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Kultur Prerower Töpfermarkt lockte 3000 Besucher
Nachrichten Kultur Prerower Töpfermarkt lockte 3000 Besucher
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00:00 10.06.2014
Besucher schauen sich auf dem 23. Prerower Töpfermarkt um. Die Standplätze sind bei den Bewerbern begehrt.
Besucher schauen sich auf dem 23. Prerower Töpfermarkt um. Die Standplätze sind bei den Bewerbern begehrt. Quelle: Volker Stephan
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Prerow

Aussteller aus ganz Deutschland lockten am Pfingstsonntag und am Sonnabend zum 23. Mal Scharen von Schau- und Kauflustigen zum Prerower Töpfermarkt auf den Hof und in den Garten des Darß- Museums. „Wir konnten dank des schönen Wetters an jedem der beiden Tage 1500 Gäste zählen“, berichtete Museumsleiterin Antje Hückstädt und erläuterte das Auswahlverfahren der Keramiker. Platzbedingt müsse man nämlich die Zahl der begehrten Stellplätze auf 36 begrenzen, obwohl es stets doppelt so viele Bewerbungen gebe. Über die Teilnahme entscheide anhand der eingesandten Bewerbungsmappen eine fünf- bis siebenköpfige Fachjury. Zu den Kriterien zählten neben dem Design auch die Qualität der Erzeugnisse sowie das Aussehen des Standes. „Bei der Auswahl achten wir auf eine große Vielfaltsbreite“, verriet die Organisatorin, „die reicht von zartem Porzellan bis hin zur Salzglasur- und Raku-Keramik.“

René Roloff, der designierte Bürgermeister des Ostseebades, hatte sich den Rundgang über das Museumsgelände auch dieses Mal nicht entgehen lassen. Während der vergangenen 22 Jahre habe er keine Veranstaltung versäumt und gelegentlich etwas gekauft, versicherte er. „Ich mag diese Vielfalt unterschiedlicher keramischer Erzeugnisse und das Ambiente, das im Einklang mit dem schönen Museumsgarten entsteht. Auf einem Parkplatz würde sich diese Wirkung nicht entfalten.“ Obwohl es nie eine spezielle Darßer Keramik gegeben habe, hätten sich die Einheimischen schon früher gern mit schönen Dingen umgeben, wusste der in der regionalen Heimat- und Kulturgeschichte versierte Prerower. „Typisch für den Darß war die englische Keramik, die Seeleute einst von ihren Reisen mitbrachten.“

Ansprechende Keramik nach englischem Vorbild gab es auch auf dem Töpfermarkt zu bewundern (und zu kaufen). Die Keramikerin Sophia Binney aus Alt-Brenz stellte an ihrem Stand eine reiche Auswahl von Slipware, einer Gebrauchskeramik aus englischem roten Ton, aus. „Der rote Ton wird mit dünnflüssigem Ton überzogen, in den ich dann die Motive ritze. Nach dem ersten Brand werden die Motive mit dem Pinsel bemalt. Zum Schluss folgt die Glasur“, erklärte die Töpferin. Sie hatte elf Jahre lang in England gelebt und war erst 2011 nach Deutschland zurückgekehrt. „Seither nehme an Märkten teil. Für Prerow hatte ich mich schon 2013 beworben, aber erst in diesem Jahr hat es geklappt.“ Mit dem Interesse der Besucher sei sie sehr zufrieden, ihre Erwartungen wären nicht enttäuscht worden.

Eine Stammbesucherin ist die Zingster Rentnerin Elke Schmidt. „Ich kaufe immer eine Kleinigkeit, oft aber auch mal etwas Größeres. In meiner Wohnung finde ich immer einen Platz für ein schönes Stück.“



Volker Stephan