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Kultur Rostocker Band RobBee gibt Newsroom-Konzert
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RobBee – fette Drums mit fettem Hall und Falco als Vorbild

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12:02 30.03.2020
Drei von sechs: Malte Meyer (v. l.), Robert Bonczyk und Dorian Fellmann sind Bassist, Sänger und Schlagzeuger der Rostocker Band „RobBee“. Außerdem gehören Keyboarder Tommy Schultze, Gitarrist Christopher Lenz und Hintergrundsängerin Anabell Sanchez Martinez dazu. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Hört man sich „Fighting the Light“ von der Rostocker Band RobBee an, gleicht es einer musikalischen Zeitreise. Viel Hall im Schlagzeug und Synthesizer-Sounds tragen reichlich Melodien durch die Nummer. Da sind sie wieder, die 80er Jahre. Und das, was Sänger Robert Bonczyk da abliefert – eine Mischung aus Rap und Melodiegesang, Wechsel zwischen deutsch und englisch – erinnert schon stark an Hans Hölzel, jenen Österreicher, der einst als Falco mit „Rock me Amadeus“ sogar die USA eroberte. Und das ist natürlich kein Zufall, denn Falco ist Roberts größtes Idol. Und außerdem ist er der gemeinsame Nenner, der die Bandmitglieder vereint. „Fighting the Light“ ist der Titel der ersten Single von RobBee. Inzwischen haben sie eine selbstbetitelte EP produziert, die insgesamt sechs Stücke enthält. Und die klingen nicht irgendwie nach Nachwuchsband, sondern könnten tatsächlich als unveröffentlichte Stücke aus einer Zeit vor 35 Jahren durchgehen. Und dabei gibt es RobBee gerade mal ein Jahr. Die Bandmitglieder sind alle zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Malte Meyer (v. l.), Robert Bonczyk und Dorian Fellmann sitzen im Studio in Rostock-Schmarl. Quelle: Ove Arscholl

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Ursprung in Rostocker Band Red Poison

Ihren musikalischen Ursprung hat die Band schon Jahre vorher. „Ich habe seit 2009 mit Dorian bei Red Poison gespielt“, erzählt Robert. Dorian Fellmann war Schlagzeuger in der Rostocker Schülerband, Robert spielte Gitarre und sang. „Unser Stil war eigentlich Glam-Metal“, sagt Dorian. „Wir trugen alle Leggins, hatten toupierte Haare – das fanden wir einfach cool.“ Später habe Malte Meyer ihn am Schlagzeug ersetzt. „Und der fand Glam-Metal doof“, erinnern sich die beiden lachend. Immerhin, Red Poison schaffte es 2014 ins Finale des bundesweiten Nachwuchswettbewerbs „SchoolJam“ in Frankfurt am Main. Als die Band sich 2018 auflöste, war für Robert klar – es muss weitergehen mit der Musik. Und er wusste auch schon wie. „Ich wollte mein eigenes Projekt RobBee starten, benannt nach mir selbst. Und dafür brauchte ich eine Band.“ Was lag da näher, als die zu fragen, mit denen es auch vorher schon gut funktioniert hatte. Malte (Bass) und Dorian (Schlagzeug) waren gleich dabei. Außerdem gehören Tommy Schultze (Keyboards), Christopher Lenz (Gitarre) und Anabell Sanchez Martinez (Hintergrundgesang) zu RobBee. Frontmann Robert konzentriert sich ganz aufs Singen. „Gitarre spiele ich nur noch für den Privatgebrauch.“

Symbiose aus Musik und Figur

Wie beim Idol Falco soll RobBee eine Symbiose aus Musik und Kunstfigur sein. Robert Bonczyk geht voll in seiner Rolle auf. Dazu gehören eine prollige Sonnenbrille, ein weit aufgeknöpftes Hemd, aus dem üppiges Brusthaar quillt, und natürlich die Frisur – lange Haare, die von der Glam-Metal-Phase übrig geblieben sind. Die Verkörperung des Rockstars liegt dem 24-Jährigen und seine Bandkollegen haben kein Problem damit, dass er im Mittelpunkt steht. „Es ist Roberts Projekt und wir sind die Band, die ihn dabei unterstützt“, sagt Dorian. Musikalisch sind sie alle anders aufgewachsen. Bassist Malte hört querbeet: „Jazz, Punk, Reggae – ich will mich nicht einschränken. Genregrenzen finde ich doof“, sagt er. Eine Lieblingsband? Da müsse er überlegen – aber die anderen kommen ihm zu Hilfe: „Pink Floyd!“ Damit kann er leben. Dorian liebt Hip-Hop à la Kanye West. Robert liebt die Neue Deutsche Welle und Rockmusik, nennt AC/DC als seine Lieblingsband. Vorbilder? Auch die gibt es: Angus Young und Falco. Dorian hat der frühe Phil Collins ans Schlagzeug getrieben, bei Malte war es Kiss-Drummer Peter Criss. Was sie alle an Falco fasziniert? „Dass er sehr poetisch ist“, sagt Malte. „Die Musik ist so gut gemacht, sie geht als ,Easy Listening’ durch, ist aber durch ihre Vielschichtigkeit auch musikalisch sehr interessant.“

Drei von sechs: Malte Meyer (v. l.), Robert Bonczyk und Dorian Fellmann sind Bassist, Sänger und Schlagzeuger der Rostocker Band „RobBee“. Außerdem gehören Keyboarder Tommy Schultze, Gitarrist Christopher Lenz und Hintergrundsängerin Anabell Sanchez Martinez dazu. Quelle: Ove Arscholl

Fette Drums mit fettem Hall

Schlagzeuger Dorian fungiert außerdem als Produzent der Band. In seinem kleinen Studio in Schmarl entstehen die Songs. „Irgendeiner von uns hat eine Idee, schickt sie den anderen per WhatsApp und hier erwachen dann die Songs zum Leben“, erklärt Robert. „Er hat mir die 80er nahegelegt“, ergänzt Dorian. „Er steht eben auf fette Drums mit fettem Hall und ich hatte auch Lust, sowas zu produzieren.“ Erste Live-Auftritte hatte RobBee bereits im Rostocker ST-Club, im Zwischenbau und im Stadtpalast. Neben ihren eigenen Stücken gehören reichlich Cover-Songs zum Repertoire – natürlich von Falco und David Bowie, aber auch von Hubert Kah, Roxette, Billy Idol, Kim Wilde und anderen Größen der 80er Jahre. Ihr großes Ziel sei es, mit der Musik Geld zu verdienen und eines Tages davon leben zu können. „Wir wollen auf Partys und Volksfesten spielen und auch unser eigenes Repertoire unter die Leute bringen.“ Im Gespräch sei man bereits mit dem LT-Club und den Machern vom Oktoberfest im Stadthafen. Und dann ist vielleicht sogar irgendwann ein echtes gepresstes Album realistisch. „Bis dahin kann man unsere Songs bei Facebook, Instagram, Youtube und Spotify abchecken“, so Robert.

Am kommenden Mittwoch, dem 1. April geben RobBee ein OZ-Newsroom-Konzert, das die OSTSEE-ZEITUNG live bei Facebook überträgt.

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Von Ove Arscholl

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