie schützt mein Privatleben . . . Mit dem Absetzen der Maske hat Cro Pause, ich kann für mich bleiben und einfach Carlo sein“, verriet der 27-Jährige in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger. Carlo Waibel, das ist sein richtiger Name – während das Pseudonym „Cro“ eine Verkürzung seines Vornamens ist. Geboren und aufgewachsen ist er im Stuttgarter Vorort Mutlangen.

Seinen Stil bezeichnet er als „Raop“ – eine Mischung aus Rap und Pop. Gleich sein erstes Studioalbum, das er nach diesem Musikstil benannte, schlug ein und erreichte fünffachen Gold-Status (mehr als 500000 verkaufte Alben).

So einen Künstler nach Stralsund zu holen, kostet natürlich viel Geld. Wieviel genau, möchte Marcel Glöden nicht sagen. Kostendeckend wird das Konzert für den Veranstalter aber nicht werden. Das hängt zum einen mit den Kapazitäten zusammen. „Mehr als 5000 Leute passen leider nicht auf das Veranstaltungsgelände auf der Mahnkeschen Wiese direkt unter der Rügenbrücke“, erklärt Glöden.

Zum anderen liegen die Kartenpreise „mit 45 Euro bewusst nicht allzu hoch“, sagt der Organisator, der im Hauptberuf Chef der Greifswalder Internet- und Eventagentur „haus neuer medien“ ist. „Bei anderen Open-Air-Konzerten von Cro werden 65 bis 68 Euro aufgerufen“. Glöden gehe es aber nicht darum, Geld zu verdienen, sondern Stars in Vorpommern auftreten zu lassen, „damit die Region nicht abgeklemmt wird.“ Und so holt er dieses Jahr neben Cro auch Anastacia (22. Juni) und eine AC/DC-Tribute-Show (23. Juni) nach Greifswald sowie Adel Tawil (17. August) und Chris Norman (18.

August) nach Wolgast (die OZ berichtete). Am 28. Juli veranstaltet seine Agentur zudem ein Schlagerfestival in Anklam mit Szenegrößen wie Vanessa Mai, Michelle, Bernhard Brink oder DJ Ötzi.

Insgesamt werde er wohl dieses Jahr – alle Veranstaltungen zusammengenommen – eine sechsstellige Summe draufzahlen, wie schon in den Vorjahren, in denen er Stars wie Silbermond nach Stralsund oder Sarah Connor nach Wolgast lotste. „Baby, bitte mach' Dir nie mehr Sorgen um Geld“, wie Cro in seinem Song „Einmal um die Welt“ singt, gilt für Glöden also nicht. Ob er die Konzertreihe für Vorpommern im nächsten Jahr aufrechterhält, wisse er daher noch nicht. Er kämpfe darum, erhoffe aber mehr Zuwendung von der Landesregierung. Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) hatte Glödens Veranstaltungsreihe jüngst zwar mit 30000 Euro aus dem Vorpommernfonds gefördert und dafür Kritik unter anderem vom Bund der Steuerzahler eingesteckt, Glöden geht es jedoch um eine „nachhaltige Unterstützung“.

Hilfe erhält er bereits jetzt von Sponsoren wie der Sparkasse Vorpommern, die das Konzert mit Cro präsentieren wird. Und Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) ist „total begeistert, dass es geklappt hat.“ Er selbst werde mit seiner Familie das Konzert „sehr, sehr gern besuchen“.

Debatte um Grab von Berliner Fotopionier

Sie zählen zu den ersten Pressefotos in Deutschland: zwei Fotografien vom Kaisermanöver 1883 in Breslau, veröffentlicht am 15. März 1884 in der „Leipziger Illustrirten“. Geschossen hat sie Ottomar Anschütz (1846-1907) mit seiner revolutionären Handkamera mit Schlitzverschluss. Diese ermöglichte zum ersten Mal kurze Belichtungszeiten – und damit Momentaufnahmen wie die der Soldaten beim Manöver.

Zu dieser Zeit lebte und arbeitete der im Jahr 1846 im polnischen Lissa geborene Anschütz als bekannter Porträtfotograf in Berlin-Schöneberg. Otto von Bismarck, Kaiser Wilhelm II. und der Anklamer Flugpionier Otto von Lilienthal bei seinen Flugversuchen auf der Maihöhe in Steglitz: Sie alle ließen sich von ihm ablichten. Als Anschütz 1907 starb, wurde er auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Friedenau begraben.

1958 wurde er vom Land Berlin mit einem Ehrengrab geehrt. Doch von der einst kunstvollen Grabstätte mit Pfeilern, Messingketten und grünem Grabsteinbewuchs ist heute nicht mehr viel übrig. Das Grab ist überwuchert. Das ist jetzt Anlass für Diskussionen. Ein Ehrengrab bekommen laut der zuständigen Senatsverwaltung Verstorbene, „die zu Lebzeiten hervorragende Leistungen mit engem Bezug zu Berlin erbracht oder sich durch ihr überragendes Lebenswerk um die Stadt verdient gemacht haben“. Die Entscheidung darüber trifft der Senat. Doch dieser Status ist zunächst auf 20 Jahre befristet, schließlich kostet ein Ehrengrab Geld. 650 Euro bekommen die Bezirke jährlich für die Pflege und Instandhaltung jeder der aktuell 646 Stätten. Dazu gehören auch die Gräber von Berliner Ehrenbürgern – etwa Willy Brandt, Richard von Weizsäcker oder Marlene Dietrich. Der Ehrengrab-Status ihrer Stätten ist allerdings unbefristet.

Läuft die Frist bei einem Ehrengrab ab, entscheidet der Senat über die Verlängerung. Wird diese nicht gewährt, wird der Markierungsstein mit dem Berliner Wappen entfernt, die Zahlungen werden eingestellt. 2009 geschah genau das mit dem Grab von Ottomar Anschütz. Seitdem verfällt es – ein Zustand, der Urenkel Holger Anschütz wütend macht. Er arbeitet von seinem Wohnort Rettenberg im Oberallgäu seit fast 20 Jahren die Geschichte seines berühmten Urahnen auf, sammelt Briefe, Fotos und Zeitungsausschnitte. Mittlerweile ist er selbst über 70 und kann sich, wie er sagt, aus der Ferne nicht selbst um das Grab kümmern. Nach Berlin kommt er nur selten, zuletzt 2016.

Das Grab von Ottomar Anschütz steht als Teil des Gartendenkmals Friedhof Stubenrauchstraße unter Denkmalschutz. Eine Einebnung ist damit ausgeschlossen – der Verfall allerdings nicht. Holger Anschütz wünscht sich eine Lösung nach Wiener Modell: Dort werden Gräber von Bedeutung von der Stadt gepflegt.Marlen Keß

Tickets ab heute erhältlich

Karten für das Cro-Konzert am 9. Juni in Stralsund gibt es von heute an in allen Service-Centern der OSTSEE-ZEITUNG, unter der Internetadresse www.oz-tickets.de oder telefonisch unter ☎ 0381 / 38303017. Auf diesen Wegen können Sie auch Tickets ordern für die Konzerte von Anastacia (22. Juni) und Barock (AC/DC-Tribute-Show/23. Juni) in Greifswald, Adel Tawil (17. August) und Chris Norman (18. August) in Wolgast sowie das Festival Schlager pur am 28. Juli in Anklam mit Stars wie Vanessa Mai, Michelle, Bernhard Brink oder DJ Ötzi.

Thomas Pult

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