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Kultur Silberschatz war über 300 Jahre in einer Mauer versteckt
Nachrichten Kultur Silberschatz war über 300 Jahre in einer Mauer versteckt
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07:34 22.09.2015
Eine Museumsmitarbeiterin reinigt die Silbermünzen kurz nach ihrem Fund. Quelle: Stadtarchiv
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Stralsund

Vor 50 Jahren wurde in der Altstadt von Stralsund ein wohl einzigartiger Schatz gefunden. Bis heute sind die 234 Silbermünzen ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung im Kulturhistorischen Museum.

Im Sommer 1965 hatte Sanierungsarbeiten am kleinen Eckgebäude in der Badenstraße 12 begonnen. Von Sanierung konnte man aber wahrlich nicht sprechen. Nur der ansehnliche Giebel, der spätgotische Ansätze und Elemente der Renaissance besitzt, blieb damals stehen. Alle anderen Teile des laut Denkmalliste aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammenden Hauses wurden damals abgerissen.

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Am 21. September 1965 brach Handwerker Otto Behnisch aus Kummerow zwei Steine aus der massiven Decke an der Giebelwand. Plötzlich rieselten einige Münzen aus dem alten Mauerwerk. Ungläubig schauten sich die herbeieilenden Bauarbeiter an. Sie beschlossen, den Archivdirektor Dr. Herbert Ewe  zu informieren.

Ewe erkannte sofort den großen Wert des Fundes und benachrichtigte den Leiter des Kulturhistorischen Museums Willi Nitschke. Insgesamt kamen 234 Münzen an das Tageslicht. Der größte Teil lag noch in einem Zinngefäß, das einst als Behälter für Waschwasser genutzt wurde.

Mitarbeiter des Kulturhistorischen Museums reinigten am nächsten Tag den unglaublichen Schatz. So konnte er schon am 23. September 1965 im Löwenschen Saal der staunenden Öffentlichkeit präsentiert werden.

Bei den 234 Münzen handelt es sich mit Ausnahme einer Krone des dänischen Königs Christian IV. um Taler, die zwischen 1541 und 1626 geprägt wurden. Der älteste Taler stammt aus Kempten. Unter den Münzen befinden sich Prägungen aus Rostock. Lübeck, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, Augsburg, St. Gallen, Salzburg und Hannover. Ein großer Prozentsatz, fast ein Drittel, wies als Herkunftsland die Niederlande aus.



Jens-Peter Woldt

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