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Kultur Rostocker Kunstverein zeigt Arbeiten von Hans Emil Oberländer, Mechthild Mannewitz und Dietrich Becker
Nachrichten Kultur Rostocker Kunstverein zeigt Arbeiten von Hans Emil Oberländer, Mechthild Mannewitz und Dietrich Becker
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17:13 18.06.2019
Maler Dietrich Becker in der Galerie Amberg 13: Der Rostocker Kunstverein zeigt Arbeiten des Bastdorfer Künstlers sowie Werke von Hans Emil Oberländer und Mechthild Mannewitz. Quelle: Stefanie Büssing
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Rostock

Von 5 bis 8 Uhr erledigt Dietrich Becker die Gartenarbeit. Danach stellt er sich an seine Staffelei und malt. Meist das, was er sieht. Wie seine Nachbarin, die er als „Frau mit Grabeforke“ auf Leinwand verewigt hat. „Ich arbeite jeden Tag, das ist das Schönste, was man machen kann“, sagt er mit einem Lächeln. 16 Arbeiten des Künstlers sind zurzeit in der Galerie Amberg 13 des Rostocker Kunstvereins zu sehen. Gemeinsam mit Malereien der Rostockerin Mechthild Mannewitz und des Rostocker Künstlers Hans Emil Oberländer (1885 bis 1944). Zum 100. Gründungsjubiläum der Vereinigung Rostocker Künstler (VRK) – einer Künstlergruppe, die im Januar 1919 gegründet wurde und bis Mitte der 1930er Jahre bestand – spannt der Kunstverein den Bogen zwischen Werken von Gründungsmitglied Hans Emil Oberländer und seiner zwei Zeitgenössischen Malerkollegen.

Fast harmonisch fügen sich die drei Porträts zu einem stimmigen Gesamtbild: Der elegant wirkende Jüngling im Anzug, den Hans Emil Oberländer 1931 auf Leinwand bannte, das Porträt seiner Mutter, das Dietrich Becker als Jüngling im Jahre 1962 malte und der rauchende Mann mit Schal, der lässig an seiner Zigarette zieht und 2008 von Mechthild Mannewitz in Szene gesetzt wurde.

Berührungspunkte sind die Porträt- und Landschaftsmalerei

Dass zwischen allen drei Bildern jeweils ein Abstand von mehr als 30 Jahren liegt, erschließt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick. Denn: Bei der Schau setzt Kurator Klaus Tiedemann nicht auf Kontraste, sondern auf eine ähnliche künstlerische Handschrift. „Die Berührungspunkte sind die Porträt- und Landschaftsmalerei“, sagt Tiedemann. Dazu kommen die persönlichen Kontakte. „Ich bin früher oft mit Lothar Mannewitz zum Restaurieren in Kirchen gegangen, um Geld zu verdienen“, erinnert sich Becker mit einem Lächeln. Dessen Frau, die oft als „Grande Dame“ der Rostocker Malerei bezeichnete Mechthild Mannewitz, deren Werk etliche Hundert Bilder umfasst, die mit Gegenständlichem und Abstraktem experimentiert, manchmal auch konstruiert, die über Fotografie und Bühnenmalerei zur Kunst kam, war Schülerin des Rostocker Malers Egon Tschirch, der wiederum Gründungsmitglied der VRK war.

Tagebuch in Bildern

Und so korrespondieren ihre farbintensiven Arbeiten mit der reduzierten Bildsprache Beckers, die er selbst als „Tagebuch in Bildern“ bezeichnet. „Jede Haltung und Geste meiner Figuren ist immer auch eine Aussage über den Menschen an sich“, sagt er. Auch die Werke Oberländers, der von Rostock über Berlin nach Breslau kam und später in Mecklenburg-Vorpommern aber auch im Riesengebirge zu Hause war, zeigen unter anderem heimische Landschaften, wie den Rostocker Hafen und reichen vom expressionistischen Duktus bis hin zur Neuen Sachlichkeit. „Die Bilder gemeinsam zu hängen, steigert ihre Wirkung sogar noch“, freut sich Becker. Auch Kurator Tiedemann ist zufrieden: „Die Schau ist eine gelungene Ménage-à-trois.“Eröffnung ist Mittwoch am 19. Juni um 19.30 Uhr (Galerie Amberg 13)

Stefanie Büssing

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