Ribnitz-Damgarten - Reisebusse sollen bis vors Kloster fahren – OZ - Ostsee-Zeitung
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00:00 11.04.2015
An der Ribnitzer Marien-Kirche gibt es sieben Parkplätze für Reisebusse. Von hier aus sind es etwa 300 Meter Fußweg zum Bernsteinmuseum.
An der Ribnitzer Marien-Kirche gibt es sieben Parkplätze für Reisebusse. Von hier aus sind es etwa 300 Meter Fußweg zum Bernsteinmuseum. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Es ist seit Jahren augenfällig: Es machen weniger Reisebusse in der Ribnitzer Innenstadt halt. Für diese stehen südlich der Marien-Kirche in der Langen Straße vier und an der westlichen Seite der Kirche drei Plätze zur Verfügung. Ziel der Bustouristen ist das Bernsteinmuseum.

Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Museums, möchte zwar nicht von einem dramatischen Einbruch reden, aber weniger Bustouristen seien es schon, die das Museum besuchen. Ihr Anteil an der Gesamtbesucherzahl bewege sich um die 15 Prozent. Während in der Zeit zwischen November und Februar kaum oder gar keine Bustouristen kommen, wird das Museum in der Saison von maximal fünf Bussen pro Woche angesteuert. „Mal besetzt mit zehn oder 20 Leuten, mal mit 40 Busreisenden“, erläutert Axel Attula. Wichtigster Grund dafür, dass weniger Reisebusse Station in Ribnitz machen, sei offenbar, dass immer mehr Touristen auf Kreuzfahrtschiffe umsteigen. Das habe man immer wieder in Gesprächen mit Busfahrern zu hören bekommen, so Attula.

„Der Trend geht tatsächlich zu den Kreuzfahrtschiffen. Der Reisebustourismus ist ein schrumpfender Markt, das merken auch wir“, sagt Fried Krüger. Der Chef des Freilichtmuseums Klockenhagen kann zwar berichten, dass die Zahl der Busreisenden in den letzten Jahren etwas nach oben gegangen sei, insgesamt liege ihr Anteil an der Gesamtbesucherzahl des Freilichtmuseums aber gerade mal unterhalb der Fünf-Prozent-Marke. „Unsere Besucher sind vor allem Familien und in immer stärkerem Maße Radfahrer“, so Krüger, der sich im vergangenen Jahr über knapp 60000 Besucher freuen konnte. Wenn auch die Busreisenden zahlenmäßig nicht so stark vertreten seien, werde man sie nicht aus den Augen verlieren, sagte Krüger. Das will auch der Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Verkehr nicht. In der jüngsten Sitzung zum Thema Verkehrskonzept wurde der Vorschlag gemacht, direkt auf dem Ribnitzer Marktplatz weitere Parkmöglichkeiten für touristische Reisebusse zu schaffen, um den zumeist älteren Busreisenden den Weg zum Bernsteinmuseum etwas zu verkürzen. Ein Vorschlag, über den man nachdenken könne, sagt Attula. Ihm wäre es allerdings lieber, wenn die Möglichkeit geschaffen würde, dass die Busse direkt am Museum vorfahren könnten. „Wenn die Reisenden ausgestiegen sind, können die Busse anschließend zu den Busparkplätzen bei der Marien-Kirche fahren. Da es sich ja um eine überschaubare Zahl von Bussen handelt, würde der Fahrzeugverkehr in der Straße an der Klosterkirche nicht oder nur geringfügig behindert werden. Und ich denke, dass auch die Anwohner damit leben können.“ Das allein würde aber sicher nicht reichen, so Attula. Man werde auch Reiseunternehmen stärker direkt ansprechen.

Neue Akzente in der Dauer-Ausstellung
Das Bernsteinmuseum hat seit Jahren mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Kamen früher 90000 Besucher jährlich, so waren es 2014 nur noch rund 62000. Das hatte Auswirkungen auf die Finanzen. Die neue Museumsleitung versucht, aus dem Besuchertief herauszukommen und die finanzielle Lage zu verbessern. Unter anderem mit der Neugestaltung von Teilen der Bernstein-Dauerausstellung. So werden mit der Einrichtung einer Kunstkammer inhaltlich neue Akzente gesetzt.



Edwin Sternkiker

Ribnitz-Damgarten - Bilder mit üppiger Farbgebung
11.04.2015