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Nachrichten Kultur So lief der Drehstart des neuen Rostocker „Polizeiruf 110“ auf der Halbinsel Wustrow
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17:05 20.08.2019
Drehstart auf der Halbinsel Wustrow: Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner verkörpern die Ermittler Katrin König und Alexander Bukow in der Krimireihe „Polizeiruf 110“ nun bereits zum 21. Mal. Quelle: Ove Arscholl
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Die Halbinsel Wustrow ist durch ein Tor gesichert. Ohne weiteres darf sie nicht betreten werden, war bis zur Wende militärisches Sperrgebiet und gilt heute als munitionsbelastet. Die Gebäude der Roten Armee sind Ruinen, die Natur macht sich hier breit. Zwischen verfallenden Gebäuden stehen in diesen Tagen allerdings Biertische, Wohnwagen, Lkw und es herrscht ein reges Treiben: Dreharbeiten zur Fernsehreihe „Polizeiruf 110“ haben am Montag hier begonnen.

Die Drohne mit der Kamera steuert Regisseur Eoin Moore persönlich. Für ihn ist der Rostocker Polizeiruf eine Herzensangelegenheit. Er hat die Reihe von der ersten Folge an begleitet und gemeinsam mit dem Team die Figuren entwickelt.

Krumme Geschäfte im Sperrgebiet

In die Insel-Kulisse passt der armeegrüne alte Lada Niva, der in der Filmreihe Veit Bukow, dem Vater von Kommissar Alexander Bukow, gehört. Veit bewegt sich immer wieder am Rande des Gesetzes und trifft sich hier in einer Szene mit einem Kontaktmann. Durchs Autofenster unterhalten sich beide kurz, was von drei Kameras aufgezeichnet wird: in Bukows Auto, davor und aus der Luft.

Bilder vom Set: So lief der Polizeiruf-Dreh

Drehstart zum „Polizeiruf 110“ aus Rostock: „Der Tag wird kommen“ wird der 21. Fall der Ermittler Katrin König und Alexander Bukow.

Dann ist Mittagspause und Veit Bukow wird wieder zu Schauspieler Klaus Manchen. Am Mittagstisch unterhält der 82-Jährige die Kollegen und plaudert aus dem Nähkästchen. „Du warst mit Christine Schorn verheiratet?“ – Anneke Kim Sarnau ist überrascht. Manchens erste große Rolle war „Romeo“ an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, der heutigen Hochschule „Ernst Busch“.

Ein Wohnwagen für zwei Schauspieler

Ein paar Meter weiter stehen mehrere Wohnwagen nebeneinander. „Katrin König“ steht an einer Tür. Dies ist der Rückzugsbereich für Anneke Kim Sarnau. Nur wenige Quadratmeter groß ist das kleine Privatreich auf Rädern, bietet gerade Platz für einen Spiegel, eine kleine Garderobe und ein Sofa, wo die Schauspielerin noch einen kurzen Blick ins Drehbuch wirft. Gleich nebenan „wohnt“ ihr Kollege Charly Hübner hinter der Tür mit der Aufschrift „Alexander Bukow“. Der ist allerdings gerade in der Maske und wird geschminkt: blaues Auge und Schramme an der Unterlippe.

Figuren entwickeln sich weiter

In ihrem 21. Fall will Katrin König beim Joggen einer Frau helfen, die in Rostock von zwei Männern belästigt wird. Dabei wird sie zusammengeschlagen und landet im Krankenhaus. Wenig später ist die Frau tot. Alexander Bukow nimmt die Ermittlungen auf, während Katrin König noch ihre Schuld aus einer früheren Episode aufarbeitet. Ein Gefängnisinsasse, dem sie einen falschen Beweis untergeschoben hatte, nimmt Kontakt zu ihr auf.

Multi-Media-Reportage:
Polizeiruf 110“ aus Rostock: Diese Fälle haben König und Bukow bisher gelöst

„Der Rostocker Polizeiruf hat eine starke horizontale Erzählebene“, erzählt Producerin Ilka Förster. Darunter versteht man die Geschichte der Figuren, die in jeder Folge mitspielen – hier also Bukow, König und ihre Familien und Kollegen. Diese horizontale Ebene entwickelt sich von Folge zu Folge weiter. Die vertikale Ebene dagegen ist der jeweilige Fall, die Ermittlungsarbeit, die am Ende der Folge abgeschlossen ist. „Wenn es gelingt, beides zu verbinden, ist es am besten“, sagt Förster.

Echte Rostocker als Komparsen

Auch zwei echte Rostocker sind mit am Set. René Machals aus Warnemünde war schon vorher als Komparse beim Rostocker Polizeiruf zu sehen. Diesmal hat er noch seinen Kumpel Eric Manischewski aus Lichtenhagen mitgebracht. Beide sollen als Polizisten Bukows Kollegen Anton Pöschel unterstützen, der von Schauspieler Andreas Guenther verkörpert wird. Gedreht wird an einer Ruine im Wald.

Eric sitzt als Fahrer mit Pöschel im Auto. René steht davor und beobachtet die Situation. „Wir haben das alles bestimmt zehnmal gedreht, das Ganze hat drei Stunden gedauert. Und das alles für einen kleinen Moment im Film. Das ist richtig interessant, mal zu sehen, wie viel Arbeit in so einem Film steckt“, sagt Eric Manischewski. „Und um die Schauspieler mal zu erleben, hat sich der Aufwand auch gelohnt“, fügt er hinzu. „Der Andreas Guenther ist richtig cool. Ein Typ wie Du und ich.“

Sendetermin im Oktober

Dann sind Hübner und Sarnau dran – zumindest erst mal zum Fototermin – und staunen über die Kulisse Wustrow. „Ist das nicht toll, wo wir hier arbeiten können?“, sagt Hübner zur Setfotografin Christine Schroeder. Und Anneke Kim Sarnau staunt, wie gut selbst die Ruinen noch erhalten sind. „Ein paar Jahre eher hätte man sie vielleicht noch retten können.“ Ob sie sich hier Urlaub vorstellen könnten? „Ja“, sind sich beide einig und suchen sich schon mal den passenden Blick aufs Meer aus. Doch jetzt muss erst mal gearbeitet werden.

22 Drehtage sind für den knapp 90-minütigen Film geplant. Sechs davon vor echten Kulissen in und um Rostock. Der Rest wird in Hamburg gedreht, wo das Team beheimatet ist und dadurch deutlich weniger Übernachtungskosten anfallen. Gesendet wird der Film mit dem Arbeitstitel „Der Tag wird kommen“ voraussichtlich im Herbst 2020. Bis dahin werden aber noch zwei andere Folgen gezeigt. Die nächste Erstausstrahlung des Rostocker „Polizeirufs“ ist die Folge „Dunkler Zwilling“, die am 6. Oktober in der ARD läuft.

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