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Kultur Pommerscher Künstlerbund zeigt Werke zur Geschichte von Schloss Ludwigsburg
Nachrichten Kultur Pommerscher Künstlerbund zeigt Werke zur Geschichte von Schloss Ludwigsburg
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17:31 13.06.2019
Künstlerin Christine Meyer aus Nossendorf mit ihrer Arbeit „Hope“ (Ölkreide, 2019) im Lichthof des Pommerschen Landesmuseums. Quelle: Dietmar Lilienthal
Greifswald

Die Geschichte von Schloss Ludwigsburg ist eine wechselvolle: Das großzügige Geschenk von Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast an seine Gattin Sophie Hedwig von Braunschweig-Wolfenbüttel war unter anderem Begegnungsort von Malern der Romantik wie Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge. Es wechselte diverse Male die Besitzer, beheimatete verschiedene Bewohner und diente unter anderem als Depot für ausgelagerte Zeitungsarchive und als Flüchtlingsunterkunft bis hin zu Leerstand und Verfall. Nach Plänen des Landes soll das Anwesen nun in den nächsten Jahren saniert werden.

Führungen, Vorträgen und Zeitzeugenberichten

Bevor es dazu kommt, ließen sich im Mai zwölf Künstler des Pommerschen Künstlerbundes und acht polnische Künstler in einem deutsch-polnischen Kunstworkshop in Ludwigsburg und Lubmin von Führungen, Vorträgen und Zeitzeugenberichten inspirieren. Die Ergebnisse werden nun im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald präsentiert. Dort wird bis zum 23. Juli mit mehr als 50 Arbeiten eine Auswahl der Kunstwerke, darunter Malerei, Grafik, Plastik und Skulptur, im Lichthof gezeigt.

Wir zeigen euch einige Arbeiten aus der Schau

„Wir wollten den jetzigen Bestand des Schlosses zeigen, bevor es sich verändert, mit allen Zerstörungen und dem Geist, der dahintersteckt“, sagt Sigrid Henschel, Vorsitzende des Pommerschen Künstlerbundes. Und tatsächlich hat der marode Charme des Bauwerkes seine Spuren bei den teilnehmenden Künstlern hinterlassen: „Ich kenne das Schloss schon lange Zeit und bin immer wieder entsetzt über dessen Zustand“, sagt Künstlerin Christine Meyer aus Nossendorf. Ihre Malerei mit Ölkreide zeigt das Gewölbe mit zugemauertem Fenster. Durch einige Ritzen im Mauerwerk fallen Lichtstrahlen. „Für mich ist das sinnbildlich für den Zustand des Schlosses. Es gibt noch Hoffnung“, sagt Meyer. „Hope“ – so hat sie auch ihr Bild betitelt. Auch die abstrakt anmutende Arbeit von Greifswalderin Gabriele Köpp „Schlosswand vor der Sanierung“ zeigt diverse Farbschichten vergangener Epochen. Die Acrylmalerei von Erika Hartung aus Brüsewitz richtet den Blick auf die Natur, die sich nach und nach das Terrain zurückerobert.

Individuelle künstlerische Handschrift

„Jeder Künstler hat seine eigene Herangehensweise und seine individuelle künstlerische Handschrift“, sagt Henschel. So unterschiedlich wie die Techniken, die von Ölmalerei über Kohle, Kreide, Acrylfarbe, Mischtechnik und Collage reichen, und die Arbeiten, die Malerei, Grafik, Skulptur und Plastik umfassen, ist auch die Qualität der Arbeiten. Da gibt es die filigran gearbeitete symbolträchtige Tuschezeichnung der „Marta Pomerania“ von Christine Meyer Nossendorf, das kraftvolle, ausdrucksstarke Porträt „Martha Weissenborns“ der Polin Karina Tyla oder die Arbeit „Ruine Apollotempel in Ludwigsburg“ des Richtenberger Malers Horst Werner Schneider, der sich zwar dem Phantastischen Realismus verschrieben hat, mit seinen altmeisterlichen, komponierten Arbeiten und der Lichtstimmung jedoch stark an Romantiker wie Caspar David Friedrich erinnert. Andere Bilder wirken weitaus plakativer, wieder andere zeigen Anklänge an die polnische Volkskunst.

„Das Faszinierende sind ja gerade die Unterschiede und die Vielfalt“, sagt Henschel. Was alle Künstler eint, ist der Bezug zur heute geteilten, ehemaligen Provinz Pommern. „Mir ist erst während des Workshops bewusst geworden, wie viel auf der anderen Seite der Grenze dafür getan wird, die Pommersche Tradition zu erhalten“, sagt Christine Meyer. „Mir war gar nicht klar, dass wir derart miteinander verzahnt sind.“ Symbolisch dafür steht auch die Protagonistin ihres Bildes, die „Marta Pomerania“. „Diese kluge, hübsche und hochschwangere Frau, die polnisch und deutsch spricht und denkt, ist für mich ein Symbol für beide Landesteile und für die Zukunft, die ich mir wünsche“, sagt Meyer.

Kunstladen im ehemaligen Lebensmittelgeschäft

Aktuell hat der Pommersche Künstlerbund, der seit 1916 mit einigen Unterbrechungen existiert, 60 Mitglieder. Ihre Arbeiten zeigen sie einmal jährlich zu „Kunst offen“ im ehemaligen Kornspeicher von Schloss Ludwigsburg sowie in regelmäßigen Abständen im Kunstladen in der Greifswalder Feldstraße. Dass der Laden früher ein Lebensmittelgeschäft war, hat für Sigrid Henschel Symbolwert. „Genauso wichtig wie die tägliche Nahrung ist schließlich auch die Kunst.“

Bis zum 23. Juli ist die Schau im Lichthof des Pommerschen Landesmuseums (Rakower Str. 9) zu sehen. Danach soll die Wanderausstellung in Polen gezeigt werden. Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen

Stefanie Büssing

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