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Kultur Prokofjews Konzert als musikalisches Juwel
Nachrichten Kultur Prokofjews Konzert als musikalisches Juwel
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13:03 26.02.2019
Pianistin Anna Vinnitskaya liebt besonders die russischen Klavierkomponisten. Quelle: Marco Borggreve
Rostock

Wie hört es sich an, wenn Sergej Prokofjew Ludwig van Beethoven umarmt?

Beim sechsten Philharmonischen Konzert im Rostocker Volkstheater erweckten der Dirigent Marcus Bosch, die Norddeutsche Philharmonie und die Pianistin Anna Vinnitskaya die zwei Komponisten wieder zum Leben.

Beginnend mit Beethovens dritter Leonoren Ouvertüre überzeugte das Orchester unter der Leitung von Bosch mit großen dynamischen Gesten, die Beethoven in einem ungewohnt zarten und häufig stillen Gewand zeigten. Die Ouvertüre skizzierte die Handlung der Oper „Fidelio“ und zeichnet Stimmungen und Wandlungen. Gelungen war die Ankunft des Ministers, welche durch ein Trompetenmotiv erfolgt, aus dem Flur des ersten Ranges erklingen zu lassen.

Nach der Ouvertüre war das dritte Konzert für Klavier und Orchester von Prokofjew hören, welches ebenfalls in der Tonart C-dur steht. Dieses zweite Werk des Abends zeigte die Vielfältigkeit, die in der Tonart schlummern kann. Mit unvorhersehbaren Wendungen im Bezug auf die Stimmung und Harmonik ertönte eine kraftvolle Komposition, welche mal mystisch, mal wild und aufregend, mal düster und mal hoffnungsvoll in Erscheinung tritt. Die Pianistin Anna Vinnitskaya verzauberte mit zarten und temperamentvollen Tönen. Vinnitskaya hat russische Wurzeln und lebt seit 2002 in Hamburg, wo sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Theater arbeitet, wenn sie nicht gerade die Konzertbühnen der Welt bespielt. Das Klavier wurde eingebettet, umarmt und umrahmt vom Klang des Orchesters, welches die drei Sätze wechselhaft und lebendig erstrahlen ließ.

Der Abend wurde mit Beethovens „Schicksalsymphonie“ geschlossen, welche neben der klanglichen Vielfalt und Magie von Prokofjews Komposition etwas blass und verbraucht daherkommt. In der Symphonie erschien Beethoven wieder in seinem gewohnt kraftvollen und unnachgiebigen Gewand. Die Komposition klang heroisch, dramatisch und versprühte überholte männliche Stereotype.

Besonders Prokofjews Konzert mit der umwerfenden Pianistin Anna Vinnitskaya als Solistin machten die Vorstellung zu einem auditiven Genuss.

Nora Reinhardt

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