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Kultur Provokative Premiere an der HMT
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14:15 29.04.2019
Das Ensemble des 3. Schauspieljahres spielt „Der Sportchor“ von Elfriede Jelinek. Quelle: Olivia Lecomte
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Rostock

Wenn alle zu Wort kommen, ist es laut. Dann ähneln sich viele Meinungen und viele erscheinen kontrovers. Aber sind sie es auch?

Wie eine Mannschaft marschieren die Schauspieler und Schauspielerinnen schon, als die rund 150 Zuschauer den Saal betreten. Starr den Blick nach vorn gerichtet, alle Schritte synchron. Wo ist hier noch Platz für Individualität?

Das Theaterstück „Sportchor“ von Autorin und Feministin Elfriede Jelinek ist provokativ, plakativ und spielt mit Klischees über Männer, über Frauen und über Rollenbilder. Die elf Studierenden des 3. Schauspieljahres der Hochschule für Musik und Theater Rostock unter der Leitung von Friederike Schubert zeigen das Stück mit perkussiven Elementen.

Zwischen Individualität und Anonymität

In einer Gesellschaft, die von Rollenbildern geprägt ist und in der nach dem Motto „Höher, schneller, weiter“ oft nur eines zählt – Leistung – muss sich das Individuum immer wieder fragen, wo der Ausgangspunkt ist, wo das Ziel und ob ein Mensch nicht mehr ist als die Summe seiner Teile.

Dabei wird keine chronologische Handlung, sondern ein ganzer Gedankenprozess wiedergegeben. Es geht darum Fragen aufzuwerfen, die sich jeder Mensch schon gestellt hat oder noch stellen wird. Neben einer Vielzahl von Fragen, die nicht zu enden scheinen, werden Thesen über Thesen aufgestellt und wieder verworfen. Dabei werden Gedanken in ihrer Wandelbarkeit zu Themen wie Geschlechterkonstruktion und Vielfalt, Individualität bis hin zu Sport und Krieg widergespiegelt.

Fesselnde Gruppendynamik

Das Stück schafft ein Bewusstsein für gendergerechte Sprachhandhabung und macht deutlich, wie viel das Geschlecht durch Sprache konstruiert wird. Die Monologe und Dialoge der elf Schauspieler und Schauspielerinnen werden umrahmt von Gruppenperformances, die unterhalten und zum nachdenken anregen. Die Gruppendynamik ist stark, spannungsreich und fesselnd, auch durch die Choreografien von Olivia Lecomte.

Ein Theatererlebnis, dass die Zuschauer mit vielen ungeklärten Fragen (über)fordert, die sich jeder selbst beantworten muss, zurücklässt.

Weitere Aufführungstermine: 21.Juni, 22.Juni

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