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Kultur Paul Klee in der Münchener Pinakothek
Nachrichten Kultur Paul Klee in der Münchener Pinakothek
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17:23 28.02.2018
"Erzengel" (1938) von Paul Klee in der Pinakothek der Moderne.
"Erzengel" (1938) von Paul Klee in der Pinakothek der Moderne. Quelle: Lino Mirgeler
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München

„Lieber verehrter Paul Klee wir lassen einstimmig den ruf an sie ergehen zu uns als meister ans bauhaus zu kommen“ - mit diesen Worten warb Walter Gropius 1920 um den vielseitigen Künstler.

Klee (1879-1940) nahm an. 1921 wurde er Lehrer an der renommierten Kunstschule, eine spannungsreiche Zeit begann: Hier ein Maler mit einer Vorliebe für rätselhafte, bisweilen romantische Fantasiewelten, dort das Staatliche Bauhaus, das sich von 1923 an stärker auf Technik und Industrie ausrichtete und um dessen künstlerische Linie immer wieder gestritten wurde. Die Pinakothek der Moderne in München widmet diesem Spannungsverhältnis nun eine Ausstellung. „Paul Klee. Konstruktion eines Geheimnisses“ stellt seine Bauhaus-Jahre in den Mittelpunkt und die Konflikte der Moderne in den 1920er Jahren.

Bis zum 10. Juni präsentieren die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 145 Gemälde und Papierarbeiten, darunter 16 Exponate aus eigenen Beständen. Einige der Leihgaben aus Europa, Asien und den USA seien zum Teil seit 80 Jahren nicht mehr in Deutschland zu sehen gewesen, erklärt der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, am Mittwoch in München. Museen wie das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris oder das Kunstmuseum Basel haben Werke beigesteuert, ebenso die Nationalgalerie in Berlin oder die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Die Ausstellung zeigt die Vielseitigkeit des Malers, der sich den Expressionisten des Blauen Reiters ebenso verbunden fühlte wie er von Kubismus, Surrealismus und Konstruktivismus fasziniert war. Zu sehen sind Zeichnungen mit Bleistift, oft voller Witz und Ironie wie die Papierarbeit „leider eher abwärts“ von 1939, auf der ein im Fallen begriffener Körper zu sehen ist. Einblicke in Klees fantastische Gedankenwelten gibt das Aquarell „Die Idee der Türme“, ein Kopf inmitten von schmalen Bauwerken, die in den Himmel ragen. Geheimnisvoll dagegen „Gestirne über bösen Häusern“, „Der Vollmond“ oder „Das Abenteurer-Schiff“. Überhaupt tauchen Sterne und Monde immer wieder in seinen Werken auf, so etwa in dem spannungsreichen, äußerst farbenfrohen Aquarell „Feuer bei Vollmond“.

1931 verabschiedete sich Klee aus dem Bauhaus und wechselte als Professor an die Düsseldorfer Kunstakademie. Eine Befreiung, wie die zum Abschied veröffentlichte Papierarbeit „drüber und empor“ deutlich macht: Eine Figur, die sich aus einem Netz geometrischer Figuren zu befreien scheint. Klee reflektiere damit augenzwinkernd seine Option, sich aus den politischen und konzeptionellen Konflikten des Dessauer Bauhauses herauszuarbeiten, heißt es dazu im Ausstellungskatalog.

Denn auch wenn sich Klee gerne abstrakter Linien und geometrischer Formen bediente, malte er doch immer wieder Figuren jenseits der Vernunft, voller Gefühl - etwa das Gemälde „Tanz des trauernden Kindes II“ von 1922, in dem ein Regenschirm unter den Augen die Tränen des Mädchens auffängt. „Ich spiegele bis ins Herz hinein“, hielt er 1901 in seinem Tagebuch fest. „Meine Menschengesichter sind wahrer, als die wirklichen.“

dpa

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